Jetzt ist es an uns allen, zu helfen

Jetzt ist es an uns allen, zu helfen

Simon Balissat
Zürich, am 17.03.2020
Bilder: Thomas Kunz
Der Bundesrat hat gestern Klartext gesprochen. Wir alle sind in der Verantwortung und müssen helfen, das neue Coronavirus einzudämmen. Das gelingt nur, wenn wir zuhause bleiben, nur für die nötigsten Besorgungen das Haus verlassen und anderen helfen.

Die Ansage von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga gestern war klar. Seit Mitternacht gilt die «ausserordentliche Lage». Die meisten Geschäfte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe bleiben geschlossen. Der Appell an die Bevölkerung: Bleibt zuhause. Kein Treffen mit Freunden, keine Einladungen zum gemeinsamen Znacht, keine Jogginggruppen, nicht raus auf den Spielplatz mit den Kids. Bleibt zuhause. Nur wer zur Arbeit oder zum Einkaufen geht oder einen anderen, triftigen Grund hat, sollte das Haus verlassen. Vor allem für Personen in der Risikogruppe zählt die Devise besonders.

Wir müssen uns an die Auflagen des Bundes halten. Gehen die Ansteckungen weiter und wir kümmern uns nicht darum, wird der Bundesrat die Ausgangssperre auf die harte Tour verkünden. Dann sorgen Polizei und Militär dafür, dass wir zuhause bleiben. Das will niemand.

Zurückstecken und für die anderen schauen

Im Rahmen des aktuell Erlaubten können wir ein paar Dinge tun, um Menschen zu helfen. Nachbarschafts-Initiativen haben sich im ganzen Land gebildet. Die Ideen sind einfach: Gehst du zum Einkaufen, dann machst du zum Beispiel auch gleich einen Einkauf für eine Person, die in deiner Nachbarschaft wohnt. Hast du Zeit und musst nicht arbeiten, kannst du dich freiwillig melden, um auf Kinder aufzupassen, deren Eltern zur Arbeit müssen.

  • Die Aktion «Hilf jetzt!» probiert, ein Register von Facebook, Whatsapp, Telegram und sonstigen Gruppen zu machen, die in deiner Nachbarschaft entstehen. Melde dich dort, um zu helfen. Das ist kein Freipass, um rauszugehen und dich mit Freunden zu treffen. Die Regeln zu Hygiene und Abstand gelten dort umso mehr. Diese zwei Merkblätter helfen dir dabei, alles Wichtige zu beachten. Infoblatt Allgemein helfen / Infoblatt Kinderbetreuen

  • Es gibt auch eine App, die Hilfseinsätze koordiniert. Die App kommt vom Roten Kreuz und heisst «Five Up». Die Ziele sind ähnlich, wie bei «Hilf jetzt!».

  • Die Seite https://www.studentsagainstcorona.ch/ vermittelt Leute für verschiedene Aufgaben, nicht bloss Studenten.

  • Spitäler und Kliniken erwarten, dass sie bald am Anschlag laufen. Sie suchen daher nach Aushilfen und sonstigen, helfenden Händen. Informier dich auf der Webseite des Spitals in deiner Nähe, ob sie Hilfe brauchen.

  • Wer einen Computer mit etwas Rechenleistung zuhause hat, der kann bei der Erforschung eines Heilmittels helfen. Mit diesem Tool stellst du deine Rechenleistung zur Verfügung.

  • Viele Einzelfirmen, Kulturschaffende und Selbstständige stehen aktuell vor dem existentiellen Aus, weil sie in den nächsten fünf Wochen kein Geld verdienen werden, vielleicht sogar noch länger. Für sie hat der Bund Soforthilfen in Aussicht gestellt. Gehörst du zu dieser Gruppe, melde dich beim Amt für Wirtschaft und Arbeit deines Kantons. Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat eine Anleitung zur Finanzhilfe für Klein und Mittelunternehmen aufgeschaltet.

Update 25.3.

  • Auf der Seite www.zamadihei.ch entsteht eine schweizweite Datenbank für Leute, die Hilfe brauchen oder Hilfe anbieten können

  • 2.5 Millionen Franken will das Crowdfunding «Together now» sammeln für Personen, die in diesen Tagen und Monaten keine Einkünfte haben.

Wir probieren, diese Seite mit neuen Initiativen aktuell zu halten. Hast du also etwas gehört oder gesehen, dann schreib es in die Kommentare. Es geht hier um schweizweite oder internationale Hilfe, die wir miteinander umsetzen können.

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Simon Balissat
Simon Balissat
Editor, Zürich
Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.

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