

UBPet C20 im Test: Wird der Katzenklo-Bestseller meine Nummer eins?
An meine Lieblings-Katzentoilette kam bisher keine ran. Doch jetzt ist der Galaxus-Bestseller auf meinem Testtisch gelandet. Kann die UBPet C20 meine bisherige Nummer eins vom Thron stossen?
Eigentlich habe ich meine selbstreinigende Katzentoilette längst gefunden: die Neakasa M1. Sie ist oben offen, hat einen riesigen Müllbehälter und schliesst Gerüche zuverlässig ein.
Einziges Manko: Manchmal muss ich den Müllbehälter schütteln, weil sich der Inhalt stapelt und die Kloklappe blockiert. Deshalb bin ich stets an weiteren Testprodukten interessiert – und sage sofort zu, als mir angeboten wird, das Modell UBPet C20 zu testen. Der Galaxus-Bestseller ist rund 100 Franken günstiger und wird sogar noch etwas häufiger gekauft als mein bisheriger Favorit Neakasa M1.
Meine Erwartungen sind hoch.
Leicht, kompakt und schnell aufgebaut
Als ich das Klo die Treppe in meine Wohnung hochtrage, bin ich überrascht: 7,5 Kilogramm sind eher leicht für eine selbstreinigende Katzentoilette. Obwohl sie mit einer Grösse von 50 x 49 x 54 Zentimetern im Mittelfeld liegt. Sie ist die kleine Schwester der UBPet C41.
Der Zusammenbau fällt mir leicht. Nur die Trommel muss ich ein-, zweimal neu ausrichten, damit sie richtig ins Getriebe einrastet und sich drehen kann. Klebrig wird es mit dem Deo, das ich in ein Fach neben dem Müllbehälter schiebe. Die Verpackung ist wenig durchdacht, ich muss das glitschige Stück anfassen. Bei meinem Favorit Neakasa gibt es kein Deo. Dort verschliesst sich eine Klappe nach jedem Toilettengang und lässt (fast) keine Gerüche durch.

Ich bin noch skeptisch: Wenn Katzentoiletten einen Geruchsneutralisierer besitzen, verschliessen sie meist den Müllbehälter nicht komplett. Bei der UBPet C20 gibt es zwar zwei Klappen (eine mit Schnappverschluss), aber ganz luftdicht sehen sie nicht aus. Es könnte also müffeln.
Aber ich will noch nichts verschreien.
App überrascht mit kuriosen Katzenrassen
Zuerst kopple ich die Toilette über die App UPET mit dem Smartphone. Das geht einfach. In der App kann ich meine Katzen benennen sowie das Gewicht, Alter und Gesundheitshinweise eintragen. Bei den Rassen muss ich über die Auswahl schmunzeln. Ich finde beispielsweise eine «thailändische Muschi» (wie bitte?). Meine europäischen Kurzhaarkatzen sind nicht aufgeführt. Ich finde lediglich die «europäisch birmanische Katze» (vermutlich Birma-Katze). Die Übersetzungen klingen, als hätte sie jemand nach drei Gläsern Wein erstellt.

Immerhin habe ich viele Möglichkeiten: Ich kann etwa den Reinigungsstartpunkt festlegen, nachdem die Katze die Toilette verlassen hat. Weiter kann ich einen Nicht-Stören-Modus anwählen, eine Kindersicherung mit Tastensperre sowie einen Schüttelmodus einstellen. Letzterer hilft bei längerer, gröberer Streu. Ein grosses Plus der C20: Bei der Neakasa M1 und vielen anderen Katzentoiletten funktioniert lediglich feine Streu.

Viele Funktionen, aber umständliche Leerung
Auch die «Hardware» der UBPet C20 ist einfach gehalten. Es gibt nur zwei Tasten: zum Reinigen und zum Glätten. Ich frage mich, wie ich das Klo leere? Die Neakasa M1 hat eine eigene Taste dafür. In der Gebrauchsanweisung lese ich, dass bei der UBPet C20 ein separates Reinigungsbrett zum Zug kommt. Dieses hänge ich vor das Reinigungssieb. So verschwindet das Streu beim Drehen nicht in einem Auffangbehälter, sondern kippt direkt in den Müllbehälter. Danach muss ich das Brett wieder aushängen. Eher umständlich.

Etwas unklar ist ausserdem die Beschreibung der Füllhöhe der Streu. Ich soll laut Anleitung «bis unterhalb des Antihaft-Pads» auffüllen. Gemeint ist damit offenbar der untere statt der obere Rand der hellgrauen Gummibeschichtung. Das stelle ich jedoch erst fest, nachdem ein Teil der Streu im Müllbehälter landet. Mist.

