
Hintergrund
Ich liebe meine Katzenbabys, aber sie treiben mich in den Wahnsinn
von Debora Pape

Warum nicht den Stubentiger mit nach draußen nehmen und ihm an der Leine die Welt außerhalb der vier Wände zeigen? Damit er dabei nicht abhaut, braucht es ein gutes Geschirr zur Befestigung der Leine. Ich habe mir kürzlich ein neues gekauft.
Auf meinen Spaziergängen mit Katze sehe ich immer wieder staunende Blicke. Gassigehen mit Hund ist vollkommen normal, Katzen an der Leine sind hingegen kein alltäglicher Anblick. Daran werden sich die Gehfreudigen in meiner Umgebung aber gewöhnen müssen: Damit meine beiden einjährigen Katzengeschwister Bonnie und Balu auch die Welt außerhalb des Hauses zu sehen bekommen, nehme ich sie mit auf meine Spaziergänge im Wald.
Dafür braucht es neben dem guten Willen der Katze ein gut sitzendes Geschirr, an dem sich die Leine befestigen lässt. Bis Dezember nutzte ich einfache Geschirre aus schmalen Riemen – bis bei einem davon unterwegs der Haltering der Leinenbefestigung abriss. Das ist aber eine Geschichte, die ich dir vielleicht an anderer Stelle erzähle. Auf jeden Fall musste ich mich auf die Suche nach einem neuen Geschirr machen.

Zwei Dinge sind für ein Katzengeschirr nach meinen Erfahrungen wichtig: Am wichtigsten ist eine solide Verarbeitung, damit die Dinger nicht gleich kaputtgehen oder die Katze ausbüxen kann. Dafür sorgen ein Brustgurt und stabile Klickverschlüsse. Und dann muss das Geschirr auch gut sitzen, also an die Größe des Tieres anzupassen sein. Denn nur dann schränkt das Geschirr die Bewegungen der Katze nicht ein. Und sie kann auch nicht einfach herausschlüpfen.

Weil meine Katzen mir nichts über den Tragekomfort erzählen, lässt sich das nur durch Beobachtung herausfinden: Verhalten sie sich mit Geschirr anders, versuchen sie etwa, es abzustreifen? Hoppeln oder hinken sie merkwürdig? Oder scheinen sie das Geschirr gar nicht zu bemerken?
Gepolsterte, breite Gurte für eine bessere Verteilung von Zugkräften waren mir darüber hinaus sehr wichtig. Kater Balu legt gern schon mal ganz plötzlich einen Sprint ein und bekommt das Ende der Acht-Meter-Leine dann ruckartig zu spüren. Dabei soll er sich natürlich nicht weh tun.
Ich habe mehrere Geschirre verschiedener Hersteller bestellt und am Ende die beiden von LucyBalu in Größe XS/S behalten.
Das «Explorer» besteht aus einem gepolsterten Brust- und Rückenteil, die im Hals- und Bauchbereich durch verstellbare Textilriemen verbunden sind. Befestigt wird das Geschirr mit drei Klickverschlüssen: einer am Hals, zwei seitlich am Bauch.

Am Rücken ist ein in der Farbe des Textils lackierter Metall-Haltering fest vernäht. Leider ist der Lack nicht kratzfest und nutzt sich schnell ab. Das ist aber nicht schlimm: Die stabile Befestigung des Rings ist mir wichtiger, damit er nicht wie bei dem alten Geschirr bei ruckartiger Zugkraft einfach abreißt.
Obwohl Balu deutlich größer als seine Schwester ist, passt beiden das Geschirr in derselben Größe sehr gut, weil sich die Riemen anpassen lassen. Kleiner dürfte Bonnie aber nicht sein, noch enger geht der Halsgurt nicht. Balu fährt mit Größe S ebenfalls gut – da frage ich mich, für welche Großkatzen die Geschirrvariante M/L gedacht ist.

