Produktvorstellung

Bei Kollektiv Vier wird das Leintuch zur Leinwand

Pia Seidel
12.07.2022

Bisher blieb das Bettlaken im Textildesign unbeachtet. Jetzt hat es von «Kollektiv Vier» die Aufmerksamkeit bekommen, die es verdient.

4652 unterschiedliche Leintücher habe ich aktuell im Sortiment zur Auswahl. Aber nur drei davon stechen aus dem Einheitsbrei hervor. Alle anderen Modelle sind einfarbig und meistens weiss. Dabei könnte die Leinwand so viel kreativer bespielt werden. Vor allem, weil sie so viel Platz im Schlafzimmer einnimmt. Das hat das Schweizer Label Kollektiv Vier auch erkannt und den tristen Tüchern zu meiner Freude ein Redesign verpasst.

Die aktuelle Kollektion besteht aus drei Bettlaken, die mit ihren Motiven «vom Sommer erzählen». Das Modell «Albo» zum Beispiel «lädt dich zum Ausruhen unter dem Baum ein», heisst es im Beschrieb. Diese Einladung nehme ich gerne an und bitte um ein Muster.

Jedes der drei Laken besteht aus einem Baumwolle-Leinen-Gemisch, wird in Spanien bedruckt sowie genäht und mit einem in der Schweiz hergestellten Stoffsäckchen geliefert. Darin befindet sich jeweils eine Gutenachtgeschichte, die sich die Designerinnen Mirjam Huwiler, Eva Zuberbühler und Johanna Widmer, ausgedacht haben.

Bereits das Säckchen verrät, dass hier nicht nur eine Farbe im Spiel sein wird.
Bereits das Säckchen verrät, dass hier nicht nur eine Farbe im Spiel sein wird.
Mit dabei ist eine Gutenachtgeschichte (auf der Rückseite), um die Fantasie anzuregen.
Mit dabei ist eine Gutenachtgeschichte (auf der Rückseite), um die Fantasie anzuregen.

Bereits beim Aufziehen des Tuchs fällt mir ein Detail auf: Nur die Ecken sind mit einem Gummizug versehen. Das und die Tatsache, dass jede davon eine andere Farbe hat, macht es leichter zu identifizieren, welche Kante wohin gehört. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich versuche, die kurze Kante über die lange Bettseite zu spannen. Das spart mir Mühe und Nerven. Dass sich das Gummi nicht über den gesamten Rand zieht, macht fürs Ergebnis keinen Unterschied.

Dank optisch abgehobener Ecken bette ich auf Anhieb richtig.
Dank optisch abgehobener Ecken bette ich auf Anhieb richtig.
Das Fixleintuch lässt sich sauber spannen – auch ohne Gummizug an allen Seiten.
Das Fixleintuch lässt sich sauber spannen – auch ohne Gummizug an allen Seiten.

Der Leinenanteil (25 Prozent) macht das Designstück etwas steifer als ein herkömmliches Baumwolltuch. Dafür sorgt er dafür, dass Feuchtigkeit besser aufgenommen und wieder abtransportiert wird. Auf der Haut fühlt sich das bedruckte Bettlaken nicht ungewöhnlich an, im Raum dagegen schon.

«Einfache Ideen sind bekanntlich die besten»: Ein Hauch von Farbe ändert die ganze Stimmung im Raum.
«Einfache Ideen sind bekanntlich die besten»: Ein Hauch von Farbe ändert die ganze Stimmung im Raum.

Bislang war mir mein nicht gemachtes Bett während des Stosslüftens ein Dorn im Auge. Heute wirkt es einladender und ist ein Blickfang im positiven Sinne. Das Muster verleiht dem Arrangement mehr Tiefe und einen grafischen Charakter. Ich freue mich darauf, weitere Bettwäschesets damit zu kombinieren.

Das Accessoire für den nonchalanten Look zuhause

Es ist das zweite Mal, dass das Designerinnen-Trio Vertrautes neu interpretiert. Zuvor war es auf einer Mission, das Badezimmer mit Duschvorhängen zu verschönern, die Kunstwerken gleichen. Nun ziehen sie einen Raum weiter und widmen sich dem Schlafzimmer.

  • Produktvorstellung

    Diese Duschvorhänge sind auch ein Gedicht

    von Pia Seidel

Nur warum haben sie sich ausgerechnet jetzt mit dem Schlafzimmer beschäftigt? Meine Vermutung: Weil unser Bett seit der Pandemie wichtiger geworden ist. Einerseits haben wir dort noch mehr Zeit verbracht. Andererseits, stellt es seither ein beliebtes Motiv auf Social Media dar. Statt einem Modeaccessoire inszeniert Bloggerin Matilda Djerf beispielsweise regelmässig ihr Gemach auf ihrem Insta-Feed. Ich bin jedenfalls dankbar darüber, dass fade Fixleintücher passé sind und die Leinwand unter meiner Decke endlich bespielt wird.

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Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres.
– Albert Einstein


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