
Bei diesem Pizzaofen dreht sich der Stein
Der Schweizer Grillhersteller «Outdoorchef» versucht sich an einem Pizzaofen. Dank Ober- und Unterhitze sowie rotierendem Pizzastein soll der Ofen besonders gleichmässig backen.
Eigentlich wollte ich den Titel «Dieser Pizzaofen läuft mit einer Powerbank» für diesen Text wählen. Bevor du mir Clickbait vorwirfst: Der «Prismo 420 G» läuft mit Gas. Er braucht aber eine Powerbank (nicht mitgeliefert) oder einen Stromanschluss, damit die zwei Thermometer und der rotierende Pizzastein funktionieren. Zudem sind zwei Batterien für den Zünder nötig.
Sofort fällt mir das Touchdisplay auf. Dort lese ich die aktuelle Temperatur unten und oben ab und kann den Pizzastein, einem Plattenspieler gleich, zum Drehen bringen. Ich bin kein Fan von Touchbedienungen in der Küche, vor allem nicht, wenn ich dreckige Hände vom Mehl und vom gezupften Mozzarella habe.

Auf der Seite des Pizzaofens sind Gasregler für Ober- und Unterhitze. Die Beschriftung ist dabei so unklar, dass ich mehrmals den falschen Regler drehe.

Achtung, heiss!
Voll aufgedreht heizt der Ofen auf über 400 Grad Celsius auf. Das genügt für Neapolitanische Pizza mit dickem Rand. Das Problem steht eher vor dem Ofen: Bis ich den Teig beim Formen richtig hinkriege, dauert es mehrere Pizzen. Am Teig selbst dürfte das nicht liegen, der ist von meiner backerprobten Mitbewohnerin (Danke Babs!). Schon der «Outdoorchef»-Vertreter hat mich gewarnt, dass so ein Ofen etwas Übung brauche. Mal ist der Boden zu schnell durch, dann verbrennen die Toppings fast, dafür ist der Boden noch teigig.

Nach fünf Pizzen habe ich es raus. Die Regler sind zwar blöd beschriftet, lassen aber sich sehr genau einstellen. Das hilft genauso wie die gut lesbare Anzeige vorne am Ofen. Dass ich Unterhitze geben kann, kannte ich bisher nur von elektrischen Pizzaöfen. Die Funktion hilft enorm bei der Feinjustierung. Aber Achtung: Ist die Unterhitze eingeschaltet, musst du den Pizzastein drehen lassen. So steht es zumindest in der Anleitung. Offenbar ist die Unterhitze ungleich verteilt, was den Stein verformen oder sogar sprengen kann.
Der Pizzastein vom Ofen hat einen Durchmesser von 42 Zentimetern, was 420 (Millimeter) im Namen erklärt. Das reicht völlig für eine grössere Pizza, die man in der Runde teilen kann, bevor die nächste in den Ofen wandert.
Unabhängiger Strom dank USB-C
Dann das mit der Powerbank. Ich verstehe, dass es für den Drehteller im Ofen und auch für die Anzeige Strom braucht. Lobenswert ist, dass ich entweder direkt Strom über USB-C oder eine Powerbank anschliessen kann. «Outdoorchef» verzichtet zum Glück auf einen verbauten Akku, im schlimmsten Fall mit eigenem Ladekabel.

Trotzdem würde ich mir eine Art Ablage für die Powerbank wünschen, damit sie nicht frei neben dem Ofen herumliegt. Hier könnte man für eine nächste Version nachhelfen. Neben dem Touchscreen und den schlecht beschrifteten Gasreglern sind das meine einzigen Kritikpunkte. Sonst liefert «Outdoorchef» mit dem ersten Pizzaofen im Sortiment ein einfach zu bedienendes, sinnvoll designtes Gerät. Als Laie gelingen mir die Pizzen (mit etwas Übung) gleichmässiger und besser, weil ich die Kontrolle über Unter- und Oberhitze habe und der drehende Pizzastein für ideale Hitzeverteilung sorgt.
Fazit
Ein Pizzaofen, der für gutes Gelingen sorgt
Pro
- Ober- und Unterhitze separat regelbar
- Pizzastein dreht automatisch
- grosse Hitze möglich
- Strom über USB-C, Powerbank möglich
Contra
- Touchscreen
- Drehregler schlecht beschriftet

Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.
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