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Zum Klimastreik: Fake-Poulet gegen den Kollaps

Heute streiken auf der ganzen Welt junge Menschen und fordern den Klima-Notstand. Seit Wochen lehren sie Firmen und Politikern mit dieser Aktion das Fürchten. In Zürich wird auch Lukas Böni von «Planted» mitlaufen. Er selbst hat mit seinem Startup längst mit dem Umdenken begonnen.

«Planted» will im Frühsommer erstmals pflanzliches Pouletfleisch verkaufen. Erbsenprotein und andere pflanzliche Proteine und Fasern sind die Grundlage für das Produkt, das eine verblüffend ähnliche Struktur wie Poulet hat. Dahinter steckt viel Tüfteln. Zwei Lebensmittelwissenschaftler haben es entwickelt, Ökonom und Co-Founder Pascal Bieri kümmert sich bei «Planted» um den wirtschaftlichen Teil. «Wir helfen die Umwelt zu schützen, indem wir viel weniger CO2 ausstossen, weniger Wasser verschwenden und Land verbrauchen» sagt Pascal Bieri, während er gerade eine Bratpfanne voll «Planted Chicken» anbrät. Wir haben uns im Restaurant «Bellavista» an der ETH verabredet. Er präsentiert dort exklusiv für die geladenen Gäste eines Startup-Wettbewerbs das «Planted Chicken» und kocht es gleich selber.

Pascal Bieri und seine zwei Mitgründer wollen mit «Planted» den Lebensmittel-Markt aufmischen

Mit veganem Fleisch zum dritten Platz

Kurz zuvor hat «Planted» im Saal nebenan beim Wettbewerb den dritten Platz belegt. Zehn Startups sind angetreten und haben ihre Produkte in einer dreiminütigen Präsentation, einem sogenannten «Pitch», vorgestellt. Das Publikum und ein Expertengremium konnten die Präsentationen danach bewerten. Vorherrschendes Thema: Nachhaltigkeit. Nachhaltige Dämmaterialien, nachhaltiger Beton und nachhaltige Ernährung. Das Ziel von «Planted»: Partner aus dem Gastro- und Foodbereich finden für den nächsten, grossen Schritt. «Wir werden voraussichtlich ab Herbst dieses Jahr eine Finanzierungsrunde anstreben» sagt Bieri.

«Bis jetzt haben wir durch das ETH Pioneer Fellowship 150'000 Franken erhalten. Entstanden ist die ganze Firma nämlich aus meiner Masterarbeit», sagt der dritte Mitgründer Eric Stirnemann, während er aufgeschnittene Baguettes mit Gemüse, Sauce und Fleischstücken füllt. «Es ist der absolute Trend im Moment. Umweltbewusst und vegetarisch ernähren und trotzdem nicht auf den Biss und die faserige Struktur von Fleisch verzichten». Ähnliche Startups aus den USA haben dreistellige Millionenbeträge von namhaften Investoren erhalten, darunter Microsoft-Gründer Bill Gates oder Google. Diese Firmen imitieren Rindfleisch, während «Planted» sich auf Poulet konzentriert und sich so abheben will.

(Noch) so teuer wie Bio-Poulet

Zunächst gibt es «Planted Chicken» noch nicht im Kühlregal. «Im Mai wollen wir ein paar wenige Restaurants beliefern und schauen, wie es läuft», sagt Business-Mann Pascal. So ist gewährleistet, dass Produkte immer verfügbar sind. «Würden wir schon zu Beginn in den Detailhandel, könnte es böse Überraschungen geben. Wir haben noch nicht die Kapazität dafür», gibt Eric zu Bedenken. Zum Verkaufsstart in den Restaurants dürfte «Planted» ähnlich teuer sein, wie Bio-Pouletfleisch. Je mehr Erfolg, desto günstiger wird das Produkt im Laufe der Zeit.

Eric, Lukas und Pascal von Planted (v.l.n.r)

Die Weichen für den Erfolg sind gestellt: Der Klimawandel war noch nie so ein allgegenwärtiges Thema wie jetzt, vor allem bei den Jungen. Dank dem weltweiten Klimastreik oder der 16-ährigen Jung-Aktivistin Greta Thunberg, die schon vor der UNO gegen den Klimawandel kämpfte, werden grosse Firmen zum Umdenken gezwungen. Diesen Schwung kann «Planted» ausnützen.

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Simon Balissat, Zürich

  • Editor
Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.

5 Kommentare

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Es gelten die Community-Bedingungen.

User _saem_

Fleisch ohne Fleisch kann per Definition kein Fleisch sein. Vielleicht müsste man ein neues Wort für so was erschaffen? Vegisch, Vleisch oder Vegansch

15.03.2019
User nicci1995

Veganes Fleisch ist kein Fleisch...

15.03.2019
User Anonymous

Ich war am Event dabei und war skeptisch gegenüber dem Konzept. Sollte ich es wirklich probieren? All diese veganen Würste sind ja meistens doch nur Chemie und ein Marketing-Gag. Die Wissenschaft dahinter klang schon mal sehr viel versprechend. Der Geschmack und auch das Gefühl beim Abbeissen waren dann auch super. Ich würde es mir jetzt nicht als Bio-Poulet Ersatz kaufen, aber wenn der Preis schon bald stimmt ist es für mich eine gesunde, feine und proteinreiche Alternative zu Fleisch

16.03.2019
User nietzsche

Das Fleisch kann man noch einfacher durch Gemüse ersetzen. Warum nicht ein Sandwich mit Olivenöl, Tomaten, Oliven und Basilikum anrichten. Auf Fleisch zu verzichten hat objektiv gesehen nur Vorteile. Es ist mit grösster Wahrscheinlichkeit besser für die Gesundheit und die Umwelt: ft.com/content/ed2ac0cc-bba...

16.03.2019
User Shadowchild

Eintrag Wikipedia:
Fleisch (von ahd. fleisc) bezeichnet im Allgemeinen Weichteile von Mensch und Tieren. Im Besonderen steht der Begriff für Teile von Säugetieren und Vögeln, die zur Ernährung des Menschen genutzt werden. Dazu zählen neben Muskelgewebe mit Fett- und Bindegewebe auch Sehnen sowie bestimmte innere Organe. Im Weiteren wird Fleisch auch zur Bezeichnung für die als Nahrungsmittel genutzten Weichteile wechselwarmer Tiere wie Fische, Krebse, Muscheln und Schnecken verwendet;[1] verbreitet sind Wortzusammensetzungen wie Krebsfleisch oder Muschelfleisch.

Somit ist die bezeichnung Fleisch für solche sachen irreführend.
Würde es nicht unter dem deckmantel öko usw laufen, hätten die herren sicher schon lange eine anzeige am hals.

20.03.2019