Patrick Vogt
Hintergrund

Holy gibt meinem Wasser zuckerfreie Süsse

Patrick Vogt
18.9.2026

Ich mag Süssgetränke, habe aber zunehmend Skrupel wegen des Zuckers. Deshalb greife ich immer öfter zur Zero-Linie, obwohl mir dort vieles nicht schmeckt. Richtig gut gefallen mir dafür die Pulver von Holy, die wir neu im Sortiment führen.

Du Monster! Seit Wochen stehst du im Kühlschrank und lockst mit deinem süssen Versprechen. Ich möchte dich ja auch wirklich gerne probieren, doch etwas hält mich davon ab: die 49 Gramm Zucker, die in deiner Dose stecken. Das entspricht plusminus der täglichen Höchstmenge, welche die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt. Besser wäre natürlich weniger, wobei wohl eher das Gegenteil der Fall ist. So schätzt etwa das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, dass wir täglich rund 90 Gramm Zucker zu uns nehmen. Ich weiss deshalb noch nicht, wann und ob überhaupt noch was aus uns wird … Du Monster!

Ach, das «Monster» steht für den monströsen Zuckergehalt?!
Ach, das «Monster» steht für den monströsen Zuckergehalt?!

Gib dem Affen weniger Zucker

Ich mag Süssgetränke nach wie vor und probiere gerne neue aus – sonst stünde dieses Monster ja nicht im Kühlschrank. Doch je älter ich werde, desto mehr achte ich darauf, was und wie viel davon ich in mich reinschütte. Auf noch mehr Übergewicht, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes Typ 2 oder zu was übermässiger Zuckerkonsum sonst noch führen kann, habe ich nämlich keine Lust.

Deshalb nippe ich immer öfter am Coca-Cola Zero, dem Go-To-Getränk meiner Frau. Wegen des Nachgeschmacks der künstlichen Süssstoffe bin ich davon aber wenig begeistert. Leider geht's mir mit vielen Zero-Getränken so. Am besten schmeckt mir noch die zuckerfreie Pepsi, das aktuelle Lieblingsgetränk von Kollege Reto Hunziker.

Wie Kollegin Stefanie Lechthaler bin ich noch auf der Suche nach meinem liebsten Süssgetränk ohne Zucker. Und ja, ich weiss, dass kaltes, klares Wasser immer noch am gesündesten ist. Davon trinke ich auch genug, keine Bange. Nur zwischendurch möchte ich halt was mit Geschmack.

Da kommen mir die sechs Getränkepulver von Holy, die Galaxus seit Kurzem im Sortiment führt, gerade recht. Das deutsche Start-up verspricht «geilen Geschmack mit gutem Gewissen». Soso. Dieser Ansage werde ich gleich mal auf den Zahn fühlen, sonst wäre ich ja wohl kaum der selbsternannte «Süssgetränke-Papst». Auf zum Geschmackstest.

Holy Energy

Mit den Energydrinks in Pulverform hat alles angefangen. Sie enthalten laut Hersteller 100 Prozent natürliche Fruchtaromen und Farbstoffe, Vitamine, Grüntee-Extrakt und mikroverkapseltes Koffein, das durch eine verzögerte Freisetzung für eine gleichmässige und langanhaltende Wirkung sorgen soll. Gesüsst wird mit Acesulfam K und Sucralose.

Was im Gegensatz zu vielen anderen Energydrinks fehlt: Taurin, Kohlensäure (ausser du mischst sie mit kohlensäurehaltigem Wasser an) und Zucker. Wobei letzterer dann eben doch auf der Nährwertliste auftaucht, was sich durch die Aromen oder weitere Zutaten erklären lässt. So kommt auf einen halben Liter – so viel Wasser empfiehlt Holy zum Anmischen einer Portion (sieben Gramm) – ein halbes Gramm Zucker. Wenn ich da an die fast 50 Gramm in der Monster-Büchse denke … You do the math.

So, und jetzt will ich endlich probieren!

Cherry Cheetah

Produktbild Holy Energy Kirsche (Kirsche, 3x)
Sportgetränk
Mengenrabatt
CHF5.90 bei 4 Stück

Holy Energy Kirsche

Kirsche, 3x

Ich liebe Kirschen. Als Fricktaler wurde mir das wahrscheinlich in die Wiege gelegt, denn von dort kommen schliesslich die besten Kirschen – nein, das ist nicht verhandelbar! Von Superlativen ist der Kirschen-Energydrink von Holy leider weit weg. Das fängt schon beim Aufreissen des Beutels an, wenn der Geruch des Pulvers unangenehm in die Nase steigt. Es riecht aggressiv, fast schon giftig, vor allem aber unangenehm nach Alkohol – oder nach erbrochenem Alkohol, um es mit den Worten meiner Frau zu sagen.

