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Können Katzen Tricks lernen? Mein Versuch mit dem Klicker

Darina Schweizer
18.8.2026
Video: Valentina Sproge-Werndli
Schnitt: Valentina Sproge-Werndli
Mitarbeit: Pierre Niedegger

Jasper und Joy sind Meister im Nichtstun. Kann Klickertraining meine trägen Stubentiger in lernfreudige Trickkünstler verwandeln? Ich habe es ausprobiert.

16 Stunden Schlaf pro Tag? Was für mich traumhaft klingt, ist für meine Katzen ganz normal. Und wenn sie nicht schlafen, dösen sie oder starren ins Leere. Da frage ich mich manchmal, ob ihnen langweilig ist. Schliesslich fehlen Wohnungskatzen mit Balkonzugang viele Reize, denen Freigänger täglich begegnen. Deshalb möchte ich sie geistig stärker auslasten.

Eine gute Möglichkeit dafür ist Klickertraining. Es beschäftigt Katzen nicht nur, sondern sorgt auch für Abwechslung im Alltag. Ganz nebenbei lassen sich ihnen verschiedene Tricks beibringen. Laut Klickerexpertin Chris Gasser funktioniert das mit fast allen Katzen.

Dafür brauche ich drei Dinge: Leckerlis, einen ruhigen Ort und ein Klickgeräusch. Dieses erzeuge ich entweder mit meiner schnalzenden Zunge oder mit einem klackenden Klicker. Das ist ein denkbar simples Gerät mit einem Knopf zum Klicken und, bei einigen Modellen, mit einem Stab zum Ausfahren.

Fast wie ein Zauberstab. Darum: Time to let the magic happen.

1. Klicker und Snack verknüpfen

Als ersten Schritt müssen meine Katzen lernen, dass der Klicker etwas Positives bedeutet. Dafür klickere ich zuerst nur und gebe sofort ein Leckerli. Klick, Snack, Klick, Snack, Klick, Snack ... Chris rät, fünf Leckerlis zu geben, fünf Minuten Pause zu machen und danach nochmals fünf Mal zu belohnen. Und das Ganze fünfmal täglich.

Das gelingt ganz gut. Sowohl Jasper als auch Joy verstehen das Prinzip nach knapp einer Woche. Nur ich finde es ganz schön langweilig.

Aber ich merke: Dranbleiben lohnt sich. Nie lange, dafür regelmässig.

2. Den Targetstick berühren

Ein paar Tage später wage ich den zweiten Schritt. Ich fahre den Stab, den sogenannten Targetstick, aus. Ein bisschen fühlt sich das wie zaubern an. Jasper und Joy müssen nun die rote Kugel an der Stabspitze mit der Nase berühren. Zum Beispiel, indem sie ein Männchen machen. Erst dann gibt es eine Belohnung.

Macht Joy ein Männchen oder Weibchen? Egal, Hauptsache die Ausführung stimmt.
Macht Joy ein Männchen oder Weibchen? Egal, Hauptsache die Ausführung stimmt.

Das ist schon etwas kniffliger. Ich darf wirklich nur dann klicken, wenn sie die Kugel mit der Nase berühren. Entsprechend präzise muss mein Timing sein. Angeln sie den Stab mit den Pfoten herunter, gibt es keine Belohnung. Ansonsten verstärke ich das falsche Verhalten. Es vergehen mehrere Wochen, bis die Übung zuverlässig klappt. Aber Harry Potter wurde schliesslich auch nicht über Nacht zum begnadeten Magier.

3. Sich an Orte begeben

Ein Zauber entfaltet sich aber schon: Es beginnt, mir Spass zu machen. Ich bin motiviert für den dritten Schritt. Nun versuche ich, meine Katzen mit dem ausgefahrenen Targetstick an Orte zu bewegen. Catcio, sozusagen. Dafür platziere ich den Targetstick knapp vor ihrer Nase und lotse sie damit in eine bestimmte Richtung. Habe ich das Ziel erreicht, lasse ich sie den Targetstick berühren und belohne sie.

