DJI Mavic Mini oder DJI Mavic Air 2? Vor- und Nachteile im Vergleich
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DJI Mavic Mini oder DJI Mavic Air 2? Vor- und Nachteile im Vergleich

David Lee
Zürich, am 17.07.2020
Die DJI Mavic Mini und die Mavic Air 2 sind die beiden beliebtesten Drohnen. Die Mini punktet beim Preis und der Portabilität, die Air 2 bei der Bildqualität und der Verbindung.

Sowohl die DJI Mavic Mini als auch die DJI Mavic Air sind klein, leicht und für Anfänger geeignet. Die DJI Mini ist seit November 2019 auf dem Markt, die DJI Mavic Air 2 seit Mai 2020. Beide gibt es sowohl in einer Minimalausführung als auch in einer «Fly-More-Combo» mit zwei Reserveakkus und weiterem Zubehör.

Mavic Mini (30 min, 249 g, 12 Mpx)
–14%
406.–statt 474.–
Dji Mavic Mini (30 min, 249 g, 12 Mpx)
Mavic Mini Fly More Combo (30 min, 249 g, 12 Mpx)
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484.–
Dji Mavic Mini Fly More Combo (30 min, 249 g, 12 Mpx)
Mavic Air 2 (34 min, 570 g, 48 Mpx)
729.–
Dji Mavic Air 2 (34 min, 570 g, 48 Mpx)
Mavic Air 2 Fly More Combo (34 min, 570 g, 48 Mpx)
899.–
Dji Mavic Air 2 Fly More Combo (34 min, 570 g, 48 Mpx)

Das spricht für die Mavic Mini

Die Vorteile der Mavic Mini sind offensichtlich. Zum einen der Preis. Die Mini kostet nicht einmal halb so viel wie die Mavic Air 2, je nach Preisschwankungen auch deutlich weniger. Bei kleinem Budget ist das ein Killerargument.

Der andere offensichtliche Vorteil: Die Drohne ist klein und leicht. Sie wiegt nur 249 Gramm, weniger als die Hälfte der Mavic Air 2, die 570 Gramm auf die Waage bringt. Auch die Fernbedienung der Mavic Mini ist deutlich kleiner und leichter. Meine Küchenwaage misst 245 respektive 386 Gramm. Ein allfälliger Zweitakku wiegt bei der Mini weitere 100 Gramm weniger. Das geringe Gewicht ist ein Vorteil, wenn du die Drohne lange im Rucksack trägst, aber nicht nur dann.

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Vom Gewicht hängen auch gesetzliche Regelungen ab. Die Vorteile der Mavic Mini sind allerdings nicht besonders gross. Mit der gegenwärtigen Gesetzeslage, die noch bis Ende 2020 gilt, brauchst du für Drohnen unter 500 Gramm keine Haftpflichtversicherung – sie ist aber dringend zu empfehlen. In den blauen Kontrollzonen der Drohnenkarte dürftest du theoretisch über 150 Meter ab Boden ohne Bewilligung fliegen. Praktisch ist das aber irrelevant, da du die Drohne dann nicht mehr siehst – und ausser Sichtweite fliegen ist verboten.

Ab 2021 gelten neue Regeln. Es wird eine Registrierungspflicht geben, von der Drohnen unter 250 Gramm in der Schweiz und im EU-Raum befreit sind. Allerdings nur, wenn sie keine Kamera und kein Mikrofon haben. Der Pilot einer Mavic Mini muss sich somit ebenfalls registrieren lassen.

Ab 2023 wird es für «Legacy-Drohnen» in der Gewichtsklasse über 250 Gramm ziemlich starke Einschränkungen geben; die Mavic Mini ist da klar im Vorteil. Mit Legacy-Drohnen sind Modelle gemeint, die jetzt schon auf dem Markt sind und darum keine Klassifizierung nach dem neuen Reglement haben.

*Neue Drohnenregulierung:** Was mit bestehenden Drohnen geschieht
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Ein weiterer, kleiner Vorteil: Bei der Fernbedienung wird das Smartphone über die kurzen Kanten eingespannt. Dadurch bleiben die Tasten des Phones frei zugänglich und werden auch nicht versehentlich gedrückt. Bei der Mavic Air 2 wird das Smartphone an den Längskanten befestigt.

Die Fernbedienung der Mavic Mini.
Die Fernbedienung der Mavic Mini.

Die Flugeigenschaften sprechen weder für noch gegen die Mavic Mini. Der Akku der beiden Drohnen hält vergleichbar lange. Das Surren der Propeller hat bei der Mini eine höhere Frequenz, ist aber nicht lauter. Trotz ihres geringen Gewichts kann der Gimbal die Kamera bei Wind ruhig halten. Die Höchstgeschwindigkeit der Mini beträgt allerdings nur knapp 47 km/h, deutlich weniger als die 68 km/h der Mavic Air 2.

Das spricht für die Mavic Air 2

Die Kamera der Mavic Air 2 nimmt bessere Fotos und Videos als die Mini auf. Sie gleicht den Unterschied zwischen Schatten und Licht besser aus – es gibt viel weniger zu helle oder zu dunkle Stellen. Bei Fotos steht im Gegensatz zur Mini auch das RAW-Format zur Verfügung. Videos sind in 4K möglich (Mini: 2.7K) und das mit 60 fps, während bei der Mini nur 30 fps in der höchsten Auflösung möglich sind. Die höhere Bildrate ist dann wichtig, wenn du die Drohne zu schnell gedreht hast und den Kameraschwenk im Schnittprogramm verlangsamen willst.

