

Ein Kühlschrank für Katzen: Braucht es das wirklich?
Ein Automat, der Nassfutter drei Tage lang frisch hält und zeitgesteuert serviert. Der Petlibro Polar Smart Wet Food Feeder klingt nach einem Gamechanger – aber ist er auch wert, was er kostet?
Mindestens fünf Mal täglich: So oft solltest du Katzen füttern. Theoretisch. Illusorisch! Wer arbeitet oder auch sonst ab und an das Haus verlassen will, schafft das kaum. Darum habe ich meinen Katzen Jasper und Joy vor einem Jahr einen Futterautomaten für Trockenfutter gekauft.

Nur: Trockenfutter ist nicht besonders gesund. Deshalb teste ich nun einen Nassfutter-Spender, der es ganze drei Tage kühl hält: den Petlibro Polar Smart Wet Food Feeder.
Gross, aber wertig
«Meine Fresse», entfährt es mir, als der Nassfutterautomat eintrifft. Das Gerät ist gewaltig! Konkret: 40 Zentimeter lang, 38 Zentimeter breit, 23 Zentimeter hoch. Mit rund fünf Kilogramm hat der Nassfutterautomat auch ein stattliches Gewicht.
Die Qualität ist jedoch ausgezeichnet. Der Kunststoff des Gehäuses sowie der herausnehmbaren Futterschale wirkt äusserst stabil. Dennoch bietet Petlibro Ersatzschalen an. Praktisch ist, dass diese – anders als bei den günstigeren Modellen – breit und nicht so tief sind, dass die Katzen mit ihren Schnurrhaaren anstossen. Das verhindert Stress.

Ich fülle die drei Näpfe. Maximal würde ein Napf etwa 140 Gramm fassen. Ganz schön viel. Jasper macht schon grosse Augen. Nichts da! Für ihn gibt es nur etwas über 60 Gramm. Normalerweise hat er einen Anti-Schling-Napf, damit er langsamer frisst und nach seiner Portion nicht auch noch diejenige von Joy verdrückt. Der Nassfutterautomat dagegen enthält ganz normale Näpfe.
Das könnte spannend werden.
Die App hat einen Sprung gemacht
Zuerst setze ich die Futterschale in den Automaten ein. Ich schliesse den Deckel und greife nach dem Smartphone. Über die per Wifi gekoppelte Petlibro-App kann ich festlegen, wann sich welcher Napf öffnen soll und dies auch von unterwegs ändern.
Ich bin positiv überrascht: Die App ist unkompliziert. Da hat sich mit dem letzten Update Ende 2025 etwas getan. Zuvor hatten sich einige Personen in den Kommentaren auf Galaxus darüber geärgert. So schreibt ein User in seiner Produktbewertung, dass die Software nicht intuitiv sei. Und weiter:
«Gute Hardware, kombiniert mit unzuverlässiger Software. Wenn deine Katze fett ist und du nach Möglichkeiten suchst, sie in den Hungermodus zu versetzen, ist dies das richtige Foltergerät für dich.»
Ich lege meinen Fütterungsplan fest: um 10 Uhr, 18 Uhr und 10 Uhr am Folgetag. Die anderen Fütterungen kommen aus dem Trockenautomat. Es sind auch mehrere Fütterungspläne einstellbar – etwas, was vor dem Update ebenfalls bemängelt wurde. Verbesserungspotenzial gibt es noch: Drei Näpfe für drei Tage sind relativ wenig. Wenn ich zweimal pro Tag Nassfutter servieren lassen möchte, reicht mir das nur für eineinhalb Tage. Aber dann wäre die Maschine wohl noch grösser …

Wenn er jetzt noch RFID hätte ...
Ich stecke das Gerät ein. Ein Stromverbrauchstest zeigt: Der Automat zieht permanent rund 57 Watt, sprich rund 1,4 Kilowattstunden täglich. Das ist ziemlich viel. Es entspricht etwa dem Tagesbedarf eines sparsamen Kühlschranks.
Um 10 vor 10 sitzen Jasper und ich so gespannt vor dem Futterautomat, als wäre es eine Newssendung. Jasper beschnuppert die rückseitige Lüftung. Sie ist hörbar, aber nicht laut. Ich messe vor dem Gerät eine Lautstärke von knapp 40 Dezibel. Das ist okay, gerade in der Küche, wo auch der Kühlschrank brummt.
10 Uhr, it's showtime! Ein leises Surren erklingt. Die Klappe über dem Napf öffnet sich – um ein Vielfaches leiser als bei günstigeren Modellen. Jasper steckt den Kopf ohne zu zögern rein. Etwas ungewohnt ist die Höhe. Jasper frisst nicht mehr auf dem Boden, sondern auf Kopfhöhe. Für ältere oder beeinträchtigte Katzen könnte das gar ein Vorteil sein.

