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ISPO 2019: Einige Perlen und viel Mittelmass

Patrick Bardelli
Zürich, am 07.02.2019
Mitarbeit: Michael Restin
Vorne hui, hinten pfui. So lautet unser Fazit zur ISPO Munich 2019. Wir haben in den letzten vier Tagen die geballte Ladung Sportartikel abbekommen. 2 800 Aussteller in 18 Hallen machen die ISPO zur grössten Sportmesse der Welt. Und trotzdem, oder gerade deshalb, bleibt ein fader Beigeschmack.

Weniger wäre mehr. Weniger Mittelmass, mehr Klasse. Weniger Aussteller, weniger Hallen, dafür mehr wirkliches Neues. Das wünschte man sich für die ISPO in München. Klar, es gibt sie, die Innovationen. Das 3in1-Bike zum Beispiel, der neue Ruder-Ergometer oder das leichteste SUP. Und natürlich haben Michael Restin und ich in vier Tagen nicht das gesamte Angebot gesehen. Trotzdem.

Vorne hui, hinten pfui

Michael und ich fassen unser Fazit im Video oben für dich zusammen. Unser Eindruck: In den grossen Hallen protzen die Branchenriesen um die Wette, allzu oft, ohne dabei wirklich Neues zu liefern. Man sonnt sich im eigenen Glanz, sozusagen. In den kleinen Hallen wird viel Ramsch angeboten und auch zünftig verkauft. In den grossen Hallen gibt man sich nachhaltig, in den kleinen scheint Nachhaltigkeit überhaupt keine Rolle zu spielen. Vorne hui, hinten pfui.

Nachhaltig ja, aber ...

Es gibt sie, die Hersteller, die es mit der Nachhaltigkeit ernst meinen. Das Unternehmen aus dem Baskenland zum Beispiel, das seine Bio-Baumwollshirts mit den Schalen von Walnüssen färbt. Oder im Meer treibende Fischernetze einsammelt und daraus Outdoor-Hosen macht. Der Bericht dazu folgt. Nachhaltigkeit scheint aber auch einfach ein Zug zu sein, auf den man gerne noch rasch aufspringt, um sich ein grünes Image zu geben. Wie ernst es der Branche damit wirklich ist, bleibt abzuwarten.

Gefärbt mit Walnuss-Schalen.
Gefärbt mit Walnuss-Schalen.
Aus alten Fischernetzen hergestellt.
Aus alten Fischernetzen hergestellt.

Alles in einem und mit App

Ein weiterer Trend ist die eierlegende Wollmilchsau. Das Bike mit integrierter Espresso-Maschine zum Beispiel. Kein Scheiss, sowas gibt's tatsächlich. Und viele weitere Produkte, die möglichst multifunktional daherkommen und natürlich immer mit einer entsprechenden App gesteuert, getrackt oder sonst was werden. Ein positives Beispiel aus dieser Kategorie ist Michaels Lieblingsprodukt der diesjährigen ISPO. Beim 3in1-Bike bekommt er glänzende Äuglein.

Mountain-, Race- und Trekking-Bike in einem
Mountain-, Race- und Trekking-Bike in einem

Für Einkäufer unter den 80 000 Besucherinnen und Besuchern ist die ISPO sicherlich ein Paradies. Das Angebot ist, wie schon erwähnt, riesig. Von billigem Trash bis zu exklusivem Highend ist alles verfügbar. Wer jedoch, so wie wir, auf der Suche nach neuen Technologien und innovativen Produkten ist, muss schon sehr viel Zeit mitbringen. Und tief graben, um fündig zu werden.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Senior Editor, Zürich
Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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