Debora Pape
Produkttest

Ein Klemmbaustein-Set als beleuchtetes Gadget: Lumibricks macht’s möglich

Debora Pape
19.6.2026
Bilder: Debora Pape

Dass ich ein Klemmbaustein-Set aus 2580 Teilen baue, hatte ich für 2026 nicht auf dem Bingo-Zettel. Doch ein einziges Bild reicht aus, um mich für das Thema zu begeistern. Und das Resultat ist ein wahres Prachtstück.

Unter meinen Kollegen Kim und Stephan ist das Klemmbausteinfieber ausgebrochen – und mich haben sie angesteckt. Als ich in ihrem Beitrag zu Lego-Alternativen einen leuchtenden Straßenzug von Lumibricks sah, war es um mich [als bekennende] Beleuchtungsfetischistin geschehen.

Spoiler: So sieht mein fertiges Ergebnis bei Nacht aus.
Spoiler: So sieht mein fertiges Ergebnis bei Nacht aus.

Die Rede ist von Lumibricks’ «Cyberpunk Neoncity»-Reihe für Personen ab 16 Jahren. Sie enthält aktuell sechs große Gebäude-Sets und drei Fahrzeuge. Zusammen ergeben sie dann ein großes, beleuchtetes Ensemble. Inspiriert ist die Klemmbausteinreihe von Sci-Fi-Settings wie im Spiel «Cyberpunk 2077» oder im Film «Blade Runner».

Meine Entscheidung fällt auf das 2580-Teile-Set «Game Stack». Es handelt sich um ein quirliges Unterhaltungsviertel mit einem ebenerdigen Boxring, einer Bartheke sowie vier modularen Gaming-Locations. Die lassen sich untereinander austauschen und enthalten bewegliche Mechanismen. Stabilität verleiht der Szene ein Aufzugschacht mit fahrbarer Kabine. 23 bunte und teilweise animierte Lichtquellen beleuchten die Szenerie und vier Minifiguren komplettieren das Set. Laut Produktbeschreibung muss ich etwa zwölf Stunden für den Aufbau einplanen.

Das Unterhaltungsviertel «Game Stack» in voller Pracht.
Das Unterhaltungsviertel «Game Stack» in voller Pracht.

Auspacken und sortieren

Als ich den Karton in den Händen halte, staune ich. Die Schachtel ist größer und schwerer als erwartet und sieht umwerfend schick aus. Die Soft-Touch-Oberfläche fühlt sich hochwertig an. Mir tut es jetzt schon leid, die Packungen zu entsorgen, wenn ich das Set fertiggestellt habe.

Zwei Minifiguren stehen auf Kampffläche mit blinkenden Lichtern im Boden.
Zwei Minifiguren stehen auf Kampffläche mit blinkenden Lichtern im Boden.

Im Karton befinden sich 40 bis 50 Plastiktütchen. Sie sind mit den Nummern der 14 Bau-Kapitel beschriftet. Dazu kommen noch fünf weitere Tüten für spezielles Zubehör und Beleuchtungselemente. Auch eine Schachtel mit Werkzeug liegt bei: ein Schraubendreher, eine Pinzette und ein Kunststoffhebel zum Ablösen falsch gesetzter Bausteine. Außerdem: sage und schreibe fünf Anleitungsbücher für die verschiedenen Module des Sets. Auch sie fühlen sich an wie weiche Pfirsiche und machen optisch einen hervorragenden Eindruck.

Mit Aufklebern arbeitet Lumibricks übrigens nicht: 37 Steine sind farbig bedruckt.

Die fünf Anleitungsbücher.
Die fünf Anleitungsbücher.

Die Anleitung nimmt mich an die Hand

Ich hatte Sorge, dass ich mich mit dem Set übernehme. Aber nachdem ich die Baustelle erstmal eröffnet habe, legt sich die Unsicherheit dank der detaillierten Anleitung schnell. Jeder der rund 850 Arbeitsschritte enthält nur wenige Steine und die Anleitung zeigt punktgenau, wo alles hingehört. Die Abmessungen der benötigten Steine sind angegeben und bei längeren Teilen ohne Noppen ist ein farbiger Balken im 1:1-Maßstab abgebildet.

Bei den Farben bin ich zunächst oft unsicher und baue bisweilen einen Stein in falscher Farbe ein. Die Anleitung stellt Silber anders dar als Hellgrau. An den Steinen ist der Unterschied aber nur sichtbar, wenn ich genau darauf achte. Besonders gemein ist das bei zwei fast identischen Gelbtönen.