Der wichtigste Pluspunkt ist meiner Meinung nach die Stabilität der Verbindung. Die Verbindung zwischen Fernbedienung und Drohne hält bei der Mavic Air 2 auch in einigen Hundert Metern Entfernung zuverlässig. Die Kamera streamt das Bild live in Full HD auf das Smartphone. Die dabei gespeicherten Videos sind so flüssig, dass ich sie beim Zusammenschneiden verwenden kann. Ich habe bei meinen Beispielvideos für den Erfahrungsbericht mit der Air 2 die Originalaufnahmen grösstenteils gar nicht benutzt, sondern die Streams vom Handy.

Ganz anders die Mavic Mini. Die Kreisbewegung um den Kirchturm konnte ich mit der Mini gar nicht fliegen, da nach kurzer Zeit die Verbindung stockte. Die Video-Streams, die auf dem Handy landen, sind nur 720p, aber dennoch sehr ruckelig – für die Weiterverarbeitung unbrauchbar. Die Mavic Mini verwendet eine gewöhnliche Wifi-Verbindung, während bei der Mavic Air 2 die Übertragungstechnologie OcuSync 2.0 zum Einsatz kommt.

Die Mavic Air 2 hat nicht nur unten Sensoren wie die Mini, sondern auch vorne und hinten. Nur so ist eine Hinderniserkennung überhaupt möglich. Sie soll sehr gut sein – ich habe das nicht getestet, da ich es nicht drauf ankommen lassen will. Jedenfalls machen die Sensoren auch eine Objektverfolgung möglich. Die Mavic Mini kann nur Quick Shots, also vordefinierte Flugbewegungen, und auch da musst du aufpassen, dass die Drohne nicht irgendwo reinfliegt.

Zum Lieferumfang der Mavic Air 2 gehört ein Ladegerät, mit dem sich der Drohnenakku und die Fernbedienung gleichzeitig aufladen lassen. Die Mini muss über Micro USB geladen werden und hat kein Ladegerät dabei.

Für alle Schussel, die immer die Speicherkarte vergessen, hat die Mavic Air 2 einen internen Speicher. Mit den 8 GB kommst du nicht sehr weit, aber immerhin hast du die Drohne dann nicht vergeblich mitgenommen. Die Mini hat keinen Speicher. Ohne Karte keine Aufnahme.

DJI Mavic Mini: Keine Sensoren hinten und keine Abdeckung beim Speicherkarten-Slot
DJI Mavic Mini: Keine Sensoren hinten und keine Abdeckung beim Speicherkarten-Slot
Bei der Mavic Air 2 ist der Kartenslot durch eine Gummikappe geschützt.
Bei der Mavic Air 2 ist der Kartenslot durch eine Gummikappe geschützt.

Bei der Mavic Air 2 werden die Propeller mit einem simplen Schnapp-Mechanismus eingesetzt und lassen sich auch durch Drücken und Drehen ohne Werkzeug abmontieren. Das geht so schnell, dass ich die Propeller zum sicheren Transport abnehme. Bei der Mavic Mini müssen die Propeller angeschraubt werden. Der Schraubenzieher gehört zum Lieferumfang.

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Die Fernbedienung der Mavic Air 2 ist zwar deutlich klobiger, liegt aber ausgezeichnet in der Hand. Das Verbindungskabel zum Smartphone lässt sich darin verstauen. Dadurch geht es bestimmt nicht verloren oder vergessen. Im Unterschied zur Mini hat die Fernbedienung der Air 2 einen Regler für die Geschwindigkeit.

Und die Mavic 2 Pro?

Die DJI Mavic 2 Pro ist nochmal eine Klasse besser, grösser und schwerer als die Air 2. Da sie schon bald zwei Jahre alt ist, liegt der Preis gar nicht mehr so weit von dem der Mavic Air 2 entfernt. Sie ist also bei entsprechendem Budget auch eine Überlegung wert. Die wichtigsten Kenndaten:

  • 1-Zoll-Sensor (grösser als Mavic Air 2)
  • 20 Megapixel (Mini: 12 MP, Air 2: 12 bzw. 48 MP ohne Dynamikausgleich)
  • 4K mit 30 fps
  • Hat als einzige der drei Drohnen eine Kamera mit verstellbarer Blende
  • Antikollisions-Sensoren in alle Richtungen, auch seitlich und nach oben
  • Deutlich schwerer als Mavic Air 2 (907 Gramm)
  • Flugzeit ca. eine halbe Stunde (ähnlich wie die anderen)
  • Andere App (DJI Go 4 statt DJI Fly)
DJI zündet die nächste Stufe mit *Mavic 2 Pro und Mavic 2 Zoom**
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Fazit: Für die meisten ist die Mavic Air 2 besser

Die Mavic Air 2 kostet zwar viel mehr als die Mini, doch sie ist auch viel besser. Das zieht sich durch von der besseren Ausstattung über die stabilere Verbindung bis zur höheren Bildqualität. Wenn du sie dir leisten kannst, ist sie vermutlich die bessere Wahl für dich. Die Mini ist nur dann richtig, wenn du nicht viel Geld ausgeben kannst oder willst – oder wenn es dir auf jedes Gramm ankommt, etwa beim Hiking.

Auch dein Zeithorizont spielt eine Rolle. Brauchst du jetzt eine Drohne, spricht das für die Mavic Air 2. Ist dir wichtig, die Drohne auch 2023 noch ohne grosse Einschränkungen zu nutzen, ist das eher ein Argument für die Mavic Mini. Wobei ich in diesem Fall abwarten würde. DJI wird bis dann höchstwahrscheinlich eine bessere Drohne unter 250 Gramm herausbringen.

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David Lee
David Lee

Senior Editor, Zürich

Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

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