
Ich wollte nie einen Airfryer, nun sage ich ihm «Guten Morgen»
Hier kommt eine kleine Liebesgeschichte zwischen meinem Cosori-Frittenföhn und mir. Keine Sorge, ich bin bei klarem Verstand. Nur meine Pommes sind knuspriger als je zuvor.
Ich muss jetzt un-be-dingt einen Text über einen Airfryer schreiben. Nicht, weil ich dafür bezahlt werde. Sondern weil ich mir vor zwei Tagen so ein Ding gekauft habe und es jetzt schon ganz doll liebe.
Ich weiß selbst, wie bescheuert das klingt. Als hätte ich keine anderen Probleme. Dabei wollte ich das Gerät ursprünglich gar nicht haben.
Airfryer waren für mich lange ein typischer Instagram-Hype. Ich war fest überzeugt: So ein Teil kommt mir nicht in die Küche! Ich habe einen Backofen, einen Herd, Pfannen, Töpfe und zwei Hände. Bratkartoffeln gelingen auch ohne Frittenföhn.
Dachte ich.
Aber: Ich lebe allein und möchte nicht jedes Mal eine halbe Großküche in Betrieb nehmen, um etwas Essbares zu zaubern. Ein bisschen Gemüse, ein paar knusprige Kartoffeln, ein Stück Lachs: Das klingt überschaubar, endet aber erstaunlich oft im Stress. Vor allem in der Mittagspause, wenn die Zeit ohnehin knapp ist.
Also habe ich mir nach sehr, sehr langem Überlegen doch einen Airfryer bestellt. Aus rein praktischen Gründen, versteht sich. Ich wählte ein Gerät aus, das gute Bewertungen hatte und optisch halbwegs in meine Küche passt: die XXL-Heißluftfritteuse von Cosori mit dem 5,5-Liter-Korb. Es ist nicht mal das neueste Modell. Es ist einfach nur ein Korb mit heißer Luft an einer Steckdose.
Liebe auf die erste Fritte
Dann kam das Paket. Seitdem nenne ich meinen Fryer liebevoll Corsi, abgeleitet von Cosori. Und ich sage ihm jeden Tag «Guten Morgen». Spätestens jetzt stelle ich mir die Frage, ob bei mir noch alles in Ordnung ist. Ich habe mich schließlich nicht in einen Menschen verliebt. Ich schwärme von einem Frittenföhn!
Das ist mir selbst ein bisschen peinlich. Ich bin erwachsen, habe eine Eigentumswohnung, einen Beruf und vier Nymphensittiche, die im Wohnzimmer einen eigenwilligen Flausch-Flughafen betreiben. Ich habe schon kompliziertere Dinge bewältigt als die Bedienung einer Heißluftfritteuse. Und nun freue ich mich wie ein Kind darüber, dass Pommes in zwölf Minuten knusprig werden. Oder Kürbis. Oder Chicken Nuggets. Und Brötchen.
Es gibt weniger Abwasch, weniger Aufwand und weniger Gründe, die Zubereitung einer einzelnen Mahlzeit als logistisches Großprojekt zu behandeln.

Das Glück liegt offenbar im Banalen. Vielleicht ist das die eigentliche Pointe. Der Alltag besteht nun einmal aus banalen Dingen: Essen machen, Küche aufräumen. Überlegen, was du als Single mit einem ganzen Kürbis anfängst, bevor er verrottet. (Ich habe übrigens 650 Gramm Hokkaido in 15 Minuten weggefryert und mit einem Schluck Kokosmilch zu Suppe verarbeitet.)
Ich weiß, ich bin spät dran. Das halbe Land frittiert seit Jahren mit Heißluft. Und ich komme jetzt mit leuchtenden Augen um die Ecke, als hätte ich das Feuer erfunden. Aber wer als Letzte zur Party kommt, hat einen Vorteil: Die Begeisterung ist ungebremst. Alle anderen finden Airfryer inzwischen öde. Ich noch lange nicht.
Als Kind wurde ich mit Mario Kart auf dem SNES sozialisiert, bevor es mich nach dem Abitur in den Journalismus verschlug. Als Teamleiterin bei Galaxus bin ich für News verantwortlich. Trekkie und Ingenieurin.
Hier liest du eine subjektive Meinung der Redaktion. Sie entspricht nicht zwingend der Haltung des Unternehmens.
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