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Essen + TrinkenWissen 03

Weindegustation: Verwende deine Sinnesorgane richtig

Der Weinkenner mustert den Wein mit den Augen, schwenkt das Glas, schnuppert daran und nimmt einen Schluck. Wenn das Glas leer ist, wird die Nase nochmals als Sinnesorgan eingesetzt. Dies ist wirklich kein Getue – um alle Facetten eines Weines wahrzunehmen, ist dieses Prozedere nötig. Welche Schlüsse der Feinschmecker daraus zieht, erkläre ich dir hier.

Eine Weindegustation wirkt auf Aussenstehende wie ein Ritual. Die Profis gehen alle nach demselben Muster vor. Doch der Ablauf einer Degustation hat einen Zweck. Kein anderes Getränk weist die gleiche Vielfalt an Eindrücken auf wie der Wein. Nur mit Augen, Nase und Gaumen nimmst du ihn in all seinen Ausprägungen wahr.

Das Auge

Die Farbe des Weins hältst du zum Prüfen schräg gegen eine helle Oberfläche. Häufig ist der Tisch mit einem weissen Tuch überzogen, was genau aus diesem Grund dort platziert ist. Ein Wein muss eine klare und brillante Farbe aufweisen. Ist er trüb, milchig oder flockig, stimmt was nicht. Wirkt er wässerig, so kann es einen Hinweis auf einen zu alten Wein sein. Beeinflusst wird die Farbe durch verschiedene Faktoren. Die sogenannten «Kirchenfenster» oder auch «Tränen», die beim Schwenken entstehen, sind übrigens kein Qualitätsmerkmal. Alkoholreiche Weine erzeugen stärkere Tränen und spitzbogige Kirchenfenster, alkoholarme Weine schwächere Tränen und rundbogige Kirchenfenster.

Die Nase

Zuerst schwenkst du das Glas. Bist du ungeübt oder wie ich ungeschickt, kannst du das Glas auch auf den Tisch stellen und mit dem Fuss einen Kreis ziehen. Durch die Bewegung lösen sich flüchtige Aromen und vermischen sich mit Sauerstoff. Anschliessend geht es ans Schnuppern. Tauche deine Nase ins Glas und atme das Duftbouquet ein. Ob mit einem tiefen Luftzug oder kurzen Zügen, das macht keinen Unterschied.

Der Gaumen

Sobald du den Wein deinem Mund zuführst, kannst du den Wein ertasten. Ist er samtig, seidig, weich, hart, wuchtig, trocken oder gar ölig? Zieh durch die Lippen Luft ein und verwirble den Wein mit einer kauenden Bewegung. Der Wein verteilt sich so in deinem ganzen Mund und alle Geschmacksknospen werden angesprochen. Durch dein Schlürfen wird ein Luftwirbel erzeugt, der die Aromen in den gesamten Rachenraum verteilt.

Mehr zum Thema Aromen:

Der Abgang

Ob du den Wein nun schluckst, ist dir überlassen. Profis spucken den Wein nach dem Degustieren meist in ein Gefäss. Ein wirklicher Profi kann auch so noch die Länge des Abgangs feststellen. Im privaten Rahmen kannst du den Wein durchaus schlucken, denn erst beim Trinken nimmst du die ganzen Aromen und Facetten wahr. Wenn das Glas leer ist, kannst du nochmals deine Nase ins Glas stecken, um die Grundaromen zu erfassen.

Kann jeder einen Wein beurteilen?

Diese Methode, einen Wein zu probieren, genügt nicht, um die Qualität zu bewerten. Klar kann ein Laie subjektiv sagen, ob der Wein schmeckt oder nicht. Um jedoch objektiv den Wein nach Struktur zu beurteilen, brauchst du zusätzliches Wissen und vor allem viel Erfahrung. Wenn du nicht weisst, wie der betroffene Wein schmecken soll, kannst du keinen Vergleich anstellen. Richtige Weinprofis können durch Quervergleiche die Typizität eines Weines besser einordnen. Dies bedeutet, er trinkt andere Weine der Region aus demselben Jahrgang und derselben Traube. Auch den Abgang kann man besser beurteilen, wenn man sich mit der Materie gut auskennt. Was ebenfalls wichtig ist, dass man den Wein nie aus der Erinnerung beurteilt, sondern direkte Vergleiche anstellt. So denkt ein Laie vielleicht, dass der Wein beim letzten warmen Sommerabend besser war als derselbe Wein, den er als Ausklang des Tages auf dem Sofa getrunken hat.

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Reisen in asiatische Länder, leckere Rezepte und laue Sommerabende mit Freunden machen mich glücklich. Wenn ich nicht für Galaxus über Themen rund um Genuss und Essen recherchiere, unternehme ich gerne Sachen unter freiem Himmel. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Impulsen, welche mein und das Leben anderer farbiger und fröhlicher gestalten.

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