Hier siehst du zwei Gelbtöne. Da muss man schon sehr genau hinschauen.
Hier siehst du zwei Gelbtöne. Da muss man schon sehr genau hinschauen.

Zuerst baue ich die Bodenplattenstruktur zusammen. «Game Stack» hat wie die anderen Gebäude der «Cyberpunk Neoncity»-Reihe eine Grundfläche von 26 × 26 Zentimetern. Nach der Bodenplatte geht es schon an das erste Highlight: die Bar. Ich freue mich wie ein Kind, als aus einem Haufen grauer Plastiksteine eine erkennbare Theke mit Flaschenschrank wird und ich die bunten Flaschen in den Regalen verteile.

Und es wird noch besser: Die Bar ist beleuchtet. So komme ich schon früh dazu, mich mit der Verkabelung auseinanderzusetzen.

Die Bar sieht schon richtig gut aus.
Die Bar sieht schon richtig gut aus.

Auch die Elektrik ist kein Problem

Die 23 LEDs, die das Set so beeindruckend machen, sind in den Aufbauprozess integriert. Wo ein Kabel verläuft und ein Fixierstein hinkommt, zeigt die Anleitung exakt. Die LEDs sind an vier separaten Kabeln angebracht. Häufig setze ich einen Lichtpunkt und lasse das restliche Kabel einige Arbeitsschritte liegen, bis mir die Anleitung zeigt, wo die nächste LED anzubringen ist.

Die winzigen Stecker an den Kabelenden erfordern trotz Pinzette beim Einstecken in den Verteiler, der alle Lichter mit Strom versorgt, ruhige Hände.

So sieht ein Teil der Verkabelung aus. Die Kabel werden mit speziellen Bausteinen fixiert.
So sieht ein Teil der Verkabelung aus. Die Kabel werden mit speziellen Bausteinen fixiert.

Als Stromquelle dient das mitgelieferte Batteriefach für drei AA-Batterien. Alternativ kann ich via USB-C eine Powerbank oder ein Netzteil verwenden. Wichtig ist, dass die Quelle nicht mehr als fünf Volt liefert. Beim Aufbau teste ich die Beleuchtung mit dem Batteriepack, das auf der Bodenplatte einen eigenen Platz bekommt.

Die Vielfalt der Lichter überrascht mich: Es gibt winzige LED-Streifen, ein Modul mit weichem RGB-Farbwechsel, Blinklichter und perfekt ins Setting passende Glasfaser-Beleuchtung. Immer wieder schalte ich nach dem Einbau neuer LEDs die Beleuchtung ein, um mich über das Lichterspiel zu freuen.

Ich setze den kleinen LED-Scheinwerfer auf das obere Ende des transparenten Kunststoff-Strangs, der dadurch futuristisch leuchtet.
Ich setze den kleinen LED-Scheinwerfer auf das obere Ende des transparenten Kunststoff-Strangs, der dadurch futuristisch leuchtet.

Die Kabellänge ist gut gewählt, teilweise ist sie etwas zu lang. Schwarz und fast so dünn wie ein Nähfaden fallen überstehende Kabel aber beim fertigen Modell kaum auf.

Ein «immersives Abenteuer»?

Mehrere Abende sitze ich an dem Set und komme dabei nach kurzer Zeit in den Bau-Flow: Das Suchen und Zusammensetzen der Steine wirkt entspannend und ist für mich eine willkommene Abwechslung zum Zocken am Computer oder dem abendlichen Versacken auf der Couch.

Die Produktbeschreibung gibt den Bauprozess als «immersives Abenteuer» an und meint damit das «Storytelling» der Anleitung. Sie liefert auch spielerische Elemente. Nach jedem abgeschlossenen Kapitel gibt es einen kleinen Abschnitt, in dem die im Set enthaltenen Figuren sich auf Englisch und Chinesisch witzige Wortgefechte liefern.

Lumibricks hat sich für die Anleitung ein paar nette Textblöcke ausgedacht.
Lumibricks hat sich für die Anleitung ein paar nette Textblöcke ausgedacht.

Nach Fertigstellung der Grundstruktur lässt mir die Anleitung zudem im Stil einer Art Quest die Wahl, mit welchem Modul ich weitermachen möchte. Als «immersives Abenteuer» würde ich den Aufbau aber nicht bezeichnen. Trotzdem gefallen mir die kurzen Dialoge gut und sie enthalten schöne Gaming-Insider, die das Set noch authentischer wirken lassen.

