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Silikone im Haar - Freund oder Feind?

Ich verzichte nun schon seit einem Jahr auf silikonhaltige Pflegeprodukte. Mein Haar hat es mir gedankt. Aber warum?

Als ich vor neun Jahren den Drang verspürte, mir meine Mähne platinblond zu färben, hatte ich es zum ersten Mal mit stark pflegebedürftigem Haar zu tun. Durch das Aufhellen wurde es trocken und spröde. Fast schon leblos. Dennoch war ich überrascht, dass ich mit der vermeintlich richtigen Pflege etwas bewirken konnte. Ich hatte sogar das Gefühl, dass ich den angerichteten Schaden zu einem gewissen Grad reparieren konnte. Heute weiss ich, dass das Quatsch ist. Es waren die Silikone in Shampoo, Conditioner und Maske, die mein Haar damals «reanimierten». Die Lösung war allerdings nur von kurzer Dauer, da dieser Inhaltsstoff nicht nur Vorteile mit sich bringt.

Mehr Shine als Sein

Du kannst zwischen zwei Silikon-Arten unterscheiden: den Wasserlöslichen und den nicht Wasserlöslichen. Erstere lassen sich mit einer einfachen Haarwäsche wieder aus dem Haar entfernen und werden von den Herstellern als «hochwertig» bezeichnet. Das nicht wasserlösliche Silikon hingegen bleibt an deinem Haar haften. Bei einer regelmässigen Anwendung sammelt es sich auf der Haaroberfläche an und bildet darauf eine Schicht, die das Haar ummantelt. Da kaputtes Haar häufig keine Schuppenschicht mehr besitzt, wirkt hier das Silikon als eine Art Ersatz. Dieser Schutzmantel lässt deinen Kamm besser gleiten und glättet deine Mähne, sodass das Licht reflektiert wird. Das nehmen wir dann als Glanz wahr, den wir fälschlicherweise mit gesundem Haar gleichsetzen. Auch ein gefärbter Schopf profitiert vom Silikonfilm, weil die Farbe dadurch länger erhalten bleibt. Silikon kaschiert ungesundes Haar, repariert es aber nicht.

Leider beschwert das Silikon dein Haar, wodurch es platt aussieht und sich so anfühlt, als würde es schnell nachfetten. Weil der Schutzfilm verhindert, dass Pflegestoffe ins Haar eindringen, trocknet das Haar mit der Zeit von innen aus und wird spröde. Silikone können auch die Poren auf deiner Kopfhaut verstopfen. Dadurch kommt es zu Schuppenbildung oder Reizungen. Nicht zuletzt gelangen Silikone in unsere Gewässer. Da es sich hierbei um einen aus Erdöl gewonnenen Kunststoff handelt, sind sie nicht biologisch abbaubar. In der Herstellung werden sie verwendet, weil sie gut verträglich sind und eine günstigere Alternative zu teuren, pflanzlichen Ölen darstellen.

Ohne geht's auch

Platinblond bin ich heute nicht mehr und daher auch nicht darauf angewiesen, meinem Haar Erste Hilfe zu leisten. Deshalb habe ich mich vor einem Jahr dazu entschieden, Silikonen den Rücken zuzukehren. Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen, wie du Silikonrückstände schnell aus deinen Haaren waschen kannst. Ich selbst bin auf silikonfreie Produkte umgestiegen. Den Rest hat die Zeit für mich erledigt. Wenn auch du darauf verzichten willst, erkennst du Silikone in der Regel an Endungen wie «-xane», «-cone», «-conol». Um eine lange Auseinandersetzung mit Inhaltsstofflisten zu vermeiden, kannst du wie ich auf die Codecheck App zurückgreifen. Mit ihr kannst du den Strichcode eines Produkts einscannen und du erfährst sofort, ob Silikone darin enthalten sind.

Mein Haar fühlt sich seither viel leichter und voluminöser an. Selbst mein Rossschwanz, der früher ganz traurig an meinem Hinterkopf herunter hing, besitzt heute mehr Schwung und Spannkraft. Meine Mähne muss ich weniger häufig waschen, weil ich nicht mehr das Gefühl habe, dass sie schon nach einem Tag fettig wird. Wenn du strapaziertes Haar hast, erzielst du mit silikonhaltigen Produkten schnell gute Ergebnisse und sorgst dafür, dass dein Haar gesund aussieht. Meiner Erfahrung nach hält dieser Effekt aber nicht lange an. Früher oder später wirst du andere Massnahmen ergreifen müssen, um dein Haar gesund zu bekommen. Nicht nur dein Haar wird es dir danken, sondern auch die Umwelt.

Apropos danke: Klick doch mal kurz auf das schwarze «Autor folgen»-Knöpfchen neben meinem Profil. 😛

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Natalie Hemengül, Zürich

  • Editor
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

6 Kommentare

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User traumwanderin

Ich mach das jetzt auch schon seit gut einem halben Jahr, Haare NUR mit Spülung waschen die weder Silikon, Alkohole oder Parabene beinhaltet. Anfangs hatte ich angst das die Haare verfetten oder sich nicht mehr Kämmen lassen. Das genaue Gegenteil ist der Fall, die Haare verfetten viel weniger und wären 24/7 kämmbar wenn ich dass denn wollte, will meine Haare aber nicht kämmen da sie so besser fallen weil keine Silikone mehr beschweren.

06.05.2019
User Natalie Hemengül

Vom Co-Washing höre ich auch nur Gutes :) Kann mir absolut vorstellen, dass das besser funktioniert, als mit Shampoo.

08.05.2019
User fujifilm

Das klingt spannend. Was sind denn das für Spülungen? Hast du einen Tipp für mich? Bin noch am ausprobieren und irgendwie werden meine Haare mit dem festen Shampoo einfach nur schwer, fettig und plampig.

08.05.2019
Antworten
User fujifilm

Ich bin auch umgestiegen auf festes Natur-Shampoo vor eineinhalb Monaten. Ich habe viel, dickes Haar und das ist nun aber ziemlich borstig. Vorher reichte 1x pro Woche waschen (ja, echt!) und jetzt muss ich häufiger, was mich nicht stört. Das struppige Haar jedoch ist einfach nicht so schön, glanzlos und eher platt. Gibt es einen Ersatz für Conditioner/Balsam, resp. eine Art natürliche Spülung? Und was nehmt ihr anstelle vom Öl?

06.05.2019
User Natalie Hemengül

Also ich benutze mittlerweile auch nur noch ein festes Shampoo und verzichte ganz auf Conditioner. Dafür trage ich bei jeder Haarwäsche die Garnier Hair Food Maske auf (nur in die Längen). Auf Öl in den Spitzen verzichte ich nicht, nehme immer etwas Arganöl, hab da leider auch keine Alternative auf Lager :S

08.05.2019
User fujifilm

Ok, ich muss wohl noch bizli testen. Genau diese Haarmaske habe ich gestern bestellt - auf deine Empfehlung - und bin gespannt. Denke aber eher, dass es bei mir am Shampoo liegt; das falsche oder zu viel oder falsch aufgetragen? Hast du schon einen Favorit? Was ist Arganöl resp. welches hast du?

08.05.2019
Antworten