Ist deine Foundation mit deiner Pflege kompatibel?

Ist deine Foundation mit deiner Pflege kompatibel?

Natalie Hemengül
Zürich, am 27.05.2021
Erst die Pflege, dann das Make-up. Dicke Freunde werden die beiden nicht immer. Die Folge? Separierung. Warum das so ist und was du dagegen tun kannst.

Frisch aufgetragenes Make-up sieht schön aus. Nur ist die Zeit sein Feind. Und manchmal auch deine Pflege. Denn was du darunter trägst, ist wichtiger, als du vielleicht vermutest. Foundations und Pflegeprodukte sollten inhaltsstofftechnisch kompatibel sein. Sind sie es nicht, merkst du es bereits nach kurzer Zeit: Das Make-up separiert sich und sieht fleckig aus.

Warum ist das so?

Basiswissen

Laut Michelle Wong, Doktorin der Chemie und Wissenschaftsbloggerin, ist eine Foundation primär ein Gemenge aus zwei Inhaltsstoffen – zum Beispiel Wasser und Öl – die sich lediglich durch das Beimengen eines Emulgators (ein Hilfsstoff) mischen lassen. Betrachtest du das Gemisch unter einem Mikroskop, siehst du, dass kleine Tropfen der einen Flüssigkeit von der anderen Flüssigkeit umgeben sind. Anders gesagt: Die kleinen Tröpfchen, auch innere Phase genannt, schwimmen dank eines Emulgators in der anderen Flüssigkeit, der äusseren Phase. Dort befinden sich in der Regel auch die Pigmente einer Foundation. Auf das Beispiel mit Öl und Wasser angewandt, heisst das: Winzig kleine Öltröpfchen verteilen sich im Wasser und trennen sich nicht davon. Das Öl ist dabei die innere Phase, das Wasser die äussere.

Es gibt zahlreiche Foundations: Jede setzt auf ein anderes Gemisch, wie zum Beispiel Wasser-in-Öl, Öl-in-Wasser oder – womit die meisten Hersteller arbeiten – Wasser-in-Silikon. Eine Foundation verträgt sich dann am besten mit deinem Primer oder deiner Creme, wenn beide Produkte dieselbe äussere Phase besitzen, auch Basis genannt. Auf diese Weise lassen sie sich gut mischen. Bei einer Wasser-in-Silikon-Foundation sollte die äussere Phase deiner Pflege also ebenfalls Silikon sein. Unterscheiden sich die äusseren Phasen hingegen, stossen sich die Produkte ab.

Trägst du eine silikonbasierte Foundation über einer wasserbasierten Creme auf, kann das Hautbild rasch fleckig aussehen, da sich Silikone weder mit Wasser noch mit Öl mischen lassen. Durch diese Inkompatibilität sammeln sich an gewissen Stellen auf deiner Haut Pigmente an und es bilden sich Klümpchen.

Ganz schön kompliziert, ich weiss.

Jetzt darfst du Sherlock spielen

Kennst du die äusseren Phasen deiner Produkte, kannst du abschätzen, ob sie sich vertragen oder nicht. Nur deklarieren die Brands auf ihren Produkten nicht, welche äussere Phase sie bei der Herstellung verwendet haben. Das wäre auch zu einfach. Es gibt laut Wong aber Anhaltspunkte, an denen du dich orientieren kannst, um dies herauszufinden.

Inhaltsstoffe:
Die Reihenfolge, mit der die Ingredienzien eines Produkts gelistet werden, hängt von der anteilsmässig enthaltenen Menge des jeweiligen Inhaltsstoffs ab. Das heisst, steckt in deiner Foundation mehr Wasser als andere Inhaltsstoffe, wird Wasser als Erstes gelistet und so weiter. Nun ist es aber so, dass nur weil Wasser am Anfang der Liste steht, es nicht automatisch die Basis respektive die äussere Phase eines Produkts repräsentiert. Das wäre ein Trugschluss.

Silikone als Inhaltsstoff können ein Hinweis darauf sein, dass die Basis Silikon ist.
Silikone als Inhaltsstoff können ein Hinweis darauf sein, dass die Basis Silikon ist.

Ein Beispiel dazu: Ist die äussere Phase einer Foundation Silikon und die innere Phase Wasser, so heisst das nicht automatisch, dass das Gemisch mehr Silikon als Wasser enthält. Sie kann durchaus mehr Wasser als Silikon enthalten. Und dadurch wird der Inhaltsstoff Wasser in der Liste aller Ingredienzien noch vor Silikon gelistet, obwohl das Produkt silikonbasiert ist. Die Reihenfolge der Inhaltsstoffe gibt also keine Auskunft darüber, mit welcher äusseren Phase du es zu tun hast.

Gemäss Michelle Wong kann sich ein Blick auf die Liste aber trotzdem lohnen. Laut der Expertin werden heutzutage fast alle flüssigen Foundations aus einer Wasser-in-Silikon-Mischungen hergestellt. Ist ein Silikon an einer der ersten vier Stellen der Inhaltsstoffliste vertreten, kannst du fast sicher sein, dass Silikon die Basis deiner Foundation ist. An welchen Wort-Endungen du Silikone erkennst, erfährst du hier.

Textur:
Was aber, wenn kein Silikon im Kader gelistet ist? Dann empfiehlt Wong, die Textur unter die Lupe zu nehmen. Sie kann ebenfalls Hinweise zur Zusammensetzung deiner Foundation liefern: Wasserbasierte Foundations beispielsweise sind meist flüssiger, während dicke, balmige Foundations sowie Sticks mit hoher Wahrscheinlichkeit ölbasiert sind. Auch die Textur deiner Pflege kannst du auf diese Weise analysieren: Wasserbasierte Pflegeprodukte ziehen tendenziell schneller ein und sind dünnflüssig, während ölbasierte Produkte reichhaltiger und dicker sind. Ausserdem fühlen sich Cremes, die öl- oder silikonbasiert sind, eher fettig an. Im Zweifelsfall kannst du überprüfen, ob sich die Pflege mit Wasser abwaschen lässt oder nicht. Klappt das nicht, handelt es sich bei der äusseren Phase sehr wahrscheinlich um Öl oder Silikon.

Bei diesen Tipps handelt es sich lediglich um Leitlinien. Je nach Formel und Dosierung einzelner Inhaltsstoffe können auch Produkte mit unterschiedlicher Basis harmonisch zusammenarbeiten. Studieren ist gut, Ausprobieren besser. Am besten mit Gratismüsterchen oder Testern.

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Natalie Hemengül
Natalie Hemengül

Editor, Zürich

Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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