Mein Kater hält das Klo für ein Körbchen
Zeit für die Belastungsprobe! Ich stecke die Katzentoilette ein und warte, bis sich meine Stubentiger anpirschen. Jasper ist, wie üblich, sofort zur Stelle. Er steigt ohne jegliches Zögern in die niederschwellige, 17,3 Zentimeter hohe Trommel und … legt sich hin. Ernsthaft?! Anscheinend verwechselt er sie mit einem Körbchen. Ob es wohl am niedrigen Streupegel liegt? In der C20 ist dieser rund 5 Zentimeter hoch, 8 Zentimeter sind es in derM1. Scharren können Katzen in der Neakasa- also ausgiebiger als in der UBPet-Toilette.

Nachdem Jasper eine halbe Stunde darin geschlafen und sich nur geistig erleichtert hat, passiert lange nichts. Dann steigt Joy in die Toilette. Das erstaunt mich, denn der edlen Dame behagt nicht jeder Thron – vor allem nicht solche, aus denen sie nicht rundherum herausschauen kann. Dieser anscheinend schon. Der Eingang ist relativ gross gehalten. Eine Minute, nachdem sie wieder rausgestiegen ist, beginnt der Reinigungsmodus. Er ist mit 40 Dezibel sehr leise. Ich spähe in die Trommel: Bis auf ein paar Krümel ist alles sauber, es ist nichts verschmiert. So muss das sein.

Übrigens, was die Sicherheit betrifft: Der Abfallbehälter dreht sich immer zusammen mit der Trommel. So kann die Toilette laut Anleitung keine Katzen einquetschen. Auch nicht im unwahrscheinlichen Fall, wenn die Bewegungssensoren ausfallen würden. UBPet schreibt jedoch, dass die C20 erst für Katzen ab sechs Monaten verwendet werden darf.
Müllbehälter und Geruch als Schwächen
Drei Tage später steigt mir das erste Mal ein strenges Düftchen in die Nase – trotz Deo. Ich gucke in den Müllbehälter. Er ist bis oben gefüllt. Bei 4,2 Liter Fassungsvermögen geht das viel schneller als bei den 11,3 Litern des Neakasa-Klos. Schade ist auch, dass die UBPet nicht automatisch anzeigt, wann ich sie leeren muss. Da bleibt mir nur meine Nase als Sensor. Was mir hingegen sehr gelegen kommt: Der Müllbehälter befindet sich oben und ich kann ihn einfach herausziehen. Beim Neakasa ist das umständlicher, dort befindet er sich unten. Ich muss ihn dafür aber auch nur alle sieben bis 14 Tage leeren.


Die Ersatzprodukte bleiben kostenmässig im Rahmen. Die Kotbeutel sind mit 8 Franken etwa so teuer wie die anderer selbstreinigender Toiletten. Die Deos kosten rund 5 Franken pro Stück und sind einiges günstiger als vergleichbare Produkte, zum Beispiel von Petkit, Litter Robot oder PetSafe.
Gut, aber nicht unschlagbar
Nach zwei Wochen kann ich sagen: Ich bin mit der UBPet C20 zufrieden. Die Katzen nutzen sie gerne, sie reinigt tadellos und bleibt mehrheitlich sauber. Dass ich sie bei zwei Katzen alle etwa drei Tage reinigen und das Reinigungsbrett ein- und aushängen muss, finde ich jedoch eher aufwändig. Auch die Gerüche werden trotz Deo nicht optimal neutralisiert.
Für 100 Franken weniger als die Neakasa M1 ist das verkraftbar. Ich halte sie für eine gute, ziemlich kostengünstige selbstreinigende Toilette. Für mich gibt es aber nach wie vor nur eine Nummer eins: die Neakasa M1.
Welche Katzentoilette findest du die beste? Verrate es in einem Kommentar.
Fazit
Zu Recht Bestseller, aber nicht mein Favorit
Pro
- schneller Aufbau
- tadellose Reinigung
- kaum Schleifspuren
- gute App
- leise
- kompakt
- gröbere Streu ebenfalls verwendbar
Contra
- kleiner Müllbehälter
- mässige Geruchsneutralisation
- separates Reinigungsbrett für Leerung nötig
Ich liebe alles, was vier Beine oder Wurzeln hat – besonders meine Tierheimkatzen Jasper und Joy sowie meine Sukkulenten-Sammlung. Am liebsten pirsche ich auf Reportagen mit Polizeihunden und Katzencoiffeurinnen umher oder lasse in Gartenbrockis und Japangärten einfühlsame Geschichten gedeihen.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
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