Wie sich der Hund müde schnüffelt

Wie sich der Hund müde schnüffelt

Patrick Bardelli
Zürich, am 23.03.2020
Mein Hund kann viel länger als ich. Spazieren. Wie kriege ich ihn trotzdem müde? Mit einem Preydummy.

Früher dachte ich, ich muss meinen Hund müde spazieren. Also waren meine Frau oder ich zwei- bis dreimal täglich für mindestens zwei Stunden mit ihm unterwegs. Irgendwann begriffen wir, dass wir a) dafür zu wenig Zeit hatten und das b) gar nicht geht. Unser Hund, ein Podengomix, läuft auch dann noch, wenn wir schon lange schlapp gemacht haben. Heute lassen wir ihn sich müde schnüffeln. Das funktioniert super, dank Preydummys.

Trixie Preydummy (Apportieren, Wurfspielzeug, Belohnung) (Apportieren, Wurfspielzeug, Belohnung)
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Trixie Trixie Preydummy (Apportieren, Wurfspielzeug, Belohnung) (Apportieren, Wurfspielzeug, Belohnung)

Diese Futterbeutel helfen, den Jagdinstinkt des Hundes in der Erziehung sinnvoll zu nutzen. Die Beutel eignen sich für Nass- und Trockenfutter und sind mit einer Wurfhilfe ausgestattet. Ich nutze die Beutel der Marken Trixie und Swisspet. Es gibt sie in verschiedenen Grössen von XS bis XL. Ich setze in der Regel M und L ein, wobei bei diesen Grössen zwischen 200 und 400 Gramm Nassfutter in einen Beutel passen. Dieser besteht aus Leinen, der Innenbeutel aus Kunststoff und kann bei 60 Grad in der Maschine gewaschen werden.

Die Beute ist gefunden und wird apportiert.
Die Beute ist gefunden und wird apportiert.

Der Aha-Moment

Wir hatten unseren Aha-Moment vor drei Jahren. Damals war Mac, so heisst der Hund, seit einem Jahr Teil unserer Familie. Er hiess übrigens schon so, als er aus dem Tierschutz zu uns kam. Wir überlegten damals, ob wir ihn umtaufen sollten. Fanden dann aber, dass PC auch irgendwie komisch klingt. Ich schweife ab. Mac mochte es nicht, wenn jemand seinem Futternapf zu nahe kam. Eine Hundetrainerin riet uns, das Futter von der Wohnung quasi zu entkoppeln, zeigte uns die Futterbeutel und wie wir diese anwenden konnten. Es war unser Aha-Moment. Seither füttern wir Mac nur noch ausserhalb der Wohnung. Seit wir dies konsequent umsetzen, ist er zu Hause viel entspannter.

Mac gibt mir seine Beute.
Mac gibt mir seine Beute.

Verstecken, werfen, schleppen

Der Preydummy ist mit Futter gefüllt und ich lege damit eine Fährte. Dazu reibe ich den Beutel zum Beispiel an Bäumen oder durch das Gras. Anschliessend verstecke ich ihn. Mac sitzt während dieser Zeit an einem bestimmten Platz und wartet, bis ich zurück bin. Dann darf er den Beutel suchen. Wenn er ihn gefunden hat, muss er ihn apportieren. Ein Variante ist das Wurfspiel. Der Hund sitzt, ich werfe, er wartet und apportiert auf mein Kommando. Oder ich befestige den Beutel an einer Art Angel und schleppe ihn über den Boden. So simuliere ich einen Hasen als Beute. Mac jagt dieser hinterher. Solche Futterspiele kannst du in unterschiedlichen Varianten mit deinem Hund ausführen. Hier ist deine Fantasie gefragt.

Endlich, die Belohnung.
Endlich, die Belohnung.

Fazit

Mac und ich sind ein Team. Das ist mir erst so richtig bewusst geworden, seit ich ihn draussen füttere. Früher war ich auf den Spaziergängen oft abgelenkt, habe zum Beispiel telefoniert. Das mache ich heute nicht mehr. Draussen gehört meine Aufmerksamkeit meinem Hund. Das bin ich ihm schuldig. Schliesslich bringt er seine Beute jedesmal brav zu mir und wartet, bis ich ihn fressen lasse. Er könnte mit dem Futterbeutel auch einfach das Weite suchen. Tut er aber nicht. Es macht mir auch viel mehr Spass, mit meinem Hund unterwegs zu sein. Und dieses Teamwork hat die Bindung zwischen uns verstärkt.

Während eines ausgedehnten Jagdspiels schnüffelt sich Mac müde. Alle seine Sinne sind aktiv, sein Hirn arbeitet auf Hochtouren. Das ist für ihn wesentlich fordernder als ein monotoner zweistündiger Spaziergang. Versteh mich nicht falsch. Dagegen ist nichts einzuwenden. Dank den Jagdspielen mit Preydummys ist Macs Hundeleben unterwegs einfach viel spannender. Und die Entspannung zu Hause doppelt schön.

Weiterschnüffeln? Folge hier meiner Spur. Alles für die Katz? Nein, alles für den Hund.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Senior Editor, Zürich
Es zählt nicht, wie gut du bist, wenn du gut bist. Sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.

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