Whisky-Fälschungen auf der Spur
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Whisky-Fälschungen auf der Spur

Vanessa Kim
Zürich, am 09.08.2019
Der Markt für gefälschte Whiskys boomt. Eine künstliche Zunge soll diese nun erkennen. Wer's erfunden hat? Natürlich die Schotten.

Was teuer ist, wird gerne gefälscht – egal, ob Montblanc-Füller, Armbanduhren von Rolex, Parfums oder Designertaschen. Der Markt für Raubkopien floriert, leider. So verwundert es nicht, dass auch die Whisky-Branche nicht vor Betrügern gefeit ist. Denn nicht immer ist in einer Flasche drin, was sich gemäss Etikette darin befinden sollte. Das kommt vor allem Sammler teuer zu stehen, wenn sie für einen vermeintlich edlen Tropfen, der mit einem billigen Fusel gestreckt wurde, ein Vermögen hinblättern. Um Fälschern einen Strich durch die Rechnung zu machen, lassen sich Händler allerhand einfallen, so werden beispielsweise Flaschen mit einem Code oder einem speziellen Verschluss versehen, um Manipulationsversuche zu vermeiden.

Künstliche Zunge 2.0

Die Universitäten Strathclyde und Glasgow arbeiten schon länger an einer Methode, um echten von gefälschtem Whisky zu unterscheiden. Dem Forscher Alasdair Clark und seinem Team ist es nun gelungen, eine künstliche Zunge zu entwickeln. Der Sensor basiert auf einer Glasscheibe, auf der klitzekleine Metallplättchen aus Gold und Aluminium schachbrettartig angebracht sind. Diese können, aufgrund unterschiedlicher Wellen, Flüssigkeiten voneinander unterscheiden. Zudem lassen sich wie bei einer echten Zunge unterschiedliche Geschmacksprofile antrainieren.

Künstliche Zungen sind kein Novum. Bei diesem Exemplar handelt es sich aber um die erste, die mit zwei unterschiedlichen Metallen funktioniert. Das ermöglicht nicht nur eine schnellere, sondern eine noch präzisere Whisky-Analyse. Der einzige Haken: Der Test kann noch nicht ohne Öffnen der Flasche durchgeführt werden. Dies dürfte insbesondere für Sammler problematisch sein, da der edle Tropfen beim Öffnen an Wert verliert. Dafür könnte die Technologie künftig in Sachen Qualitätskontrolle von Lebensmitteln wegweisend sein, denn die künstliche Zunge kann nicht nur bei Spirituosen angewendet werden.

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Vanessa Kim
Vanessa Kim
Editor, Zürich
Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt.