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Withings Body Scan 2: viel Messung, lange Wartezeit

Kim Muntinga
5.1.2026

Die Body Scan 2 will die Grenzen klassischer Smartwaagen sprengen. Sie misst detaillierte Körperwerte und visualisiert Ergebnisse in Echtzeit. Unklar bleibt, wie alltagstauglich und präzise die erweiterten Funktionen sind.

Withings hat auf der CES 2026 die Body Scan 2 vorgestellt, den Nachfolger seiner bereits umfangreich ausgestatteten Smart-Waage. Das Gerät erweitert die klassische Körperanalyse um zahlreiche Gesundheitsindikatoren mit dem Ziel, mehr als nur Gewicht und Körperfett zu erfassen.

Die neue Body Scan 2 nutzt einen Handgriff mit integriertem Display zur erweiterten Körperanalyse.
Die neue Body Scan 2 nutzt einen Handgriff mit integriertem Display zur erweiterten Körperanalyse.
Quelle: Withings

Erweiterte Analyse mit zwölf Elektroden

Die Body Scan 2 arbeitet mit zwölf Elektroden, die in der Standfläche und in einem ausziehbaren Handgriff verbaut sind. Während der Messung erfasst das System über bioelektrische Impedanz, Pulswellengeschwindigkeit und weitere elektrische Verfahren mehr als 60 sogenannte Biomarker. Dazu zählen klassische Werte wie Körperfett, Muskelmasse und Herzfrequenz, aber auch abgeleitete Indikatoren zur Gefäßsteifigkeit, Herzleistung oder zum Stoffwechsel.

Im Unterschied zu herkömmlichen Smartwaagen bietet das Gerät eine Analyse einzelner Körperbereiche. Arme, Beine und Rumpf werden getrennt ausgewertet. Die vollständige Messung dauert rund 90 Sekunden.

Das Farbdisplay befindet sich neu im Griff, wodurch sich während der Messung erste Werte direkt ablesen lassen. Die Waage synchronisiert ihre Daten per WLAN oder Bluetooth mit der Withings-App. Die App wertet die Daten automatisiert aus und stellt sie für Vergleiche über längere Zeiträume hinweg in einer Übersicht dar. Laut Hersteller hält der integrierte Akku bis zu 15 Monate.

Die Withings-App stellt zahlreiche Gesundheitsindikatoren visuell dar, deren Aussagekraft modellbasiert ist.
Die Withings-App stellt zahlreiche Gesundheitsindikatoren visuell dar, deren Aussagekraft modellbasiert ist.
Quelle: Withings

Begrenzte Aussagekraft der Gesundheitsdaten

Die meisten Werte basieren auf bioelektrischer Impedanz. Diese Methode eignet sich für Trendbeobachtungen, ist jedoch nicht mit klinischen Referenzverfahren wie DEXA-Scans oder Laboranalysen vergleichbar. Die Ergebnisse beruhen auf statistischen Modellen, deren Genauigkeit je nach Körperbau, Hydratation und weiteren Faktoren schwankt.

Auch erweiterte Parameter wie Gefäßalter, metabolische Effizienz oder Hinweise auf Bluthochdruck sind modellbasierte Schätzwerte. Sie liefern eine Orientierung, ersetzen aber keine medizinische Abklärung. Funktionen mit potenzieller medizinischer Relevanz, etwa EKG-Ableitungen oder Risikohinweise, stehen zudem in vielen Regionen unter regulatorischem Vorbehalt.

Messdauer als praktische Hürde

Die vollständige Messung dauert rund anderthalb Minuten. Im Vergleich zu klassischen Smartwaagen ist das deutlich länger. Während dieser Zeit musst du barfuß, möglichst regungslos und mit beiden Händen am Griff stehen.

Schon beim Vorgängermodell zeigte sich, dass diese Prozedur die Bereitschaft zur regelmäßigen Nutzung senkt. Für ein Gerät, das auf die langfristige Trendbeobachtung ausgelegt ist, stellt sich damit die Frage, wie konsequent es im Alltag tatsächlich verwendet wird. Ich hätte persönlich keine große Lust, so lange auf das Ergebnis zu warten.

Ein ausführlicher Test zum bisherigen Body-Scan-Modell folgt noch durch meinen Kollegen Stephan. Der Body Scan 2 soll im zweiten Quartal 2026 erscheinen.

Titelbild: Withings

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