Eine Milliarde für Elektroautos: Ford baut in Köln um
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Eine Milliarde für Elektroautos: Ford baut in Köln um

Dominik Bärlocher
Zürich, am 18.02.2021
Ford investiert in die Elektromobilität. Nebst dem Umbau des Standpunktes in Köln lässt der Betrieb tief in seine Zukunftspläne blicken. Bis 2030 sollen alle neu verkauften Fords in Europa elektrisch sein.

Der Autohersteller Ford hat angekündigt, seine Fabrik in Köln umzubauen. Er investiert eine Milliarde Euro in den Standort, damit dort Elektroautos gebaut werden können.

Das klingt nach einer recht brötigen News, so von wegen «Unternehmen macht Sachen». Spannend ist es aber, da sich Ford ziemlich tief in die Karten blicken lässt und auf die Zukunft der Automobilbranche zielt. Denn Ford ist die Nummer 3 der Autohersteller weltweit und gehört zur Top 10 in der Schweiz.

V8, dein Ende ist gekommen

Ford setzt auf die Elektrizität. Punkt. Motoren, wie der in der kleinsten Ausführung V8-Motor – Hubraum: 5.0 Liter – des Ford Mustangs, gehören bald der Vergangenheit an. Oder dem Spielzeugregal.

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Die Pläne, das Benzin von den Strassen zu verbannen, sind ambitioniert. Bis Mitte 2026 sollen alle Personenwagen für Private der Marke Ford null-emissions-fähig, Plug-In-Hybriden oder rein elektrisch sein. Bis 2030 sind alle Modelle rein elektrisch.

Noch ambitionierter trifft es die kommerziellen Fahrzeuge Fords, also den Transit und am Rande auch den F-150 sowie andere Fahrzeuge. Diese sollen bis 2024 null-emissions-fähig, Hybriden oder elektrisch sein. Zwei Drittel aller verkauften kommerziellen Fahrzeuge sollen, anders als die Personenwagen, bis 2030 elektrisch oder hybrid sein. Damit die Geschäftswelt glaubt, dass elektrische Fahrzeuge den Benzinern in nichts nachstehen, setzt Ford auf eine grosse Image-Kampagne, in der der F-150 beweisen soll, dass er tatsächlich die elektrische Zukunft ist.

Der Umbau der Kölner Fabrik soll im Jahre 2023 fertig sein.

Die ersten Modelle im Überblick

Ford werkelt erst seit wenigen Jahren in der Öffentlichkeit an elektrischen Antrieben herum. Der Ford Mustang Mach-E ist das erste Modell, das Ford auf den Markt gebracht hat. Es trägt den Namen Mustang wohl nicht nur deswegen, weil es laut Ford die gleiche Power hat wie der Benziner, sondern wohl auch darum, weil Ford mal ausprobieren wollte, wie der Markt auf Elektro-Fords reagiert. Offensichtlich gut genug, denn dem Mustang Mach-E folgen der F-150 Electric und der eTransit.

*Ford F-150 Electric**: Erste Bilder des Elektro-Pickups
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Ferner testet Ford seine Elektroantriebe auf der Rennstrecke. Der Ford Mustang Cobra Jet 1400 bringt nicht nur von der reinen Leistung mit 1400 PS viel Kraft auf den Boden, sondern hat auch den Vorteil, dass der Motor bei abrupter Beschleunigung nicht nach links zieht – sehr zur Freude von Rennfahrern. Das mit dem Ziehen nach links (oder rechts, in einigen Fällen) macht übrigens jeder Motor. Nur merkst du das meist nicht, da du selten beschleunigst wie eine Rennfahrerin.

*Ford Mustang Cobra Jet 1400**: Drag Racing ist elektrisch und grossartig
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Dazu kommt noch, dass Ford integrativer wird in Punkto Software. Jüngst hat sich der Hersteller von Ford Sync, das auf Blackberrys QNX Software-Plattform basiert, losgesagt und sich Android Automotive – nicht zu verwechseln mit Android Auto – verschrieben. Gleichzeitig arbeitet Ford an einem intelligenten Flotten-Management für Geschäftsautos, dessen Modell dem Fahrer nach dem Laden im eigenen Heim einen gewissen Betrag automatisch rückvergütet.

*Android Automotive**: Google will den Automarkt beherrschen
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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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