Nach dem Anmischen verliert der Geruch etwas von seiner unangenehmen Wirkung, die Erinnerung an Alkohol bleibt jedoch bis zum letzten Schluck. Geschmacklich ist «Cherry Cheetah» ok. Ich erkenne die Kirschen, auch wenn sie nicht aus dem Fricktal sind. Wenn da nur nicht dieser Gestank wäre … Deshalb kann ich nur zwei von fünf möglichen Schleckstengeln vergeben.

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Raspberry Raptor

Produktbild Holy Energy (Himbeere, Yuzu, 3x)
Sportgetränk
Mengenrabatt
CHF5.90 bei 4 Stück

Holy Energy

Himbeere, Yuzu, 3x

Hier gibt's keine böse Überraschung für die Nase, im Gegenteil. Bei Holys himbeerigem Raubvogel werden Kindheitserinnerungen an Tiki wach. Das riecht nach Himbeeren und schmeckt auch so. I like!

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Holy Hydration

Abgesehen von den natürlichen Fruchtaromen unterscheidet sich diese Linie von den Energydrinks. Die koffeinfreien Hydration-Pulver enthalten nach Angaben von Holy echtes Kokoswasser, Gojibeerensaft, Elektrolyte und Mineralstoffe. Möchtest du Kohlensäure, musst du sie auch mit dem entsprechenden Wasser anmischen. Ein halber Liter enthält hier 0,7 Gramm Zucker, auch wenn keiner zugesetzt wird. Für die Süsse sorgen Stevioglycoside aus Stevia und Sucralose.

Mit Hydration hat es Holy auf Sportlerinnen und Sportler abgesehen. Als das würde ich mich nicht gerade bezeichnen, obwohl auch ich mich ab und zu bewege. Trotzdem probiere ich mich natürlich auch hier durch, es geht schliesslich in erster Linie um den Geschmack. Zudem muss auch ich schauen, dass mein Körper ordentlich hydriert ist, Sport hin oder her.

Erdbeere Kiwi

Produktbild Holy Hydration (Erdbeere, Kiwi, 3x)
Sportgetränk
Mengenrabatt
CHF5.90 bei 4 Stück

Holy Hydration

Erdbeere, Kiwi, 3x

Sei es als Marmelade oder Dessert, diese beiden Früchtchen passen gut zueinander. Das Pulver von Holy macht da keine Ausnahme. Es schmeckt angenehm, die Balance zwischen süss und sauer ist ausgewogen. Zweifelsohne dominiert die Erdbeere, trotzdem bekommen meine Geschmacksknospen auch etwas Kiwi mit. Obwohl es mehr nach Erdbeere schmeckt, ist das Pulver grün. Ist das ausgleichende Gerechtigkeit? Egal, es schmeckt nach mehr.

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Es grünt so grün, wenn ich Erdbeere Kiwi in mein Glas reintün.
Es grünt so grün, wenn ich Erdbeere Kiwi in mein Glas reintün.

Kokosnuss

Produktbild Holy Hydration Kokosnuss (Kokosnuss, 3x)
Sportgetränk
Mengenrabatt
CHF5.90 bei 4 Stück

Holy Hydration Kokosnuss

Kokosnuss, 3x

Mein Angstgegner im Vorfeld. Ich mag Kokosnuss, wenn sie beispielsweise in einer Wähe die gemahlenen Haselnüsse ersetzt. Und doch ist es ein schmaler Grat zwischen mögen und abstossend finden. Ist mir das Aroma zu intensiv, habe ich sofort die Nase voll – buchstäblich.

Genau das passiert beim Holy-Pulver. Obwohl mir der Geruchstest schon reicht, nippe ich am angemischten Getränk – und streiche alsbald die Segel. Das hat für mich zu viel Säure, in erster Linie aber viel zu viel Kokosnuss. Der Geschmack ist so dominant, dass er alle anderen Aromen überdeckt, mit denen ich es zu mischen versuche.

Grusig, du, wah! Chönder bhalte. Apropos: Möchte jemand probieren? Ich habe noch ein paar Beutel Kokosnuss Hydration übrig …

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Weisser Pfirsich

Produktbild Holy Hydration (Weisser Pfirsich, 3x)
Sportgetränk
Mengenrabatt
CHF5.90 bei 4 Stück

Holy Hydration

Weisser Pfirsich, 3x

Nach dem Kokos-Schock brauche ich unbedingt was Gutes. Weisser Pfirsich klingt da vielversprechend. Als Frucht schmeckt mir der gelbfleischige Pfirsich noch ein bisschen besser als der weisse, weil er etwas aromatischer und saurer ist. Noch etwas mehr Pfirsichgeschmack und Säure vermisse ich denn auch im Getränk. Trotzdem ist es lecker und angenehm zu trinken. Fein!

Und jetzt macht bitte mal noch ein Pulver für den gelben Pfirsich, Holy.