Nach nicht einmal einer Minute hat Jasper sein Futter verschlungen. Bereits äugt er zu Joys Napf rüber und nähert sich. «Jaaaasper», ermahne ich ihn. Er verharrt und schaut unschuldig zu mir hoch. «Wie praktisch wäre es, wenn sich der Automat nur bei der richtigen Katze öffnen würde», geht es mir durch den Kopf. Ich denke dabei an RFID-Futterautomaten, die sich per Mikrochip programmieren lassen. Das ist beim Nassfutterautomat leider (noch) nicht möglich. Dafür kühlt er. Alles kann man wohl nicht haben.
Schnell und einfach gereinigt
15 Minuten sind rum. Der Automat surrt. Per App habe ich eingestellt, dass sich nach dieser Zeit die Klappe über dem Napf wieder schliessen soll. Zuvor sehe ich noch, wie einige Futterstückchen im Spalt zwischen Deckel und Schale zurückbleiben.
Als am Folgetag alle Näpfe leer sind, öffne ich den Automaten und nehme die Futterschale heraus. Sie lässt sich einfach unter dem Wasserhahn mit etwas Seife oder im Geschirrspüler reinigen. Das Gerät selbst sollte nicht mit Wasser in Kontakt kommen. Ich bin froh, kann ich den Koloss auf dem Boden stehen lassen. Die Schale hingegen ist leicht, handlich und ich habe sie im Nu wieder mit Futter gefüllt.

Die Frage bleibt: täglich oder gelegentlich?
Nach zwei Wochen muss ich zugeben: Der Nassfutterautomat ist unkompliziert und verlässlich. Ob ich ihn täglich einsetzen werde, ist noch ungewiss. Dafür müsste ich mir bei Jaspers Mordshunger einen zweiten anschaffen. Das würde bei den doch wuchtigen Dimensionen viel Platz wegnehmen und es kostet – für Anschaffung und Strom.
Zwischendurch, zum Beispiel bei einem verlängerten Wochenende, werde ich ihn aber verwenden – mit dem Wissen, dass Jasper kurzzeitig wahrscheinlich mehr bekommt als Joy. Mitbekommen werde ich es ohnehin nicht. Oder soll ich die Kamera meines Trockenfutterautomats auf den Nassfutterautomaten ausrichten, damit ich beide Näpfe im Blick habe?
Vielleicht kommt auch einfach ein netter Katzensitter oder eine nette Katzensitterin vorbei.
Fazit
Eine (fast) eierlegende Wollmilchsau
Mit dem Petlibro Polar Smart Wet Food Feeder gibt es endlich einen Futterautomaten, der Nassfutter für Katzen drei Tage lang kühlt. Und das, ohne Kühlelemente ersetzen zu müssen. Dafür ist der Stromverbrauch hoch.
Der wuchtige Nassfutterautomat läuft leise und zuverlässig und die App hat sich seit dem Update Ende 2025 stark verbessert. Die Qualität stimmt, die Näpfe sind flach, damit die Schnurrhaare nicht anstossen und die Reinigung einfach.
Schade ist, dass für Futter stehlende Katzen eine Mikrochip-Funktion fehlt. Dennoch ist er unter den Futterautomaten, die Nassfutter kühlen, aktuell die beste Option.
Pro
- drei Tage Kühlung
- gute Verarbeitung
- ersetzbare Futterschale
- verlässliche App seit Update
- flache Näpfe (kein Whiskerstress)
- einfache Reinigung
- leise
Contra
- hoher Stromverbrauch
- keine RFID-/Mikrochip-Funktion für futterstehlende Katzen
Ich liebe alles, was vier Beine oder Wurzeln hat – besonders meine Tierheimkatzen Jasper und Joy sowie meine Sukkulenten-Sammlung. Am liebsten pirsche ich auf Reportagen mit Polizeihunden und Katzencoiffeurinnen umher oder lasse in Gartenbrockis und Japangärten einfühlsame Geschichten gedeihen.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
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