
Weihnachtskollektionen: Der Überlebens-Guide für dein Portemonnaie
Spätestens ab November ködern dich die Beauty-Hersteller mit weihnachtlichen Verpackungen und Designs. Impulskäufe sind vorprogrammiert – es sei denn, du rufst dir meine drei Leitsätze in Erinnerung.
Sie glitzern. Sie funkeln. Sie rufen deinen Namen. Jedes Jahr ballern uns die Beauty Brands mit Geschenksets und hübsch designten Weihnachtskollektionen zu. Ein Fest für die Augen, die Pest fürs Portemonnaie. Damit mein Urteilsvermögen nicht alle Jahre wieder vom vielen Glitzer getrübt wird, erinnere ich mich an die folgenden drei Leitsätze. So kann ich sichergehen, dass ich meine weihnachtlichen Anschaffungen weise auswähle und diese nicht bereits im neuen Jahr wieder einstauben.
1. Die Verpackung: ein guter Verführer, aber ein schlechter Liebhaber
Verpackungen sind Dreh- und Angelpunkt jeder Weihnachtskollektion. Sie heben die Produkte vom restlichen Sortiment ab. Dabei werden schwere Geschütze aufgefahren. Illustrationen, festliche Prägungen in Puderformulierungen, glitzernde Overlay-Sprays und und und. Nicht selten wirst du enttäuscht, weil Produkte besser aussehen, als sie performen. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass mehr Geld und Zeit in die Optik geflossen ist als in die Produktentwicklung selbst.
Besonders grosses Enttäuschungspotenzial bergen Highlighter und Lippenstifte, die in unberührtem Zustand mit dem Sternenhimmel um die Wette funkeln. Einmal aufgetragen merkst du, dass es sich dabei nur um einen Overlay-Spray handelt. Quasi eine Art Finish-Spray, das dafür sorgt, dass das Produkt extra glitzrig und dadurch unwiderstehlich aussieht. Das bedeutet nicht, dass das Produkt an sich nichts taugt, sondern nur, dass es deinen Erwartungen nicht gerecht wird. Auch sehr beliebt sind spezifisch gepresste Puder, in denen du beispielsweise Sterne oder Schneeflocken erkennst. Nach drei Anwendung dürfte davon aber nix mehr übrig sein.

Ausnahmen bilden Produkte, die bereits im Standardsortiment der Marke verfügbar sind, für die Weihnachtszeit aber in einem neuen Gewand daher kommen. Das ist für die Hersteller zwar der faule, günstigere Weg, weil sie kein neues Produkt entwickeln müssen, gibt dir aber gleichzeitig folgende Sicherheiten:
- Sollte dir das Produkt gut gefallen, kannst du es das ganze Jahr über nachkaufen.
- Meistens sind es die Bestseller, die in ein Weihnachtskostüm gesteckt werden. Du kannst also in den meisten Fällen davon ausgehen, dass das Produkt einem gewissen Qualitätsanspruch genügt, schliesslich hat es sich seinen Platz im Standardsortiment verdient.
Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Manchmal sind die Produkte dann teurer. Mach also unbedingt einen Preis-Check, sonst zahlst du für die Verpackung oben drauf.
Ein anderer wichtiger Punkt ist der saisonale Charakter der Verpackung. Weihnachtskollektionen sind nur deshalb so toll, weil die Feiertage, die Guetzli, der Christbaum und die Schneeflocken so präsent sind, dass du mit dem Produkt ein Gefühl verbindest. Spätestens im Januar verfliegt dieses Gefühl aber wieder und damit wohl auch dein Enthusiasmus für das Gekaufte. Und wer holt schon gerne im Sommer einen frostigen Schneeflocken-Highlighter hervor? Je weihnachtlicher eine Kollektion aussieht, desto grösser also die Wahrscheinlichkeit, dass du das Produkt nach den Feiertagen links liegen lässt.
Frage dich deshalb: Schliesst das Produkt eine Lücke in deiner Sammlung oder ist es lediglich das Äussere, das deinen Muss-Haben-Instinkt triggert?
2. Ignoriere das L-Wort
Limitiert. Ein Wort, das Make-up-Sammlern das Adrenalin durch den Körper jagt. Die Vergänglichkeit einer Kollektion schreit immer mal wieder nach Impulskäufen. Auch ich bekam es regelmässig mit der Angst vor dem Versäumnis zu tun. Bis ich letztes Jahr ein paar No-Buy-Monate um Weihnachten herum einlegte. Fazit? Ich habe nichts von dem, das ich nicht gekauft habe, bereut. Denn das Gute an der schnelllebigen Beauty-Industrie ist, dass du keine Zeit hast, alten Produkten nachzuweinen. Und vertrau mir, was bei den Kunden gut ankommt, schafft früher oder später sowieso den Sprung ins Standardsortiment.
3. Flirten mit Geschenksets ist erlaubt
Geschenksets bergen Sparpotenzial und sind für mich die lohnenswerte Ausnahme im Weihnachtsirrsinn. Besonders im hochpreisigen Bereich der Gesichts- und Körperpflege. Die meisten Geschenksets bündeln Hero-Produkte aus ihrem Standardsortiment, sodass du sie im Set günstiger erwirbst, als wenn du dir alles einzeln kaufst. Auch hier gilt: Nur weil das Set festlich aussieht, ist das noch lange kein Kaufgrund. Geld ausgeben ergibt in drei Fällen Sinn:
- Du kennst die Marke und möchtest unbedingt mehr aus dem Sortiment ausprobieren.
- Du kennst die Produkte im Set bereits und brauchst Nachschub.
- Du kennst die Produkte und möchtest sie verschenken.
Ich gebe zu, es ist nicht immer einfach, sich vom vielen Glitzer und Gold nicht blenden zu lassen. Aber es lohnt sich, wenn du dir ein paar Gedanken mehr machst, bevor du deinen Geldbeutel zückst. ❄️
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.
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