Gartenkalender: Januar
Hintergrund

Gartenkalender: Januar

Aurel Stevens
Zürich, am 12.01.2017
Im Januar beginnt das Gartenjahr. Es gibt immer etwas zu tun, egal ob noch Schnee liegt oder nicht. Du kannst das Werkzeug prüfen, Neuanschaffungen abwägen und Pläne schmieden. Erste Salate gedeihen im Garten und auf frische Kräuter musst du auch nicht verzichten.

Das Gartenjahr planen

Spürst du auch schon die Vorfreude auf deinen Garten, wo es nur so blüht, kreucht und fleucht? Nutze die Energie, um das Gartenjahr zu planen. In Gartenmagazinen oder Fachliteratur kannst du dir frische Ideen für das neue Jahr holen. Knoble aus, was du wo und vor allem wann anpflanzen willst. Was fehlt noch in deiner Kräuterecke? Welches Gemüse wolltest du schon immer einmal ausprobieren? Oder möchtest du gar einen Gartenteich anlegen?

Hilfreich ist eine Skizze des verfügbaren Platzes. Darin unterscheidest du natürlich die nutzbaren von den nicht nutzbaren Flächen (Wege, Steinplatten). Unverrückbare Gegebenheiten wie Bäume und Sträucher zeichnest du darin ebenfalls ein. Nicht vergessen solltest du die Sonneneinstrahlung: Wo brennt es im Sommer so richtig runter und wo sind die Schattenplätze zu finden?

Tipp: Auf Terrassen kannst du mit Hochbeeten, Pflanzkisten oder Töpfen die Fläche vergrössern. Auf einem Balkon ist das die einzige, aber sehr interessante Möglichkeit für ein Gärtlein.

Die fertige Skizze kopierst du am besten einige Male.

Auf dem Plan berücksichtigst du natürlich die Wachstumsperioden der verschiedenen Pflanzen. Erfahrene Gärtner wissen, welche Pflanzen von wann bis wann blühen oder Früchte tragen und erreichen so beinahe ganzjährige Blumenpracht und Ernte. Das gefällt nicht nur uns Menschen: auch Insekten, Vögel und anderes Getier haben ihre Freude an der Diversität.

Hast du deine Pläne geschmiedet, dann weisst du, wann welche Arbeit erledigt werden muss, damit du die gesteckten Ziele erreichst.

Allgemeine Arbeiten

Schnee

Wenn draussen noch Schnee liegt, will er weggeschaufelt werden. Kein Witz: In der Schweiz haftet der Grundeigentümer zu einem gewissen Grad für Unfälle aufgrund Schnee- oder Eisglätte auf seinem Land. Für kleinere Flächen reicht eine Schneeschaufel, für grössere Flächen oder Schneemengen lohnt sich vielleicht die Anschaffung einer Schneefräse. Streusalz schmilzt die letzte Schicht weg. Aufgepasst, das Wasser sollte immer in die Kanalisation abfliessen, denn Pflanzen mögen Salz überhaupt nicht. Vergiss auch nicht, den Schnee von Sträuchern und Bäumen zu schütteln, damit Zweige oder gar Äste nicht abbrechen. Auch Gartenhäuser müssen regelmässig von der Schneelast befreit werden.

Werkzeugpflege

Ein milder Wintertag ist eine gute Gelegenheit, um Werkzeuge, Aufbewahrungsboxen und Gartenhäuschen aufzuräumen und auf Vordermann zu bringen. Werkzeuge sind blitzblank und haben keine Erdreste. Hartnäckigen Schmutz bekommt man mit einer Drahtbürste weg. Rostige Stellen werden mit Stahlwolle gesäubert. Deine Geräte halten länger, wenn du sie regelmässig mit Öl pflegst. Verwende kein Maschinenöl, sondern ein ungiftiges, pflanzliches Haushaltsöl, das du auf ein saugfähiges Papier oder einen Lappen aufträgst und das Metall damit einreibst.

Saatgut ausmisten

Nicht nur im Gartenhäuschen will aufgeräumt werden. Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um das Saatgut auszumisten. Kräftiges und hochwertiges Saatgut vom letzten Jahr kannst du behalten. Ältere Samen solltest du entsorgen – es ist einfach ärgerlich, wenn man zu spät bemerkt, dass von den Rüebli die Hälfte doch nicht wachsen will, weil die Saat verdorben war. Ältere Samen von Blumen kannst du schadlos auf gut Glück auf einer Wiese verstreuen; im schlimmsten Fall wächst nichts, im besten Fall freut man sich gemeinsam mit Schmetterlingen und Bienen über die unverhoffte Blütenpracht.