Sehr praktisch: Meine Katzen bringe ich nach rund einem Monat (mit Unterbrüchen, weil ich nicht konsequent genug bin) so auch in die Transportbox. Und zwar ohne dass sie strampeln und um sich schlagen wie gewöhnlich. Ein Zaubermittel ist der Klicker aber nicht: Er erleichtert zwar Situationen, aber er lässt Ängste nicht komplett verschwinden. Jasper und Joy jammern noch immer kläglich, wenn wir mit den Boxen die Wohnung verlassen.

Jasper ist bereit für die Fahrt in die Tierarztpraxis. Wenn ihm das bewusst wäre ...
Jasper ist bereit für die Fahrt in die Tierarztpraxis. Wenn ihm das bewusst wäre ...

Das zeigt mein Langzeittest

Nach knapp einem halben Jahr Klickererfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich. Joy hat derart einen Narren am Training gefressen, dass sie angeschossen kommt, wenn ich den Targetstick ausfahre. Jaspers Interesse hat nachgelassen. Ob es an den Snacks liegt? Ich werde es mal mit Fleischpaste probieren. Nicht bei jeder Katze braucht es die gleiche Überzeugungsarbeit.

Der Klicker hingegen ist eine Enttäuschung. Er ist so billig verarbeitet, dass alle Einzelteile klappern, wenn ich ihn schüttle. Immer wieder klemmt der Klickerknopf. So ist es mir schon mehrmals passiert, dass ich zu spät klickerte oder der Knopf plötzlich hervorsprang, als die Katzen noch gar nichts vollbracht hatten. Ich will doch keine Klickbetrüger!

Leider gibt es auf Galaxus zurzeit nur ein einziges Modell mit Targetstick. Und meine Suche in Tierfachgeschäften hat ergeben: Die meisten Klicker stammen wohl vom selben Hersteller aus China. Ein hochwertiges Modell habe ich nur bei einem anderen Online-Riesen gefunden. Zurzeit klären unsere Einkäuferinnen und Einkäufer ab, ob wir das Modell ins Sortiment aufnehmen. Bis dahin hantiere ich mit der Billigvariante.

Was mich betrifft: Ich klickere weiter. Dranbleiben ist das Wichtigste, denn nach einer längeren Pause können Tricks einrosten und die Katzen fallen ein paar Lernschritte zurück. Aktuell arbeite ich am Apportieren. Doch Joy knabbert noch lieber an der Stoffmaus, statt sie zurückzubringen. Es braucht wohl noch vieeeel Geduld, bis es «klick» macht.

Hast du mit deinen Tieren auch schon Klickertraining gemacht? Erzähle davon in einem Kommentar.

Fazit

Idee gut, Ausführung schlecht

Ein Klicker mit integriertem Targetstick wäre eine gute Idee. Wäre. Doch der Auslöseknopf klemmt regelmässig, und bei Bewegungen klappern die Einzelteile im Gehäuse. Die minderwertige Qualität des Geräts ist nicht nur spür-, sondern auch hörbar. Trotzdem tut er (mehrheitlich), was er soll.

Pro

  • integrierter Targetstick
  • handlich
  • Katzen reagieren auf das Klickgeräusch

Contra

  • schlechte Verarbeitung
Produktbild Trixie Target Stick (One Size, Erziehung)
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Trixie Target Stick

One Size, Erziehung

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Ich liebe alles, was vier Beine oder Wurzeln hat – besonders meine Tierheimkatzen Jasper und Joy sowie meine Sukkulenten-Sammlung. Am liebsten pirsche ich auf Reportagen mit Polizeihunden und Katzencoiffeurinnen umher oder lasse in Gartenbrockis und Japangärten einfühlsame Geschichten gedeihen. 


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