

Boum Core: günstiger gemacht, teuer geblieben
Die Galaxus-Community wollte ein günstigeres Boum-Bewässerungssystem – jetzt ist es da. Mit Boum Core sparst du ein Drittel, musst aber Abstriche beim Material in Kauf nehmen.
«Warum muss das so teuer sein?!», «Für den Preis kaufst du dir das Grünzeug tausendfach im Supermarkt.» Das Feedback aus der Galaxus-Community war eindeutig, als ich die selbstbewässernden Töpfe des Boum Pro Startersets testete: zu teuer, viel zu teuer.
Nun hat das Berner Uni-Spin-off eine günstigere Version ihres Bewässerungssystems herausgebracht: Boum Core. Statt eines einzelnen 15-Liter-Topfs umfasst sie zwei 13-Liter-Töpfe aus einem preiswerteren Material. Zudem fällt auch der Wassertank mit 32 statt 35 Litern etwas kleiner aus. Kostenpunkt: rund 230 statt rund 340 Franken. Ich habe es getestet.
Abstriche sieht man, spürt man aber nicht
Was mir sofort auffällt, ist das neue Material. Die UV- und frostresistenten Boum-Core-Töpfe sind in der grauen Variante nicht nur heller, sondern auch etwas dünner. Ausserdem sind die Kanten stärker abgerundet. Boum Core wirkt insgesamt dennoch massiver und weniger elegant.


Beim Zusammenbauen erlebe ich zahlreiche Déjà-vus. Die schwarzen Dochthalter, die ich in die Löcher im Topfboden drehe und die weissen Dochte, die ich hineinstecke, damit sie das Wasser zur Pflanze rauf ziehen: Alles bleibt beim Alten.

Auch im Wasserreservoir unter dem Topf befestige ich wieder das weisse Schwimmerventil, das den Wasserpegel überwacht, und das schwarze T-Stück. Über die daran angeschlossenen (zugegeben: etwas auffälligen) Schläuche liefert das System Wasser, sobald der Pegel zu niedrig ist. Überwachen kann ich alles, wie gehabt, über die Boum-App. Und sollte etwas kaputt gehen, kann ich alle Teile nachbestellen und austauschen. Boum hat einen eigenen Repair Service, der Systeme repariert.

Durstige Kräuter im Härtetest
Wirklich spannend wird es jetzt. Bisher habe ich in die Boum-Töpfe auf meinem sonnigen Balkon Grünzeug gepflanzt, das wenig Wasser braucht: einen Olivenbaum und mediterrane Kräuter. Nun will ich wissen, ob die Werbeversprechen stimmen und auch nach Wasser lechzende Kräuter überleben.
In den einen Topf pflanze ich dauerdurstigen Basilikum, in den anderen – halt dich fest – Schnittlauch und Petersilie. Wie ich später merke, verstehen sich die Letzteren eigentlich überhaupt nicht, obwohl sie ähnliche Ansprüche haben. Nun ja: In meinen Boum-Töpfen wachsen sie (bisher) trotzdem friedlich nebeneinander.

Eine Lücke schliesst sich
Ein anderes Nebeneinander ist problematischer: Die solarbetriebene Steuerung liegt nicht bündig auf dem neuen Wassertank. Beim teureren Boum-Set passt beides millimetergenau aufeinander. Wie mir Gründer und CEO Ludwig Auer verrät, lässt sich der Deckel jedoch mit leichter Justierung richtig platzieren. Ich versuche es. Und siehe da: Nach zwei-, dreimaligem Drehen schliesst sich der Spalt tatsächlich.

Gesamthaft bin ich zufrieden. Das günstigere Boum-System funktioniert so tadellos wie das teurere. Im Unterschied zu Gardena und Co. liefert es den Pflanzen genau die Wassermenge, die sie brauchen. Nach drei Wochen ist der Basilikum über sich selbst hinausgewachsen. Der Trick von Kollege Simon, die dicht gedrängten Basilikumstängel aufzuteilen und separat einzupflanzen, hat gefruchtet.
Premium bleibt Premium
Trotzdem bleibt der Preis ein Knackpunkt. Um die 100 Franken weniger für weniger Material bei identischem Funktionsumfang sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Wirklich günstig ist das System allerdings noch immer nicht. Auch wenn das wenig überraschend ist: ausgeklügelte Dochtbewässerung, Solarbetrieb, austauschbare Komponenten und der Support eines Schweizer Uni-Spin-offs haben ihren Preis.
Wer das zu schätzen weiss, muss etwas tiefer in die Taschen greifen – für Boum Core fast genauso viel wie für das Boum Pro Starterset. Deshalb würde ich eher zu Letzterem greifen: optisch überzeugender und präziser verarbeitet. Wenn dir hingegen der Preis am wichtigsten ist, lässt du besser die Finger von Boum. Aber beklage dich nicht über verwelkenden Basilikum. Schliesslich kostet das auch etwas: Nerven.

Würdest du Boum Core kaufen? Verrate es in einem Kommentar.
Fazit
Die Sparversion bleibt teuer
Pro
- zuverlässige, bedürfnisgerechte Bewässerung, auch bei durstigen Kräutern
- wasser- und energiesparend
- benutzerfreundliche App
- austauschbare Teile und Repair Service
- sichere Abdichtung
Contra
- Verarbeitung etwas einfacher als beim Boum Pro Starterset
- Schläuche etwas unschön

Ich liebe alles, was vier Beine oder Wurzeln hat – besonders meine Tierheimkatzen Jasper und Joy sowie meine Sukkulenten-Sammlung. Am liebsten pirsche ich auf Reportagen mit Polizeihunden und Katzencoiffeurinnen umher oder lasse in Gartenbrockis und Japangärten einfühlsame Geschichten gedeihen.
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