Damit ich die Geschirre nicht jedes Mal neu einstellen muss, habe ich für jede Katze zur besseren Unterscheidung eine andere Farbe gewählt. Bonnies Variante ist beige und hat acht Reflektorstreifen an der Ober- und Unterseite. Obwohl es sich um das gleiche Modell handelt, fehlen die Reflektoren am rosafarbenen Geschirr. Ich wundere mich darüber, für mich spielt das aber nur eine geringe Rolle, weil ich mit den Katzen ohnehin nur tagsüber raus gehe.
Im Fall der Fälle – sollte sich die Katze aus irgendeinem Grund losreißen – können die reflektierenden Streifen aber helfen, sie im Dunkeln zu sehen. Für den gleichen Fall ist eine kleine Brusttasche gedacht. Dort lässt sich ein Bluetooth-Tracker oder ein Zettel mit der Anschrift verstauen.

Mittlerweile habe ich die neuen Geschirre seit knapp drei Monaten an mehreren Tagen pro Woche für etwa eine Stunde in Benutzung. Weil Bonnie und Balu seit jungem Alter Geschirre tragen, haben sie sich auch an das neue schnell gewöhnt. Sie lassen es sich geduldig anlegen und es scheint sie beim Tragen nicht zu interessieren.

Sicher verschlossen können sich Klickverschlüsse nicht von allein öffnen. Sie sitzen bombenfest. Einmal habe ich aber bei Balu nicht richtig darauf geachtet und den Verschluss nur zusammengeschoben. Unterwegs rutschte die Zunge wieder heraus und der Kater stand dann mit offenem Halsgurt da. Seitdem achte ich bewusst auf das hörbare Klicken beim Schließen der Schnalle.
LucyBalu wirbt beim «Explorer» mit diesem Satz: «Ausbruchsicher raus gehen!». Das vermittelt eine Sicherheit, die es so aber nicht gibt. Panische oder unzufriedene Katzen können unglaublich wendig sein und ordentlich Kraft aufbringen. Ist das Geschirr dann am Hals nur ein wenig zu weit, kann sie es über den Kopf abstreifen. Als Faustregel gilt, dass zwei Finger zwischen Gurt und Katze passen sollten. Je nach Felldicke und Katzenquirligkeit ist es gar nicht so einfach, diesen Sweet Spot zwischen «eng genug» und «zu eng» zu finden. Ein Geschirr grundsätzlich als «ausbruchsicher» zu bezeichnen, halte ich daher für fahrlässig.

Meine beiden Katzen haben bislang keine Anstalten gemacht, das Geschirr loswerden zu wollen. Ich bemerke das Problem aber, sobald ich Balu mit etwas Kraft zum Weiterbewegen animieren will. Etwa, wenn er noch weitere zehn Minuten an einem Ast schnuppern will. Sobald er sich gegen die Zugrichtung sperrt und ich aus größerer Entfernung weiterziehe, rutscht das Geschirr Richtung Kopf. Spätestens dann lasse ich locker.
Ist das «Explorer» also ausbruchsicher? Jein. Das Geschirr ist stabil und lässt sich gut anpassen. Die eigentlich wichtigen Faktoren – der richtige Sitz und der Umgang mit der Katze – liegen dann aber bei mir. FAZIT: Mit diesem Geschirr laufen meine Katzen gerne Mit dem «Explorer» sind alle zufrieden. Das Anlegen geht problemlos und die Katzen erwecken nicht den Eindruck, als würde das Geschirr sie drücken oder beim Gehen behindern. Im Gegenteil: Sie bewegen sich damit wie ohne Geschirr. Es ist stabil verarbeitet, hat breite Gurte und die Verschlüsse sitzen fest.
Nachteile kann ich an dem Geschirr nicht erkennen. Ich hätte mir nur bei beiden Varianten Reflexionsstreifen gewünscht.
Mit dem «Explorer» sind alle zufrieden. Das Anlegen geht problemlos und die Katzen erwecken nicht den Eindruck, als würde das Geschirr sie drücken oder beim Gehen behindern. Im Gegenteil: Sie bewegen sich damit wie ohne Geschirr. Es ist stabil verarbeitet, hat breite Gurte und die Verschlüsse sitzen fest.
Nachteile kann ich an dem Geschirr nicht erkennen. Ich hätte mir nur bei beiden Varianten Reflexionsstreifen gewünscht.
Pro
Contra
Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.
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