Messebericht vom dritten Tag der Mailänder Designwoche
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Messebericht vom dritten Tag der Mailänder Designwoche

Pia Seidel
Zürich, am 12.04.2019
Bilder: Thomas Kunz
Für Fotograf Thomas und mich ist der letzte Tag in Mailand angebrochen. Neben Momentaufnahmen auf dem Galaxus-Instagram-Profil, halten wir dich hier auf dem Laufenden und zeigen dir, welche Projekte uns heute vom Hocker gerissen haben.

Mit Flieder gefüllte Palazzo-Gärten, ein Gelato in der Hand und feiner Kaffee in der Tasse. Das sind die schönen Nebenerscheinungen, wenn du während des Salone del Mobile durch Mailand gehst. Schlange stehen vor Ausstellungen oder Fussschmerzen vom vielen Laufen, sind die unschönen Nebeneffekte. Dennoch lohnt es sich. Denn immer wieder finde ich Designprojekte, die mich in ihren Bann ziehen. Einige davon teile ich auf Instagram in den Stories und andere hier mit dir. Du bekommst in diesem Artikel Updates und findest die Best-ofs der vergangenen zwei Tage:

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Etwas für die Sinne

Nendo erleuchtet Mailand und die Gemüter müder Messebesucher. Die Installation vom japanischen Designstudio dreht sich um die Erfahrung und Empfindung von «unsichtbarer Luft». Sie ist in Zusammenarbeit mit Daikin, einem Hersteller von Klimaanlagen, entstanden. Wenn ein Scheinwerfer auf einen Polarisationsfilter trifft und auf einen anderen blütenförmigen Polarisationsfilm projiziert wird, kommt das Licht durch. Die beiden Filterschichten erzeugen dann zusammen einen dunkleren Schatten als erwartet.

17 000 Polarisationsfilter in Form von Blumen und 115 polarisierte Spots wurden in einem exakt kalkuliertem Muster arrangiert.
17 000 Polarisationsfilter in Form von Blumen und 115 polarisierte Spots wurden in einem exakt kalkuliertem Muster arrangiert.

Sensorisches Spektakel

«Affinity in Autonomy»: Eine Erkundung von Robotik.
«Affinity in Autonomy»: Eine Erkundung von Robotik.

Bei Sony erfahre ich zum ersten Mal, was es heisst, wenn dich ein Roboter erkennt und auf deine Bewegung reagiert. Egal, wo sich meine Hand ausserhalb der Kugel bewegt, folgt mir das Licht im Innern. Alle weiteren Installationen sind ebenso auf die Anwesenheit der Besucher angewiesen, damit sich die Roboter bewegen. Diese Roboter verdeutlichen, wie Mensch und künstliche Intelligenz gemeinsam interagieren können.

Neue Materialien

Viele Werke, besonders von jungen Designern, kreisen um Nachhaltigkeitsfragen. Mehr und mehr finden sie Wege, neue Materialien aus Resten der Nahrungsmittelindustrie herzustellen: Hühnerhaut ist zum Beispiel im Kommen. Die Struktur der Haut sieht Schlangenleder zum Verwechseln ähneln.

Links: Leder von Hühnerfüssen. Designerin: Meret Wacker und Géraldine Heller.
Links: Leder von Hühnerfüssen. Designerin: Meret Wacker und Géraldine Heller.

Tabus ansprechen

Body-Positivity: Der Sessel «Curve» ist so geformt, dass er sich für Benutzer aller Gewichtsklassen eignet. Die taktile Oberfläche des Stuhls «Lean» soll Menschen mit Depressionen während ihren metakognitiven Therapiestunden helfen, sich auf etwas zu fokussieren.
Body-Positivity: Der Sessel «Curve» ist so geformt, dass er sich für Benutzer aller Gewichtsklassen eignet. Die taktile Oberfläche des Stuhls «Lean» soll Menschen mit Depressionen während ihren metakognitiven Therapiestunden helfen, sich auf etwas zu fokussieren.

Die Ventura Futura Ausstellung im Quartier Tortona rückt zeitgenössisches Design ins Zentrum. Hier werden Projekte von aufstrebenden Designern und etablierten Marken und Labels gezeigt.

Eine Abschlussarbeit von Studenten der dänischen Universität VIA hat mich besonders überrascht. Die Studenten haben eine Kollektion entwickelt, bei der jedes einzelne Möbel mit seiner Funktion und Optik dabei helfen soll, Tabuthemen wie Depressionen oder Übergewicht anzusprechen.

Smartes fürs Wohlbefinden

Die Studenten des Royal College of Art London befassen sich mit realen Herausforderungen für Menschen. Ihre Designs zeigen Mitgefühl: Sie unterstützen den Einzelnen dabei, eine Herausforderung zu bewältigen. Die Nachwuchstalente nutzen dabei auch die Technik. Sie haben beispielsweise ein Programm für Patienten entwickelt, das eine Psychotherapie so angenehm wie möglich gestaltet. Ein weiteres Beispiel ist ein Gerät, das beim Meditieren unterstützten soll.

Gegen die Wegwerfgesellschaft

Damit Geräte wie ein Föhn länger leben, hat Designer Jiiarui Liu ein wiederverwertbares Modell entwickelt. Du kannst es bei Bedarf öffnen, selbst reparieren und Einzelteile austauschen. Ein weiteres Modell, das von Eunhye Ko entworfen wurde, stellt das konventionelle Plastikgehäuse des Haarföhns, wie wir ihn kennen, in Frage. Er stellt eine umweltfreundlicher Lösung – ein Keramikgehäuse – vor.

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Pia Seidel
Pia Seidel
Teamleader Editorial Galaxus, Zürich

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres. – Albert Einstein


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