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Zitrone

Produktbild Holy Hydration Zitrone (Zitrone, 3x)
Sportgetränk
Mengenrabatt
CHF5.90 bei 4 Stück CHF3.93/1l

Holy Hydration Zitrone

Zitrone, 3x

Hier ist er, mein persönlicher Testsieger. Ich oute mich damit als derselbe Langweiler wie die Leute, die am liebsten Vanilleglace essen. Schliesslich ist Zitrone der Klassiker unter den Getränkearomen schlechthin, sei es beim Eistee oder bei anderen Sportgetränken wie Isostar. Holy macht hier alles richtig: Das Getränk schmeckt süss und trotzdem herrlich zitronig, mit angenehmer Säure und leicht herbem Abgang. Genau so muss das sein, gib mir mehr davon!

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Ist Holy der heilige Gral der zuckerfreien Süssgetränke?

Ich mag Holy, zumindest zwei Drittel der Aromen, die Galaxus aktuell im Sortiment hat. Wie bei vielen Dingen ist das natürlich Geschmackssache. Dass die enthaltenen Süssstoffe bei mir keinen unangenehmen Nachgeschmack hinterlassen, schätze ich über alle Massen. Aber gerade beim Thema Süssstoffe tritt man aktuell schnell in ein Wespennest. Sind sie nun gesund oder gar schädlich? Sicher ist, dass vieles bislang nicht sicher ist – in vielen Bereichen ist die Studienlage einfach noch zu dünn.

Trotzdem: Dass Süssstoffe besser sind als Zucker, gilt nach Angaben von Ernährungsforschenden wie Stefan Kabisch von der Berliner Charité als sehr wahrscheinlich. Noch etwas mehr Sicherheit liefern womöglich die ADI-Werte (Acceptable Daily Intake) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Das sind die Tageshöchstwerte, nach denen die jeweiligen Süssstoffe als unbedenklich gelten. Um diese Werte zu erreichen, müsste man im Fall von Holy sehr grosse Getränkemengen zu sich nehmen. Es sei unrealistisch, das zu schaffen, sagt Kabisch dazu.

Auch der Koffeingehalt von Holys Energydrinks hat schon für Kritik gesorgt. Darauf wies etwa der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) 2024 hin. 2026 doppelte er nach, nachdem ein entsprechendes Pulver bei einem zehnjährigen Kind eine Koffeinvergiftung ausgelöst hatte. Eine Portion enthält laut VKI die Koffeinmenge (160 Milligramm) von zwei Dosen Red Bull. Der Junge hatte zusammen mit Freunden vier bis sieben Portionen zu sich genommen. Auf der Beutelrückseite weist Holy auf den Koffeingehalt hin, mit dem Vermerk, dass Kinder und Schwangere die Finger davon lassen sollten. Diese Warnhinweise seien jedoch zu klein geschrieben, so der VKI.

Ich glaube, wir sind uns einig, dass koffeinhaltige Produkte nichts in den Händen von Kindern verloren haben. Ob ein grösserer Warnhinweis dabei hilft, weiss ich nicht. Vielleicht würde es auch schon helfen, das Getränkepulver etwas neutraler zu verpacken. Die quietschbunte Aufmachung von Holy hätte mich als Kind jedenfalls auch magisch angezogen.

Pulver in Tütchen war auch schon diskreter …
Pulver in Tütchen war auch schon diskreter …

Ich bin kein Kind mehr, ich bin ein mündiger Konsument. Grelle Farben und aggressives Social-Media-Marketing schrecken mich eher ab, als dass sie mich zum Kauf verleiten. Ich habe Holy trotzdem eine Chance gegeben und bereue es nicht. Wenn es jemanden reut, dann mein Portemonnaie. Ja, Holy ist teuer: Eine Packung mit drei Beutelchen schlägt bei uns mit etwa sieben Stutz zu Buche! Damit mischst du gerade mal anderthalb Liter Getränk an, wenn du der Empfehlung von Holy folgst. Ich habe nach dem offiziellen Geschmackstest mehr Wasser genommen, weil mir die Pulver ansonsten sogar etwas zu süss gewesen wären. So bin ich auf zweieinhalb bis drei Liter pro Packung gekommen. Auch so ist das immer noch ein stolzer Preis.

Trotzdem werde ich mir ab jetzt zwischendurch ein Beutelchen Holy gönnen. Ganz einfach, weil's mir schmeckt, vor allem Zitrone. Und weil es wohl gesünder ist als ein zuckerhaltiges Süssgetränk wie Cola und Konsorten. Das ändert nichts daran, dass Wasser die Flüssigkeit bleibt, die ich am meisten zu mir nehme. Was bin ich doch langweilig, als wäre ich Vanilleglace.

Titelbild: Patrick Vogt

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Ich bin Vollblut-Papi und -Ehemann, Teilzeit-Nerd und -Hühnerbauer, Katzenbändiger und Tierliebhaber. Ich wüsste gerne alles und weiss doch nichts. Können tue ich noch viel weniger, dafür lerne ich täglich etwas Neues dazu. Was mir liegt, ist der Umgang mit Worten, gesprochen und geschrieben. Und das darf ich hier unter Beweis stellen. 


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