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Männer, diese 5 Regeln gelten am Pissoir!

In einem aktuellen Digitec-Spot passiert Schlimmes. Er zeigt Fehler, die du besser nicht machst, wenn du im öffentlichen WC an ein Urinal trittst.

Es ist höchste Zeit für etwas Regelkunde. Die Do’s and Don’ts des gepflegten Urinierens. Lies sie bitte, halte dich dran und erleichtere das Leben für alle Menschen mit Penis, die das Universum für kurze Zeit im gleichen Raum zusammengeführt hat.

1. Vermeide Blickkontakt!

Die Wand vor dir ist faszinierend genug. Du kannst auch die Deckenkonstruktion begutachten. Oder der Riss in der Platte links unten – ein Kunstwerk. Du darfst überall hinschauen, nur nicht zur Seite. Dringend zu vermeiden ist Augenkontakt am Urinal. Findet er trotzdem statt, kann sich das anfühlen wie ein Handschlag mit feuchter Hand. Man redet zwar nie wieder darüber, aber man vergisst es auch nie. Apropos Blicke. Streng verboten ist auch der Blick zur Seite und nach unten. Wie der Penis deines Nachbarn aussieht, hat dich nicht zu interessieren. Auch dann nicht, wenn du Urologe bist. Im Pissoir bist auch du ausser Dienst. Zum Glück gibt es WC-Räume, in denen die Pissoir-Reihe mit Trennwänden ausgestattet ist. Das erleichtert die Durchsetzung der Nicht-Hinschau-Regel.

2. Schweigen ist Gold!

Selbst wenn du deinen besten Freund, deinen Chef oder deinen Schwiegervater in spe aus dem Augenwinkel wahrnimmst. Auch wenn er sich direkt neben dir erleichtert: Ein kurzes Nicken ist das Maximum – alles Weitere muss warten, bis ihr euch die Hände gewaschen habt und wieder in der zivilisierten Welt angekommen seid. Small Talk am Urinal ist kein Eisbrecher. Es ist ein Eisberg. Am Urinal hat jeder sein eigenes Tempo. Du kannst nie wissen, wie weit der Prozess beim Kollegen nebenan fortgeschritten ist. Eine ausschweifende Frage oder auch eine Frage, deren Beantwortung Nachdenken erfordert – all das kann von der Hauptsache ablenken und einen ordentlichen Ablauf stören. Und bevor du fragst: Auch Summen, Singen und Pfeifen sind nicht erwünscht. Das öffentliche WC ist ein Ort der Stille. Der englische Komiker Lee Mack zeigt in diesem Sketch mit zwei Kollegen, wie es nicht sein sollte.

3. Kein Smartphone!

Früher haben Männer das Pissoir mit einer Kippe im Mundwinkel betreten. In manchen öffentlichen WCs zeugen von dieser Zeit noch an die Wand geschraubte Aschenbecher. Das Suchtmittel unserer Zeit ist das Smartphone. Aber: Das Gerät, das du beim Abendessen, im Meeting und vermutlich auch beim Schlafen dabei hast, hat am Pissoir Pause. Es wird nicht getippt, nicht gescrollt und erst recht nicht telefoniert. Oder, Gott bewahre!, fotografiert. Also, lass stecken! Allein schon wegen der Keime. Weil ich eh gerade über Hygiene schreibe: Händewaschen nicht vergessen. Diese Waschbecken sind dort nicht zur Zierde montiert.

4. Sei schnell!

Das Urinal ist kein Ort der Besinnung und kein Spa. Hier erledigst du dein Geschäft, zügig und konzentriert. Verlasse das Pissoir und die gesamte Anlage, sobald du fertig bist. Lass dich auch nicht verführen von diversen Gadgets, die du womöglich am Boden des Urinals vorfindest. Es gibt Aufkleber in Gestalt einer Stubenfliege, neonfarbene Duftsteine oder Mini-Fussballtore. Da geht es nicht darum, dass du einen netten Zeitvertreib hast. Hier geht es nur darum, dass du einen Anreiz hast, genauer zu zielen, damit der Aufwand beim Putzen gering bleibt.

Zielhilfe, kein Zeitvertreib.
Zielhilfe, kein Zeitvertreib.
Quelle: Reddit

Wer länger als nötig an der Wand steht, macht es Nebenstehenden womöglich unnötig schwer. Schon mal von Pauresis gehört? Die «schüchterne Blase» ist eine anerkannte medizinische Störung. Wer unter ihr leidet, kann in Gegenwart anderer nicht urinieren. Wegen Anspannung oder der Angst, beobachtet zu werden, verkrampft sich der Schließmuskel. Wenn du in ein volles WC kommst und alle Pissoirs besetzt sind, warte deshalb in dezentem Abstand. Stress die Leute nicht, die vor dir dran sind.

5. Halte Abstand!

Es gibt ein Gesetz, welches Urinal du ansteuerst – abhängig von der Zahl der Urinale im Raum sowie davon, wie viele besetzt sind und wo die Männer stehen. Der einfachste Fall ist eine freie Reihe von Urinalen, zum Beispiel 3: Wähle hier eines am Rand. So lässt du einem nach dir Kommenden die Möglichkeit, das Urinal am anderen Ende der Reihe zu wählen, das mittige Urinal bleibt frei und sicher den Anstandsabstand. Die Faustregel lautet: Wähle dein Urinal immer so, dass andere Männer nach dir möglichst viel Abstand zu dir halten können. Was einfach klingt, ist ein Problem mathematischer Tiefe. Wenn man zählt, auf wie viele Arten sich eine Anzahl Urinale (n) so besetzen lässt, dass niemand direkt neben einem anderen steht, landet man bei der Fibonacci-Folge. Es ist die Zahlenreihe – also: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13 und so weiter –, bei der jede Zahl die Summe der beiden vorherigen ist. Die Anzahl möglicher «regelkonformer Belegungen» an einer Urinal-Reihe folgt exakt dieser Logik, nur um zwei Stellen verschoben. Zugegeben, ich musste da vor dem Schreiben auch noch etwas Schulwissen auffrischen. Wichtig ist vor allem eines: Männer betreiben also unbewusst angewandte Kombinatorik, wenn sie ein öffentliches WC betreten und ein Urinal wählen. Ohne, dass wir es explizit gelernt haben, halten wir uns an die Regel des grösstmöglichen Abstands. Jedenfalls tun das die meisten Männer. Die Abstandsregel hat aber natürlich ihre Grenzen. Wenn kein ausreichender Abstand mehr möglich ist, musst du dich neben einen oder gar zwei andere Männer stellen. Dann gelten umso mehr die Regeln 1 bis 4.

Titelbild: Shutterstock

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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