Gartenhäuschen und Geräteschuppen pflegen

Gartenhäuschen oder Aufbewahrungsboxen aus Holz bleiben länger schön und dicht, wenn du sie regelmässig neu lasierst. Weiches Holz braucht öfters Pflege als härteres. Durch die Lasur werden Pilze vom Holz ferngehalten und Witterungsschäden verzögert. Unterschieden wird zwischen Dünnschichtlasur (zieht ins Holz ein) und Dickschichtlasur (glänzt wie Lack). Hat man eine Dünnschichtlasur vor sich, trägt man einfach eine neue Schicht auf. Abblätternde Dickschicktlasuren musst du vor dem neuen Anstrich fachgerecht abschleifen oder abbeizen.

Kompost umsetzen

Wenn du einen Kompost im Garten hast, kannst du ihn in einem milden Januar (oder wenn du einen Thermokomposter hast), schon einmal umsetzen und erste Erde für den Frühling gewinnen. Wenn du noch keinen Kompost hast: Damit kannst du dein Abfallvolumen erheblich reduzieren. Ein korrekt gepflegter Kompost entwickelt kaum Gerüche. Madeleine zeigt dir, wie es gemacht wird:

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Pflanzen im Januar

Winterschnitt

Der Januar ist eine gute Zeit, um Obst- und Beerensträucher für die Saison vorzubereiten, wenn du diese Arbeit noch nicht erledigt hast. Der Herbst- oder Winterschnitt fördert den Ernteertrag und die Pflanzengesundheit. Eine gute Gartenschere hilft bei dieser Arbeit. Junge Bäume schützt du mit einem weissen Kalkanstrich. Das verhindert, dass bei einseitiger Sonnenbestrahlung der Stamm aufreisst und der junge Baum verletzt wird.

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Rasen

Wenn dein Rasen nie richtig schön wird, kann ein falsches Bodenklima die Ursache dafür sein. Sobald der letzte dicke Schnee Ende Januar abschmilzt, kannst du deinen Rasen kalken. Durch die Beigabe von Kalk erhöhst du den pH-Wert des Bodens. Bei einem pH-Wert von 5.0-6.5 (leicht sauer) fühlt sich der Rasen am wohlsten, denn die Wurzeln können Nährstoffe optimal aufnehmen.

Das Problem dabei: den pH-Wert genau zu bestimmen, ist (ohne professionelle Hilfe) schwierig. Faustregel: Wenn der Rasen intensiv genutzt wird, eher im Schatten liegt und Moos aufweist, ist der Boden zu kompakt. Es bildet sich Staunässe, und diese Böden sind anfällig für Übersäuerung. Um dies zu überprüfen, stichst du ein Loch in etwa 5-10 Zentimeter Tiefe und entnimmst etwas Erde. Ist sie krümelig oder sandig, musst du vermutlich nicht kalken. Ist sie eher zäh und lehmig und die obigen Symptome treffen zu, kannst du mit einem Streuwagen etwas Kalk verteilen.

Im Beet

Wer im letzten Jahr gut geplant hat und die abgeernteten Beete weiter nutzte, der hat bis im November Nüsslisalat, Chicorée, Radicchio oder andere winterfeste Salate ausgesät. Jetzt wird die Ernte eingefahren. Tipp: Wenn du die Pflanzen mit einem Vlies bedeckst, lassen sie sich selbst bei Schnee bequem ernten. Aufgepasst: du solltest das Vlies regelmässig lüften, damit sich keine Pilze darunter ansiedeln.

Ab Ende Januar können – wenn der Boden weich genug ist – schon die nächsten Pflanzen ins Frühbeet einziehen: Spinat, Kresse, Radieschen oder Schnittsalat sind Beispiele für Gemüse, das die ersten Sonnenstrahlen nutzt, um zu gedeihen. Nebst dem Frühbeet ist das Hochbeet geeignet für frühe Aussaaten. Es lässt sich mit wenigen Holzstangen und etwas Vlies sehr einfach mit einem Frostschutz versehen. Auch hier gilt: regelmässig belüften, damit Schädlinge kein allzu feuchtes Klima vorfinden.

Im Januar giessen?!

Immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Buchs oder Stechpalme haben im Winter, wenn der Boden gefroren ist, ein besonderes Problem. Sie erfrieren nicht, sie verdursten! An sonnenreichen Wintertagen sind sie froh um ausreichend Wasser.

Ein ❤️ für Tiere

Futterstelle für Vögel

Karge Winter sind für viele Vögel hart, besonders seit wir Menschen viele Biotope zerstört oder stark verkleinert haben. Die beste Hilfe für Vögel ist deshalb dein vielfältiger Garten. Mit einer Vogelfutterstelle kannst du den gefiederten Freunden dennoch über die härteste Zeit hinweghelfen. Beachte bitte: Vögel, die im Winter nicht in den Süden ziehen, sind gut auf die kalte Jahreszeit eingestellt. Biologisch gesehen ist das Winterfüttern nicht notwendig. Massvolles Füttern ist aber erlaubt und insbesondere für Kinder eine Gelegenheit, die Tierwelt von Nahem kennenzulernen.

Bei der Futterstelle solltest du auf unbehandelte Hölzer achten. Sie muss gedeckt sein, damit das Futter trocken bleibt. Die Entnahmestelle sollte schmal sein, damit die Vögel sich nicht direkt ins Futter setzen, hineinkoten und so Krankheiten verbreiten. Katzen und Marder dürfen Futterstellen oder Nistkästen nicht erreichen; hänge sie darum auf mindestens 2 Metern Höhe auf. Eine Futterstelle auf einem Pfahl, von der aus die Vögel die Umgebung gut im Auge behalten können, ist auch eine gute Variante.

Welches Futter für wen?

Beim Futter sind bei Körnerfressern Mischungen mit vielen Sonnenblumensamen beliebt. Amseln und Rotkehlchen mögen Haferflocken, Rosinen oder Obststücke. Meisen, die von den frechen Amseln gerne von Futterstellen weggescheucht werden, freuen sich über Knödel, an denen nur sie sich geschickt festklammern können. Nicht geeignet für Vögel sind gekochte oder gewürzte Essensreste und Brot in grösseren Mengen.

Nistkasten als Zuflucht

Wer gerne vorausplant, macht sich schon jetzt auf die Suche nach einem Nistkasten. Ein Häuschen an einer geschützten Stelle kann einem Vogel schon jetzt als Unterschlupf dienen und ihm in einer harten Winternacht das Leben retten.

Drinnen

Klima kontrollieren

In der Wohnung versuchen wir Menschen, ein möglichst gleichmässiges Klima einzurichten. Viele Pflanzen mögen es ebenso. Man sollte ihnen eine Ruhepause gönnen und sie tunlichst nicht verschieben. Eine Ausnahme sind Kakteen: Sie bevorzugen es, wenn man ihnen eine mehrmonatige Wachstumspause gönnt, indem man sie in kühlere Zimmer stellt. Ein Wintergarten mit etwa 10° ist ideal, um die Blüte von Kakteen zu fördern.

Beim Giessen sollte man während der Wintermonate zurückhaltender sein als im Sommer. Dank der kühleren Temperaturen benötigen viele Pflanzen weniger Wasser. Die trockene Luft während der Heizungsperioden bekommt hingegen vielen Pflanzen nicht gut. Sie freuen sich über eine regelmässige Dusche aus der Sprühflasche. Kontrolliere auch im Winter regelmässig, ob keine Schädlinge deine Pflanzen befallen haben.

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Frische Küchenkräuter

Im Winter muss man nicht auf frische Kräuter verzichten. Basilikum, Petersilie, Schnittlauch oder Zitronenmelisse gedeihen problemlos auf einem hellen Fensterbrett in der Wohnung. Giesse auch hier sparsam und vermeide unbedingt Staunässe. Ein Düngestäbchen oder ein Schluck Dünger alle paar Wochen versorgt die Kräuter mit allem, was sie benötigen.

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Das gibt es im Februar zu tun

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Produkte, die du im Januar gebrauchen kannst

Schneeschaufel mt Verstärkungsrippen. Arbeitsbreite: 33 cm
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Aurel Stevens
Aurel Stevens
Chief Editor, Zürich
Ich bändige das Editorial Team. Hauptberuflicher Schreiberling, nebenberuflicher Papa. Mich interessieren Technik, Computer und HiFi. Ich fahre bei jedem Wetter Velo und bin meistens gut gelaunt.

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