Immer der Reihe nach

Immer der Reihe nach

Natalie Hemengül
Zürich, am 19.05.2020
Serum, Toner, Cleanser, Creme – oder war es doch anders herum? Viele Produkte sorgen für viel Verwirrung. Ich erkläre dir, in welcher Reihenfolge die Hautpflege für mich Sinn ergibt.

Die Reihenfolge, in der du deine Skincare verwenden solltest, ist eine Wissenschaft für sich. Aus Faulheit, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, bestand meine Gesichtspflegeroutine bis vor etwa einem Jahr lediglich aus einem Produkt: Kokosöl. Daran ist nichts Falsches, solange deine Haut es verträgt. Das Öl hilft zwar an vielen Fronten, aber mein Hautbild hat es nicht verändert – meine neue, aufwendige Routine hingegen schon.

Morgenroutine

Morgens nach dem Aufstehen wasche ich mein Gesicht mit lauwarmem Wasser und einem erfrischenden, milden Gel- oder Schaum-Cleanser. Er befreit mein Gesicht von Schmutz und überschüssigem Talg, das sich über Nacht angesammelt hat. Danach gebe ich etwas von meinem Toner auf ein Bambuspad und streiche damit über mein gesamtes Gesicht – die Augenpartie ausgenommen. Lange Zeit wurden Toner verwendet, um den pH-Wert der Haut nach der Reinigung zu normalisieren, da Cleanser früher aggressiv waren. Heutzutage sind sie sanft zur Haut. Aber wieso braucht's dann überhaupt noch einen Toner? Die meisten besitzen Aktiv-Wirkstoffe wie zum Beispiel Retinol und Fruchtsäuren, welche die Haut peelen oder Antioxidantien, die sie vor freien Radikalen schützen. Mit ihnen kannst du gezielt deine Hautprobleme angehen.

Nach dem Toner folgt das Serum. Seren haben meist eine sehr leichte, flüssige Textur, die schnell in die Haut einzieht. Ihre (Aktiv-)Wirkstoffe sollen aufgrund der kleinen Molekulargrösse einfacher und tiefer in die Haut eindringen als die einer Creme. Wenige Tropfen reichen bereits.

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Zum Schluss kommt die Tagespflege. Sie versorgt die Haut tagsüber mit Feuchtigkeit und sollte auf jeden Fall einen Lichtschutzfaktor von 30 besitzen, um vor einer vorzeitigen Hautalterung zu schützen. Du kannst auch nur zu einer Sonnencreme oder einem Sonnengel greifen. Du hast bereits eine Tagespflege, jedoch ohne SPF? Dann mische etwas Sonnenschutzgel oder ausreichend Lichtschutzfaktor-Tröpfchen hinzu.

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Wenn du Zeit und Lust hast, kannst du auch einen Face-Roller in dein Pflegeritual integrieren. Auch der bringt Vorteile mit sich:

Abendroutine

Abends muss als Erstes das Make-up weg. Dabei setze ich auf reichhaltige Cleanser wie zum Beispiel einen Balm oder ein Öl. Durch den hohen Fettanteil entfernen sie mein Make-up schnell und gründlich. Eine Reinigungsmilch geht hier natürlich auch – aber bitte keine Abschmink-Tücher. Um sicherzugehen, dass ich allen Schmutz losgeworden bin, setze ich auf das Prinzip «Double Cleansing». Das heisst, ich greife nach dem ersten Abschminken noch mal zu einem Cleanser. In dieser zweiten Runde bevorzuge ich eine leichte Textur: Gel, Schaum oder auch ein Mizellenwasser.

Dann wieder Toner und Serum. Zum Schluss kommt eine Nachtcreme respektive -maske oder ein Öl zum Einsatz. Um Verwirrungen vorzubeugen: Es gibt keinen Unterschied zwischen einer Nachtcreme und einer Nachtmaske. Zweiteres ist bloss ein neuer hipper Name für die reichhaltige Nachtpflege. Der Begriff Maske impliziert hier fälschlicherweise, dass das aufgetragene Produkt nach einer Weile wieder von der Haut entfernt wird.

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Ausserordentliches

Den Alltag hätten wir damit geschafft. Aber was ist mit fancy Dingen wie Masken, DIY-Aloe-Vera-Behandlungen, Peelings etc.? Die kommen einmal die Woche – Sonntags – zum Einsatz. Nun weisst du über die Reihenfolge und Anwendungshäufigkeit der einzelnen Produktkategorien Bescheid. Auch wenn die Hautpflege einem Vollzeit-Job gleichzukommen scheint: Bist du erst mal drin, läuft's wie geschmiert. Wichtig ist, dass du Produkte benutzt, die auf deine Hautbedürfnisse eingehen und auch miteinander harmonieren. Ein Beispiel: Trocknet dein Toner deine Haut stark aus, nützt dir die Feuchtigkeit aus dem darauf folgenden Serum nicht viel, da sie erst mal den Feuchtigkeitsverlust ausgleichen muss. Du siehst: Mit den falschen Produkten bringt auch eine durchchoreografierte Routine nichts. Deshalb experimentieren, kombinieren, mischen und testen.

Und wenn dir das alles doch zu viel ist, gibt's ja immer noch das Kokosöl.🤗

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Natalie Hemengül
Natalie Hemengül
Editor, Zürich
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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