Obwohl mir der Bau viel Spaß macht, brauche ich etwas Geduld, insbesondere, wenn ich mal wieder zu lange nach einem bestimmten Teil suchen muss. Glücklicherweise finde ich 2577 Steine dort, wo sie sein sollten. Zwei Ausreißer haben sich unter den Überbleibseln aus früheren Kapiteln versteckt.

Einen Stein finde ich gar nicht. Ich kann ihn aber durch ein ähnliches Teil aus der Restetüte ersetzen. Ob er wirklich fehlt oder nur im Chaos der Baustelle untergegangen ist, kann ich nicht sagen. Ich habe eigentlich Ordnung gehalten, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Sollte ein Teil tatsächlich fehlen, bietet Lumibricks einen Ersatzteil-Versand an. Den musste ich zum Glück nicht bemühen.

Diese Steine bleiben am Ende übrig.
Diese Steine bleiben am Ende übrig.

Mir fällt auf, dass ich häufig mehrere Steinlagen hochbaue, ohne die nebeneinander stehenden Mauerteile zu verbinden. Erst die oberste Lage kröne ich mit einem fixierenden Abschluss. Das bedeutet beim Bau eine geringere Stabilität, und mir ist nicht klar, warum Lumibricks nicht gelegentlich versetzte Steine zur Problemlösung einplant.

Das würde auch die Statik in den höheren Ebenen verbessern. Dort fällt es mir schwer, Steine fest anzudrücken, weil ich kaum Gegendruck ausüben kann, ohne Elemente herauszupressen. An der Klemmkraft der Steine habe ich grundsätzlich nichts auszusetzen.

Es ist eine wackelige Angelegenheit, das Dach auf die filigranen Seitenstreben aufzusetzen und festzudrücken.
Es ist eine wackelige Angelegenheit, das Dach auf die filigranen Seitenstreben aufzusetzen und festzudrücken.

Leuchtendes Smarthome-Gadget

Am Ende wendet sich ohnehin alles zum Guten. Hässliche Spalten gibt es kaum und das Set steht auf geraden Oberflächen stabil. An seinem endgültigen Bestimmungsort kann ich mich kaum daran sattsehen. Die bunten Lichter bringen Cyberpunk-Feeling in mein Treppenhaus und ziehen alle Blicke auf sich.

Über ein Fünf-Volt-Netzteil und einen smarten Zwischenstecker habe ich das Gebäude ans Stromnetz angeschlossen. Mit Home Assistant ist «Game Stack» nun in eine Bewegungsmelder-Routine eingebunden. Aus der Klemmbaustein-Spielerei ist so ein leuchtendes Gadget geworden, das sich einschaltet, wenn jemand daran vorbeigeht.

Auch ein Rücken kann entzücken: An der Rückseite des Sets siehst du den Mechanismus des beweglichen Aufzugs und das Stromkabel. Rechts vom Zentrum befindet sich das Batterie-Pack, das ich nicht mehr benutze.
Auch ein Rücken kann entzücken: An der Rückseite des Sets siehst du den Mechanismus des beweglichen Aufzugs und das Stromkabel. Rechts vom Zentrum befindet sich das Batterie-Pack, das ich nicht mehr benutze.

Mein erster Ausflug in die Welt der Klemmbausteine war ein voller Erfolg. Am Schluss bleibt nur eine Frage offen: Wie entstaube ich nun dieses Monstrum?

Fazit

Eine beleuchtete Augenweide

Der Aufbau meines ersten Klemmbaustein-Sets entschleunigt mich und macht mir wirklich Spaß. Dank der hervorragenden Anleitung schaffe ich den Zusammenbau, obwohl mir jegliche Klemmbausteinerfahrung fehlt. Manche Steinfarben lassen sich allerdings nur schwer auseinanderhalten. Trotzdem habe ich insgesamt das Gefühl, sehr viel für mein Geld zu bekommen.

Ich habe die Zeiten nicht mitgetrackt, aber die angegebenen zwölf Stunden kommen bei mir hin. Fertig ist «Game Stack» ein echter Hingucker, aber erst die Beleuchtung macht es zum atmosphärischen Cyberpunk-Wunder. Dass es mehrere bewegliche Objekte wie die Aufzugskabine und Spiel-Mechanismen in den Gaming-Modulen gibt, finde ich nett. Am fertigen Set spiele ich aber nicht mehr herum.

Pro

  • hochwertige Aufmachung
  • hervorragende Anleitung
  • Spaß beim Zusammenbau
  • raffinierte Beleuchtung
  • viele bespielbare Details
  • günstiger Preis für den Umfang

Contra

  • manche Farben sind sehr ähnlich
Titelbild: Debora Pape

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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