
Diese 6 Bücher haben mein Leben geprägt
Gewisse Bücher lassen uns nach der letzten Seite leer zurück. Andere wecken den Wunsch, das eigene Leben umzukrempeln. Eine Ode an jene sechs Bücher, deren Inhalt ich nie vergessen werde.
Ich habe in meinem Leben schon unzählige Bücher verschlungen. Viele davon habe ich geliebt, noch mehr zu Ende gelesen und direkt wieder vergessen. Aber hier geht es um die wenigen, die mich einmal gepackt und nie wieder verlassen haben. Deren Welten, Geschichten oder Wissen meine Freunde wurden, meine Begleiter und Lebensgefährten.
1. Lachen hilft gegen die Furcht der Einsamkeit
Den Anfang macht die finnlandschwedische Tove Jansson mit ihren Büchern über die Mumins, der nilpferdartigen Trollfamilie aus dem Mumintal. Die hat mir meine Mutter als Kind vorgelesen, und ich war begeistert vom Hauptcharakter Mumin und seinen Freunden, die gemeinsam Abenteuer erlebten.
Erst Jahre später in einem Re-read habe ich realisiert, wie düster die Welt eigentlich ist, die Jansson geschaffen hat. Als Kind haben mich wohl eher die tollpatschigen Spässe von Mumin geprägt. Erst als Erwachsene spürte ich dann die langen Winternächte und die Kälte der Einsamkeit – verkörpert durch die Antagonistin «Morra», die ums Haus schleicht, alles einfriert, was sie berührt, und die Familie von draussen durchs Fenster anstarrt. Diese Mischung aus fantastischen und zugleich dunklen Geschichten fasziniert mich auch als Erwachsene noch.

2. Die Macht der schönen Worte
«Tintenherz» von Cornelia Funke war mein erstes Buch mit über 500 Seiten, welches ich selbst gelesen habe. Und dann direkt so eine Geschichte! In der Tintenwelt lebte mein erster sogenannter «Book Boyfriend», obwohl es damals keinen Namen dafür gab. Aber die Gefühle waren echt, und mein zehnjähriges Ich hat bittere Tränen geweint, als die Geschichte nicht so ausging, wie ich es mir gewünscht hatte. Momentan höre ich mir den vierten Band auf Spotify an. Und auch als Erwachsene hat mich das (Hör-)Buch in ihre Tintenwelt hineingezogen, durchgekaut und noch nicht wieder rausgespuckt. Fast so, als wäre ich selbst in die Geschichte hineingelesen worden.
3. Von Wölfen und Schmetterlingen
«Die Wolfsfrau» der US-Amerikanerin Clarissa Pinkola Estés habe ich als 19-Jährige gekauft, um damit meinen ersten Liebeskummer zu bekämpfen, als sich die damalige «Liebe meines Lebens» in jemand anderes verliebt hat. Ich kann mich noch erinnern, wie schräg die Kassiererin mich angeschaut hat, als ich mit diesem Schinken an die Kasse kam. Obwohl der Untertitel eigentlich ein Hinweis gewesen wäre: «Die Kraft der weiblichen Urinstinkte», geschrieben von einer Märchenerzählerin und Psychoanalytikerin.
Und inzwischen muss ich der Kassiererin wohl recht geben, eine 19-Jährige entspricht definitiv nicht der Zielgruppe dieses Buchs. Ich habe drei Anläufe und zwei Jahre gebraucht, um es zu lesen. Der Liebeskummer war da glücklicherweise schon lange vergessen.
4. Das Gefängnis der Unwissenheit
Ich weiss weder wie «Befreit» zu mir gelangt, noch wer Tara Westover ist. Ich weiss auch nicht, wieso mich ein Memoir über das Aufwachsen in einer strikten Mormonenfamilie, der Kampf um das Recht, in die Schule zu gehen und darauf folgend die Suche nach Freiheit so berührt hat. Was ich jedoch weiss: Dieses Buch fällt mir als Erstes ein, wenn mich jemand nach einer Buchempfehlung fragt. Deshalb hier meine Empfehlung, auch wenn du nicht danach gefragt hast: Lies es!
Und wenn dir die Empfehlung einer dir unbekannten Galaxusmitarbeiterin nicht reicht als Argument: Das Buch hat es auf der Bestseller-Liste der New York Times direkt auf den ersten Platz geschafft. Und blieb über zwei Jahre lang auf der Liste.
5. Träume und andere Nebenwirkungen
«Das grosse Buch vom Schlaf» von Matthew Walker war ein Zufallsfund. Es war ausgestellt auf einem dieser unzähligen Bücherhaufen, in einem dieser unzähligen Kiosks, an einem dieser unzähligen Gates am Flughafen Zürich.
«Ich mag schlafen», dachte ich, und kaufte das Buch kurz bevor das Boarding startete. Was dann passierte: Ich schlief nicht mehr. Zumindest die drei Tage, die ich brauchte, um das Buch fertig zu lesen. Inklusive Pausen, in denen ich in die Leere starren musste, um zu verdauen, was ich gerade gelesen hatte.
Seither würde ich einen Chirurgen vor einer Operation fragen, wie viele Stunden er geschlafen hat. Und ich bin doppelt vorsichtig, wenn ich nachts mit dem Auto unterwegs bin.

6. Sind wir alle schlechte Menschen?
Ich glaube, dass sich alle Menschen irgendwann mit dem Thema Gut vs. Böse befassen (müssen). Manche, weil sie sich selber hinterfragen, und andere, weil sie die Handlungen und Taten anderer hinterfragen. So oder so, man endet beim Thema: Ist ein Mensch im Grunde gut oder böse? Dieses Buch hat mir eine Antwort darauf geliefert, mit der ich leben kann.
Ich habe dir meine Bücher vorgestellt, nun bist du dran. Welches Buch hat dich nie mehr losgelassen? Schreib’s mir in die Kommentare.
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