Siri Schubert
Produkttest

Die Urevo-Recovery-Boots überzeugen im Test

Sie sollen die ersten Recovery-Boots mit künstlicher Intelligenz sein, die sich deinen Erholungsbedürfnissen anpassen. Kann das funktionieren? Ich habe sie getestet.

Erst lange Läufe mit Höhenmetern, tollen Aussichten und einem Hochgefühl, dann Muskelkater und schwere Beine. Wenn du genauso sportbegeistert bist wie ich, weisst du, wovon ich rede.

Da ich meinem Körper die besten Bedingungen für eine schnelle Erholung geben will, teste ich die Urevo-Recovery-Boots. Und falls dir der Firmenname bekannt vorkommt: Urevo hat sich mit Lauf- und Gehbändern fürs Home-Gym einen Namen gemacht.

Die Boots sollen laut Herstellerangaben die ersten Compressions-Manschetten mit künstlicher Intelligenz (KI) sein. Durch KI sollen sie die Massage-Programme individualisieren und so die für dich beste Erholungen gewährleisten. Schauen wir mal.

Schöne Farben und gute Verarbeitung

Doch zunächst ein Blick aufs Äussere: Als erstes fällt mir die Farbe auf. Ein Teal-Grün statt dem bei anderen Modellen üblichen Schwarz. Das finde ich gut, denn die Farbe assoziiere ich mit Beruhigung und Entspannung. Die Verarbeitung wirkt solide und der Klick-Mechanismus für die Steuerungsmodule funktioniert einfach.

Das Steuerungsmodul zeigt die verbleibende Zeit, den Akkustand und die Druckstärke an.
Das Steuerungsmodul zeigt die verbleibende Zeit, den Akkustand und die Druckstärke an.

Die Reissverschlüsse wirken, als würden sie intensiven Gebrauch überstehen. Das ist mir wichtig, denn durch den steigenden Druck in den Luftkammern müssen sie einiges aushalten. Übrigens wurden die Recovery Boots mit einem IF-Design-Award 2026 ausgezeichnet.

Grösse: etwas lang für meine Beine

Die Urevo-Boots sollen für alle geeignet sein, die zwischen 160 und 210 Zentimetern gross sind. Ich befinde mich am untersten Rand der Zielgruppe. Deshalb ist die Grösse für mich nicht optimal. Zwar kann ich die Länge mit den kurzen Reissverschlüssen an den Innenseiten der Beine und den Hauptreissverschlüssen anpassen, sodass ich die Boots nutzen kann. Es ist aber ein ziemliches Gezerre, bis die aufblasbaren Kompressen richtig sitzen. Ich hätte mir verschiedene Modelle, zum Beispiel Grösse S bis M und L bis XL gewünscht.

In der Praxis: schön entspannt

Meine Laufsaison ist in vollem Gange. Das heisst: viele Kilometer mit Höhenmetern und die entsprechende Ermüdung. Die Urevo-Boots bieten 32 verschiedene Programme, von Marathon übers Radfahren, Skifahren, Wandern, Fussball und Tennis bis hin zu Surfen und Schwimmen. Weitere Voreinstellungen sollen nach langem Stehen oder beim Einschlafen helfen.

Nach einem 30-Kilometer-Trainingslauf wähle ich das Massage-Regenerations-Programm und lasse meine Beine 30 Minuten lang mit Druckluft bearbeiten. Besonderes Plus: die Wärmeeinstellung. Ich kann zwischen 38, 43 und 48 Grad wählen. 43 Grad fühlen sich für mich besonders angenehm an.

Einfach entspannen: Die Massage nach der Anstrengung tut mir gut.
Einfach entspannen: Die Massage nach der Anstrengung tut mir gut.

Die Luftkammern blasen sich nacheinander auf. Da ich beim ersten Mal wegen der Grösse der Boots meine Füsse nicht richtig platziert habe, ist mir der Druck an dieser Stelle zu stark. Ich reduziere ihn einfach mal per App auf 140 mmHg. Viel besser.

Generell reicht der Druck von 80 mmHg für die Aktivierung bis zu 180 mmHg für eine Tiefenmassage. Bei nachfolgenden Sessions mit richtiger Fussposition wählt das Programm 160 mmHg für mich aus. Das ist sehr angenehm, ein zu starkes Druckgefühl kommt nicht mehr auf.

Auch die Füsse werden massiert, wenn die Manschetten richtig sitzen.
Auch die Füsse werden massiert, wenn die Manschetten richtig sitzen.

Nach 30 Minuten fühlen sich meine Beine entspannt an. Jetzt bekomme ich das KI-Feedback: 89 Prozent Erholung. Meine Muskelentspannung hat sich laut Programm um 32 Prozent verbessert, die Durchblutung um 23 und die Schmerzlinderung um 36 Prozent.

So war meine Session laut App. Ich vertraue eher meinem Körpergefühl, aber das sagt das Gleiche.
So war meine Session laut App. Ich vertraue eher meinem Körpergefühl, aber das sagt das Gleiche.

Genau nachprüfen kann ich diese Claims nicht. Doch mein subjektiver Eindruck bestätigt, dass sich meine Beine nach dieser langen und intensiven Laufeinheit ungewohnt leicht und locker anfühlen. Wie viel davon einer positiven Erwartungshaltung und dem Placebo-Effekt geschuldet sind, kann ich nicht exakt feststellen. Aber als ich bei einem Wochenendausflug ebenfalls rund 30 Kilometer zurücklegt und die aufblasbaren Urevo-Beine nicht dabei habe (obwohl sie kompakt sind und mit einer Reisetasche geliefert werden), leide ich am nächsten Tag unter Muskelkater.

Recovery-Boots sind zum Teil meiner Routine geworden

Inzwischen habe ich 25 Sessions mit den Recovery-Boots hinter mir. Sie sind Teil meiner Routine geworden, auf den ich mich schon während des Trainings freue. Zusätzlich zu den normalen Massage-Sessions habe ich spezialisierte Programme ausprobiert: zum Beispiel Erholung nach dem Wandern und nach dem Biken, Marathon-Erholung und das Aufwärmen zum Surfen vor einer Pumpfoil-Session. Jedes Mal hatte ich das Gefühl, dass mir der Druck und die Wärme richtig gut tun.

Nur ein kleiner Auszug aus den 32 Programmen in der App.
Nur ein kleiner Auszug aus den 32 Programmen in der App.

Wie gross dabei der Einfluss der Personalisierung durch KI wirklich ist? Schwer zu sagen. Aber wie heisst es so schön? Die beste Technologie ist die, die man nicht spürt. Ich habe die Sessions mit den Urevo-Recovery-Boots jedenfalls als erholsam empfunden.

Und die KI gibt mir auch Feedback, wenn auch noch in der Beta-Version. «Dein Körper zeigt eine robuste Verfassung», heisst es da. Dem würde ich zustimmen. Denn glücklicherweise kann ich recht grosse Belastungen mit Spass überstehen, beispielsweise stundenlang über Stock und Stein zu laufen, ohne hinterher Schmerzen zu haben. Die App rät mir auch, die Erholung proaktiv anzugehen, wenn ich das Leistungsniveau halten möchte. «Was soll sie auch sonst sagen?», war mein erster Gedanke, schliesslich handelt es sich um ein Recovery-Tool. Doch tatsächlich ist es genau das, was mir Sportwissenschaftler bei meinen bisherigen Leistungstests auch geraten haben. Und deshalb denke ich, dass die Analyse möglicherweise schon auf mehr basiert als auf allgemeinen Floskeln.

Du kannst die KI-Steuerung aber auch ausschalten, wenn dir die voreingestellten Programme ausreichen. Oder ganz gezielt einzelne Zonen massieren lassen.

Wadenmassage gefällig? Hier kannst du wählen.
Wadenmassage gefällig? Hier kannst du wählen.

Fazit

Angenehme Beinmassage mit Luftdruck

Die Recovery-Boots von Urevo bieten eine angenehme Druckluft-Massage mit Wärme. Für mich hat das richtig gut funktioniert. Nach langen Läufen mit Höhenmetern fühlten sich meine Beine weniger schwer an. Auch der Muskelkater hielt sich in Grenzen. Wie viel davon am Placebo-Effekt liegt und welchen Beitrag die KI zur Personalisierung leistet, kann ich nicht sagen. Aber bei meinem Test über mehrere Wochen haben mir die Urevo-Recovery-Boots bei der Erholung geholfen. Ich würde mir allerdings wünschen, dass es noch eine kleinere Grösse gäbe.

Pro

  • gute Massageleistung mit wechselndem Druck
  • angenehme Wärme
  • viele Einstellungsmöglichkeiten
  • automatische (KI) oder manuelle Personalisierung
  • gute Verarbeitung

Contra

  • für kleinere Menschen etwas grosszügig geschnitten
Titelbild: Siri Schubert

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Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.


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