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Kraftsport, Laufen, Radfahren – warum Yoga der perfekte Ausgleich ist

Ob du Rad fährst, läufst oder Gewichte stemmst: Yoga kann dein Training unterstützen. Ich habe es am eigenen Körper erlebt und kann auch dir die Kombination empfehlen.

Wenn du schon andere Artikel von mir kennst, weißt du: Ich bin Yoga-Fan. So ist es auch kein Wunder, dass ich Yoga allen empfehlen würde. Aber ich gehe auch ins Fitnessstudio. Shocker! Ich weiß, viele denken: Kraftsportlerinnen machen kein Yoga (bestenfalls Yoga-inspiriertes Stretching) – und umgekehrt.

Ich habe am eigenen Körper gemerkt, wie wichtig diese Mischung ist. Nach einem Boulderunfall habe ich mir 2022 ziemlich übel das Knie verletzt – Kreuzband durch, Meniskus durch, Knochenriss. Ich brauchte eine OP sowie neun Monate Physiotherapie, um wieder auf die Beine zu kommen.

Als es wieder ging, trainierte ich wie wild, um wieder in meine alte Form zu kommen. Mindestens sechsmal die Woche machte ich Krafttraining und Cardio. Zuerst ging es mit meiner Leistung auch wieder steil bergauf, dann stagnierte es. Ich war frustriert und fühlte mich ständig gestresst und ausgelaugt.

Ich begann eine intensive Yogaphase. Fest davon überzeugt, das sei das einzige, was mein Körper (und Geist) wirklich brauchen. Aber nach sechs Monaten zwickte das Knie wieder. So sehr, dass ich erneut zu meinem Arzt und zur Physio musste. Bis ich begriff, was das Problem war: Die Zeit, in der ich «nur» Yoga gemacht hatte, hat die Muskeln, die mein lädiertes Knie stabilisieren sollten, nicht genug beansprucht und die bereits ausgeleierten Bänder zu stark gedehnt.

Ich plädiere also ganz bewusst nicht nur für Yoga allein – besonders, wenn du schon eine Vorerkrankung hast. Auch für die Knochendichte und um altersbedingten Knochenabbau zu vermeiden, ist Kraftsport immens wichtig. Dennoch kann Yoga dein reguläres Training ideal unterstützen und das hat gleich mehrere Gründe.

Dehnen ist nicht alles. Es kommt auf die richtige Balance an, um deine individuellen sportlichen Ziele zu erreichen.
Dehnen ist nicht alles. Es kommt auf die richtige Balance an, um deine individuellen sportlichen Ziele zu erreichen.
Quelle: Ronja Magdziak

Warum Yoga andere Sportarten perfekt ergänzt:

  1. Yoga verbessert deine Haltung
    Viele Haltungen im Yoga (Asanas) legen den Fokus auf die Öffnung im Schulterbereich durch das Zusammenziehen der Schulterblätter sowie die Stärkung der Rumpfmuskulatur. Das verbessert die Körperhaltung und sorgt dafür, dass du auch andere Bewegungen beim Laufen oder Gewichtheben sauberer und verletzungsfreier ausführen kannst.
  1. Yoga macht dich beweglicher
    Radfahren und Laufen, aber auch viele andere Sportarten, beanspruchen einseitig bestimmte Muskelgruppen. Das sind oft Hüftbeuger, Rücken und Waden. Yoga dehnt diese Körperregionen, verbessert ihre Durchblutung und Regeneration. Je beweglicher die Muskeln sind, desto besser sind sie auch vor Verletzungen geschützt.
  1. Yoga balanciert aus
    Und damit meine ich nicht auf einem Bein stehen: Bei einseitigem Training werden die gegensätzlichen Muskelgruppen oft vergessen, das kann zu Unausgewogenheiten im Körper und Haltungsproblemen führen. Yoga wirkt ausgleichend und funktioniert ganzheitlich – auf eine Bewegung folgt immer auch die Gegenbewegung – so stärkst du alle Muskelgruppen.
  1. Yoga gibt mentale Stärke und Fokus
    Im Yoga werden die Bewegungen der Atmung angepasst und gezielt Atemübungen zur verbesserten Sauerstoffaufnahme praktiziert. Bewusster zu atmen hilft dir, schneller zu regenerieren, beim Training fokussierter zu bleiben – und manchmal auch, den letzten Rest aus einer Übung herauszuholen.

Der Effekt von Yoga als Regenerationsmaßnahme wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen. Gleichzeitig hilft dir eine bewusste Körperwahrnehmung, Überlastungen und Fehlhaltungen frühzeitig zu bemerken, bevor sie zu Verletzungen werden.

  1. Yoga entspannt und baut Stress ab
    Intensive Trainingseinheiten sind Stress für den Körper. Dein Cortisollevel steigt. Yoga wirkt ausgleichend, senkt den Cortisolspiegel wieder und verbessert deinen Schlaf – vorausgesetzt du suchst dir einen ruhigen Yogastil. Hier habe ich die gängigsten Stile für dich aufgelistet und erklärt. Ausreichend Entspannung ist essentiell für deinen Muskelaufbau. Erst in Ruhephasen können sich deine Muskeln erholen und wachsen.
Yoga verbessert deine Haltung und deine mentale Widerstandskraft – ideal auch für Läuferinnen, Radprofis und Kraftsportler.
Yoga verbessert deine Haltung und deine mentale Widerstandskraft – ideal auch für Läuferinnen, Radprofis und Kraftsportler.
Quelle: Ronja Magdziak

Yoga ist der perfekte Ausgleich, weil es dich beweglicher, achtsamer und ausgeglichener macht. Je nach individuellen Voraussetzungen und Trainingszielen ersetzt es dein Training zwar nicht, aber macht dich darin spürbar besser. Das Klischee, dass Yogis keinen Kraftsport machen, stimmt übrigens nicht. Ich kenne viele Yogalehrende, die mehr trainieren als Asana, Pranayama und Meditation. Kraft und Ausdauer helfen dir auch auf der Yogamatte, neue Ziele zu erreichen. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

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Freie Texterin, Biologin und Yogalehrerin. Fasziniert von Natur, Körper und Geist bin ich eine große Frischluft- und Bewegungsfanatikerin und schreibe am liebsten über alles, was uns gut tut!


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