Richtig rollern

Richtig rollern

Natalie Hemengül
Zürich, am 11.05.2020
Kristall-Roller scheinen selbsterklärend. Mit der falschen Technik verursachst du jedoch schnell mal mehr Schwellungen, als du reduzieren wolltest. Die folgenden Tipps helfen dir dabei, das Beste aus deinem Gesichtspflege-Tool herauszuholen.

Hätte ich gewusst, dass ich mit meinem Jade-Roller Fehler machen kann, hätte ich mich vor meiner ersten Anwendung besser informiert. Die Pflegetools aus Edelstein sind in den unterschiedlichsten Grössen sowie Steinsorten erhältlich und kommen selten mit einer Gebrauchsanweisung. Zurzeit scheint der Fokus nämlich mehr auf deren Optik zu liegen, als darauf, was du mit der richtigen Technik bewirken kannst.

«In deinem Gesichtsgewebe sammelt sich Lymphflüssigkeit an. Diese wird normalerweise durch das Lymphsystem abtransportiert. Durch Stress, salziges Essen oder nach einer durchzechten Nacht ist dieser Abfluss gestört und es kommt zu Schwellungen. Die Tränensäcke sind auf einmal stärker sichtbar. Wendest du deinen Face-Roller korrekt an, kannst du diese Schwellungen reduzieren und dein Gesicht sogar detoxen, weil Lymphflüssigkeiten und Giftstoffe schneller abtransportiert werden», erklärt Dermatologin Dr. Liv Kraemer. Dazu sei es wichtig, dass du immer in Richtung des Lymphabflusses arbeitest. Das heisst, ohne Druck von der Gesichtsmitte nach aussen rollen und nicht einfach hin und her oder auf und ab. Ansonsten bewirkst du das Gegenteil und deine Augenpartie schwillt noch mehr an. Bewahrst du dein Gerät im Kühlschrank auf, gehen Schwellungen dank der Kälte schneller zurück, während die Massagebewegung deine Durchblutung fördert.

Der kleine Knubbel am hinteren Ende eignet sich für schmale Gesichtspartien.
Der kleine Knubbel am hinteren Ende eignet sich für schmale Gesichtspartien.

Grundsätzlich kannst du den Roller mit oder ohne Pflegeprodukt verwenden. «In Kombination mit einer hyaluronhaltigen Creme gleitet das Tool besser über deine Haut», sagt die Skincare Expertin. Die meisten Modelle besitzen zudem zwei Enden. Eines mit einem langen, schmalen und eines mit einem kleinen, fast schon kugelförmigen Steinaufsatz. Ersteres verwendest du auf grösseren Flächen wie Wangen, Hals und Dekolleté. Das andere Ende eignet sich für die Augen-, Kinn- und Schläfenpartie. «Ganz wichtig: Nach jeder Anwendung jene Bereiche, die Hautkontakt hatten, mit Wasser oder einem feuchten Lappen reinigen und gründlich desinfizieren. Sonst entwickelt sich das Gerät im Nu zu einer Bakterienschleuder.»

Übrigens: Beim Kauf solcher Face-Tools ist Vorsicht geboten. Die Gewinnung des Jade-Steins ist nicht in allen Fällen ethisch vertretbar. Leider lässt sich nicht überall nachverfolgen, woher die Rohstoffe für die Produktion kommen. Ich habe bei Lovis nachgefragt. Auf meine Anfrage hat der Hersteller bislang noch nicht reagiert. Sollte sich dies ändern, gibt's hier natürlich ein Update.

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Natalie Hemengül
Natalie Hemengül
Editor, Zürich
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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