Wein aus dem Tetrapack macht noch keinen Campingurlaub
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Wein aus dem Tetrapack macht noch keinen Campingurlaub

Carolin Teufelberger
Zürich, am 23.05.2019
Zelt, Isomatte, Schlafsack und los geht’s. So habe ich mir das gedacht und schnell gemerkt: Ein bisschen mehr braucht’s für einen gemütlichen Campingurlaub schon.

Ich mag Camping. Du bist draussen, alles scheint unkompliziert und du beschränkst dich auf das Nötigste. Letztes Jahr habe ich das aber etwas übertrieben. Total kopflos bin ich mit meinem Freund einen Tag nach meinem Geburtstag in Richtung Italien abgedüst. Nach etwas Stau am Gotthard und einem Gang auf die allseits beliebten Raststätten-Toiletten, waren wir am Ziel.

Uns erwartete ein wunderschöner Campingplatz mit toller Aussicht. Schnell ging ich zum Auto zurück, um unsere Sachen zu holen. Die Stimmung hätte nicht besser sein können. Die trübte sich schnell, als ich mich auf dem Weg bei «meinen Nachbarn» umsah. Mir wurde schlagartig bewusst, dass wir mit zu leichtem Gepäck reisen. Die holländischen Familien brachten Gasgrills, Fahrräder und sogar Lichterketten mit. Wir hatten weder Licht noch Stühle, dafür Wein aus dem Tetrapack. Damit machten wir es uns am Boden vor unserem Zelt gemütlich und lamentierten über die fehlende Ausrüstung.

Ein Karton Wein half uns über unser fehlendes Organisationstalent hinweg.
Ein Karton Wein half uns über unser fehlendes Organisationstalent hinweg.

Während der paar Tage in Italien habe ich vor allem etwas Licht vermisst. Nachts aufs Klo zu gehen oder abends ein gutes Buch zu lesen, war relativ schwierig. Eine kleine Taschenlampe oder Laterne hätte einen grossen Unterschied gemacht.

Die Toilette spielte auch bei meinem nächsten Problem eine essenzielle Rolle. Dort habe ich mein Handy unbeaufsichtigt aufgeladen. Es ging alles glimpflich aus, trotzdem hätte ich mich wohler gefühlt, mein Smartphone in Reichweite zu haben. Auf der Parzelle gab’s aber nur Starkstrom, der nicht auf ein olles Ladekabel ausgerichtet ist. Nächstes Mal setze ich auf die Kraft der Sonne und nehme einen Solar-Akku mit.

Was mich immer wieder beschämt – neben allem anderen in diesem Beitrag –, ist, dass ich kein Sackmesser besitze. Es gehört zum Schweizer Kulturgut und ist einfach praktisch. Hätte ich eines dabeigehabt, hätte ich zum Beispiel auf den Wein im Tetrapack verzichten und mir einen edlen Tropfen in der Glasflasche gönnen können. Integriertem Korkenzieher sei dank.

Das Trinkproblem wäre gelöst, bleibt noch das Essen. Das haben wir stets in Restaurants zu uns genommen. Pizza geht zwar immer, dennoch hätte ich gerne einmal gemütlich auf der eigenen Parzelle grilliert. Liegt vielleicht daran, dass mir allabendlich Grillgeruch seitens der benachbarten Proficamper in die Nase stieg.

Natürlich fehlte uns noch viel mehr, das ist mir unter anderem während der Lektüre des Camping-Beitrags von Kollege Bardelli aufgefallen. Immerhin haben wir uns vor Ort in einem beliebigen Tante-Emma-Laden noch zwei billige Campingstühle besorgt und nach zwei Tagen gemerkt, dass die Starthilfe im Kofferraum eine kleine LED-Lampe besitzt. Ab dann wurde es schon fast gemütlich.

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Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Editor, Zürich
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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