So reinigst du deinen Grill richtig

So reinigst du deinen Grill richtig

Carolin Teufelberger
Zürich, am 16.03.2019
Rot schimmernde Glut, saftiges Fleisch und melodisches Zischen im Hintergrund. Daran denke ich beim Grillieren. An die anschliessende Reinigung eher weniger. Trotzdem muss sie sein.

Putzen gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben. Egal, ob es sich um Staubsaugen, Abwasch oder Abstauben handelt. Es gibt keinen Moment, wo ich richtig Lust darauf habe. Das ganze Gefasel von wegen therapeutisches Saubermachen habe ich nie verstanden. Diese Denkweise beschränkt sich nicht nur auf die Wohnung. Auch das Putzen des Grills macht mir deutlich weniger Spass als das Grillieren selbst, wie du wahrscheinlich nachvollziehen kannst. Aber es gehört dazu, damit dein Grillgut jedes Mal schmeckt. Das sehe auch ich als Putzmuffel ein.

Die gute Nachricht vorweg. Den gesamten Grill musst du nur einmal pro Saison putzen. Das hast du vielleicht schon nach dem letzten BBQ getan. Vielleicht musst du aber auch jetzt ran, weil der Grill sofort in den Winterschlaf gewandert ist. Getreu dem Leitsatz: «Aus den Augen aus dem Sinn.» Ist dies der Fall, musst du dir dein Würstchen erst verdienen.

Komplettreinigung

Entferne erst alle möglichen Teile am Grill. Diese kannst du im Lavabo mit etwas Spülmittel reinigen. Den Garraum säuberst du mit nassem Küchenpapier vor und danach mit Schwamm und Spüli hinterher, um auch Fettspuren loszuwerden. Bei hartnäckigen Verkrustungen gehst du vorsichtig mit einem Holzschaber drüber.

Auch von aussen soll der Grill was hermachen. Dafür gehst du entweder mit warmem Wasser und Spülmittel drüber oder mit einem speziellen Oberflächenreiniger zum Beispiel für Edelstahl. Übe wenig Druck auf den Lack aus, um diesen nicht zu beschädigen. Nach kurzem Putzen sollte das Ding wieder so stark glänzen, dass sich die Elstern schon die Flügel reiben.

Die nächsten Schritte solltest du nicht nur einmal im Jahr tun, sondern nach jedem Grillen. Es handelt sich dabei um die Reinigung des Rosts, der Fettauffangschale und das Entsorgen der Asche/Kohle. Das gibt noch genug zu tun. Aber: Je regelmässiger du dich darum kümmerst, desto weniger Zeit musst du pro Putzeinsatz investieren. Die Art und Weise unterscheidet sich von Grilltyp zu Grilltyp.

Holzkohlegrill

  • Warte bis der Grill vollständig abgekühlt ist.
  • Weg mit der Kohle. Am besten in einen verzinkten Eimer.
  • Auch die Asche muss weichen.
  • Den Rost kannst du mit speziellen Sprays reinigen. Etwas einwirken lassen und mit einem feuchten Schwamm abwischen.
  • Hartnäckige Verkrustungen am Rost löst du mit einem Schaber.

Gasgrill

  • Auch hier beginnst du erst mit dem Säubern, wenn der Grill kalt ist.
  • Entferne die Fettauffangschale und reinige diese mit Wasser und Spülmittel. Reicht dies nicht, kannst du auch zu einem fettlösenden Reiniger greifen.
  • Schalte den Brenner ein, drücke die Zündung und schliesse den Deckel. Der Grill wird ausgebrannt.
  • Durch die Hitze verwandeln sich Fleischrückstände und Marinade in Asche, wobei Rauch entsteht. Sobald keine Rauchzeichen mehr zu sehen sind, ist die Arbeit getan. Das dauert in der Regel etwa 30 Minuten.
  • Entferne die Überreste mit einer Edelstahlbürste.
  • Wenn du willst, kannst du den Rost noch einölen. Dabei wird nicht nur überschüssige Asche entfernt, sondern eine Art Antihaftschicht gebildet.

Elektrogrill

  • Und wieder lässt du die Finger vom Grill, solange dieser noch warm ist.
  • Schaue lieber nochmals nach, ob du den Stecker wirklich gezogen hast.
  • Entferne die Wanne und wasche diese mit Wasser und Spülmittel ab.
  • Bürste den Grillrost sauber, verzichte dabei aber auf Stahlwolle.
  • Falls die Heizelemente voller Rückstände sind, kannst du diese ganz vorsichtig abkratzen.
  • Wische innen und aussen mit einem feuchten Tuch und etwas Reiniger drüber.

Prophylaxe

Am einfachsten geht die Reinigung, wenn du den Grill erst gar nicht dreckig werden lässt. Abdeckhauben schützen den Grill von aussen und Tropfschalen schützen den Rost. Damit grillst du indirekt und fängst den Bratensaft auf, weshalb sich die Methode nicht für Kurzgebratenes eignet.

Und was ist mit Hausmitteln?

Wie so oft beim Putzen, gibt’s auch für die Grillreinigung einige einfache Hausmittelchen, auf die du zurückgreifen kannst. Sie funktionieren genauso gut wie professionelle Putzmittel. Darum solltest du sie eigentlich immer zu Hause haben.

Zeitungspapier Jeder kennt das Problem: Obwohl du keine Zeitung abonniert hast, ist der Briefkasten immer voll mit Anzeigen und Magazinen bestimmter Supermärkte. Nach kurzem Durchblättern wandern sie ins Altpapier. Sie können aber auch für die Grillreinigung eingesetzt werden. Wickle deinen Rost in feuchtes Zeitungspapier ein und lasse das Ganze mindestens drei Stunden einwirken. Durch die Feuchtigkeit und die Druckerschwärze weichen Verkrustungen auf und lassen sich danach einfach abbürsten.

Backpulver Backpulver lässt nicht nur deinen Kuchen aufgehen, sondern auch deinen Rost glänzen. Lege ihn dazu in eine Wanne, bestreue ihn grosszügig mit Backpulver und fülle so viel Wasser ein, dass der gesamte Rost bedeckt ist. Durch die Reaktion zwischen Wasser und Backpulver werden Fett und Verkrustungen gelöst.

Alufolie Deine Grillbürste hat ihre besten Tage hinter sich? Dann nimm alternativ Alufolie zur Hand. Zusammengeknüllt reinigt auch sie deinen Rost. Ich würde mir aber trotzdem eine neue Grillbürste kaufen, denn mit der Alufolie geht’s länger und ist etwas anstrengender.

Die mühsame Arbeit ist vorbei, nun kannst du zum gemütlichen Teil übergehen. Lege Lappen, Bürste und Reinigungsspray aus der Hand und lass die / eine perfekte Glut sprechen.

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Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Editor, Zürich
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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