
Zum Nachschauen: Velos reparieren mit Thomas Zahnd
Nach einer Velokarriere und einem Abstecher ins Büro arbeitet Thomas Zahnd heute in seinem eigenen Shop und repariert Fahrräder aller Marken und Typen. Wie es in seinem Geschäft zu und her geht, erfährst du im Livestream.
In dem kleinen Laden in Bern werden gerade einmal ein Velo, ein paar Helme und Veloschlösser zum Verkauf angeboten. Die offene und sauber aufgeräumte Werkstatt mitten in der Ladenfläche steht im Zentrum. Thomas hat sein Geschäft Pistache Bike genannt. Wieso? «Weil ich einerseits Pistazien liebe und weil sich mein Laden andererseits von den anderen Velogeschäften abheben soll», meint Thomas.

Dass er etwas mit Velos machen will, ist schon früh klar. Als kleiner Junge entdeckt er zusammen mit den Eltern die Schweiz – auf zwei Rädern. Bereits als 12-Jähriger weiss Thomas: Ich werde Velomech. Das Biken soll ein intensives Hobby bleiben, wird dann aber schnell zum Beruf. Fünf Jahre lang fährt der mittlerweile 39-Jährige Rennen auf der ganzen Welt. «Eine super Zeit, die ich einfach nur genossen habe», sagt Thomas. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt, macht er plötzlich Schluss. Unstimmigkeiten mit dem Sponsor und das erste Kind bewegen ihn zum Aufhören. Nach einigen Jahren im Büro bei einem Bike-Onlinehändler braucht er einen erneuten Wechsel. Er vermisst den Kundenkontakt und die Arbeit mit den Händen. Pistache Bike entsteht. Mitten in der Corona-Zeit.

Kein gewöhnlicher Bike-Shop
Corona und eine Shoperöffnung. Kann das gutgehen? Auch bei Thomas machen sich einen Moment lang Zweifel breit. Spätestens als so gut wie jeder Schweizer das alte Velo aus dem Keller holt, ist die Skepsis weg.
Thomas’ Werkstatt soll nicht vom Verkauf, sondern von Reparaturen und Service leben. Auch Velos, die im Internet bestellt wurden, heisst er gerne willkommen. Auch bei Galaxus kannst du ein Velo bestellen und es zu Thomas liefern lassen. Für eine Gebühr montiert er es, fettet die nötigen Teile ein und stellt die Federgabel massgeschneidert auf den Kunden ein. «Bei mir kann jeder sein Bike vorbeibringen. Egal welche Marke und egal, wo es der Kunde gekauft hat.» Schliesslich hätten alle Velos zwei Räder, Bremsen und einen Rahmen. Da spiele die Marke keine Rolle. Ein Bikeshop müsse heute anders sein als noch vor 20 oder 30 Jahren, um Erfolg zu haben.
Kaum gesagt, betritt ein Kunde den Laden. Ein Auffahrunfall mit einem anderen Velofahrer endete in einer Acht im Hinterrad. Das Rennrad wird zur Seite gestellt und später repariert. Es war nicht der erste Besuch des Kunden. Und bestimmt auch nicht der letzte.

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