Nach Katzenfutter werde ich Gammelfisch essen

Nach Katzenfutter werde ich Gammelfisch essen

Simon Balissat
Zürich, am 10.09.2019
Ihr habt mich ausgelacht und mitgelitten, als ich mit Katzenfutter gekocht habe. Mein Chef hat das genutzt, um mir eine neue Challenge zu stellen. Ich werde die zweifelhafte schwedische Spezialität essen müssen.

Liebe Leserinnen und Leser, ich liebe euch ja ganz fest. Meistens. Kaum habe ich aber die Penne mit Katzenfutter verdaut, fordert ihr schon die nächste Ungeniessbarkeit von mir. 100 Upvotes wollte Aurel von euch, damit ich Surströmming esse. 200 hat er gekriegt. Masochistisch wie ich bin, mache ich das zu eurer Unterhaltung.

Wer sich jetzt fragt, was das genau ist: Surströmming ist schwedischer Hering, der zunächst einen Monat in einer Salzlake gärt, dann abgefüllt wird und in der Dose weitergärt. Durch die Gärgase stehen Surströmming-Dosen unter Druck. Es gibt Fluggesellschaften die das Mitführen von Surströmming verbieten. Nicht wegen der drohenden Explosion, sondern weil der Inhalt so hässlich riecht, dass die Passagiere des Flugzeugs wohl allesamt von den Kotztüten Gebrauch machen müssten. Ich habe den Gammelhering selber (noch) nicht probiert. Einige von euch offenbar schon, zum Beispiel User «A. Marti»:

Surströmming ebenfalls schon gegessen hat «LuEkU_91». Es tönt nicht berauschend.

Nächste Woche dürfte ich mehr wissen. Dann kommt der Surströmming hier im Büro an. Im Büro testen werde ich sie auf keinen Fall. Das mache ich draussen! Eine schwedische Freundin hat mir zudem den Tipp gegeben, die Büchse unter Wasser zu öffnen, damit keine Spritzer auf der Kleidung landen. Katzenfutter rieche wie ein Sonntagsbraten im Vergleich, meint sie. Da es sich bei Surströmming um Menschennahrung handelt, habe ich die Hoffnung, dass es beim Essen dann nicht so schlimm ist wie das Katzenfutter. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Hast du den Gammelhering schon einmal gekostet? Gibt es einen Tipp, damit er auch geniessbar ist? Du darfst dich gerne in der Kommentarspalte melden. Mein Erfahrungsbericht kommt nächste Woche. Wenn du meinem Autorenprofil folgst, kriegst du eine Mail, sobald das drohende Desaster veröffentlicht ist.

Bild von Flickr-User Wrote unter Creative Commons

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Simon Balissat
Simon Balissat
Editor, Zürich
Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.

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