So kannst du mit Duschköpfen Wasser sparen

So kannst du mit Duschköpfen Wasser sparen

Martin Jungfer
Zürich, am 16.02.2022

Elf Duschbrausen hat ein Labor im Auftrag des SRF-Magazins «Kassensturz» untersucht. Nur eine bekam ein «sehr gut», weil sie sowohl beim Wasserverbrauch überzeugte als auch in Sachen Komfort und der Handhabung.

Wer unter der Dusche nicht nur gerne singt, sondern auch an die Umwelt denkt, sollte sich die Anschaffung eines wassersparenden Duschkopfs überlegen. Denn beim täglichen Reinigungsritual fliessen grosse Mengen Wasser in den Abfluss. Eine fünfminütige Dusche verbraucht bei Standard-Duschköpfen ohne Sparfunktion schnell einmal 70 oder mehr Liter.

Dieses Wasser muss für Warmduscher zuerst mit viel Energie erwärmt werden. Wenn die 70 Liter zum Beispiel von 10 Grad auf 40 Grad erhitzt werden, verbraucht das etwa 2,4 kWh Energie. Zum Vergleich: Ein Tesla kann mit dieser Energiemenge immerhin etwa 15 Kilometer weit fahren.

Ist das erwärmte Wasser erst mit Shampoo und Duschgel verunreinigt, geht es in die Aufbereitungsanlage, bevor es wieder in die Umwelt entlassen werden kann.

Wasserverbrauch nur ein Faktor im Test

Der entscheidende Faktor fürs umweltfreundliche Duschen ist somit die Durchflussmenge des Duschkopfs. Gemessen wird diese in Litern pro Minute bei einem Druck von drei Bar. Die Möglichkeit, dass du den Durchfluss in deiner Dusche an den Armaturen reduzieren kannst, sind beim Test im «Kassensturz»-Auftrag nicht berücksichtigt worden.

Für die Bestenliste hat das von der «Kassensturz»-Redaktion beauftragte Labor neben der Durchflussmenge auch weitere Faktoren berücksichtigt. Und diese sogar höher gewichtet. So floss der Wasserverbrauch nur zu 35 Prozent in die Gesamtnote ein, der Komfort und die Handhabung dagegen mit 45 Prozent und die Konstruktion und Robustheit mit 20 Prozent. Insofern ist der «Öko-Test» nur zu gut einem Drittel ein solcher.

Welche Duschbrausen sind sparsam?

Unter den elf getesteten Duschbrausen ist die Bandbreite gross – zwischen knapp fünf Litern pro Minute beim sparsamsten Modell und fast 14 Litern am oberen Ende der Skala. Im Shop findest du bei den Duschköpfen derzeit übrigens leider (noch) keinen Filter für die Durchflussmenge. Daran arbeiten die Kolleginnen und Kollegen. Gleiches gilt für die Energieeffizienz-Klasse. Bis dahin kannst du aber immerhin nach der Zusatzfunktion «ECO Funktion» filtern und erhältst auch ein paar entsprechende Duschköpfe. Die im «Kassensturz» untersuchten elf Duschköpfe erreichen grösstenteils Stufe A, B und C bei der Energieetikette.

Der Testsieger, das Modell «Tempesta 100» mit drei Strahlvarianten von Grohe, ist mit 6,3 Litern Durchfluss pro Minute eher verschwenderisch und erhält nur ein «C».

Den Sieg konnte sich das Grohe-Modell dennoch holen, weil Handhabung und Komfort fast die Hälfte der Note ausmachten. Beim Komfort waren Flächenabdeckung des Duschstrahls und das «Gefühl» beim Standard-Duschstrahl massgeblich. Zum einen ist das natürlich individuell unterschiedlich, zum anderen bieten Duschköpfe ja genau aus diesem Grund oft Varianten als Ergänzung zum Standard-Duschstrahl. Beim «Kassensturz» haben tendenziell die Duschköpfe besser abgeschnitten, die ein weicheres Gefühl vermittelt haben.

Eine Frage des Typs

Wie duscht du am liebsten?

  • Ich bin Typ Kärcher – hart und heftig soll's auf mich herniederprasseln.
    49%
  • Wohlig weich soll's sein, wie ein sanftes Streicheln.
    29%
  • Die beste Dusche ist wie ein Schweizer Sackmesser: Sie bietet dröllfzig Strahlarten.
    21%

Der Wettbewerb ist inzwischen beendet.

Hier noch ein weiterer Duschkopf, der neben dem Testsieger ein «gut» erhalten hat und im Shop verfügbar ist.

Es geht auch noch sparsamer

Wie du auf der Darstellung der Klassen für die Energieetikette oben siehst, gibt es auch noch eine Kategorie, die besser als «A» ist, aber keinen eigenen Buchstaben bekommen hat. Das sind Duschköpfe, die weniger als vier Liter pro Minute Durchfluss haben. Die für die Klassifizierung zuständige Behörde Energieschweiz klassifiziert jedoch keine Duschköpfe dieser Art, bei «A» ist nach oben hin Schluss.

Die Sparwunder-Duschköpfe funktionieren nur dann, wenn die Sanitärinstallation in deinem Haus oder deiner Wohnung dafür auch ausgelegt ist. Wenn zu wenig Wasser fliesst, haben manche Armaturen Probleme bei der Einstellung der Temperatur. Aus der sparsamen Dusche wird da leicht einmal eine Wechseldusche, wenn die Temperaturen stark schwanken. Darüber hinaus gibt es weitere mögliche Probleme: Pfeifgeräusche oder Verkalkungen in zu wenig (aus)genutzten Leitungen.

Ob du eine Installation hast, die für sehr sparsame Duschköpfe geeignet ist, können dir Expertinnen und Experten eines Sanitärbetriebs sagen. Zwei Dinge geben dir einen Hinweis, dass du einen «A»-Duschkopf installieren kannst:

  • Du hast eine Armatur mit Thermostat, bei der du die Temperatur sehr fein und genau einstellen kannst.
  • Du hast einen Druck von drei Bar. In diesem Fall sollte aus dem Duschschlauch (ohne Brausekopf darauf) pro Minute die Menge von 30 Litern Wassern fliessen, also drei grosse Putzeimer voll. Sind es nur anderthalb Eimer oder noch weniger, ist der Druck in den Leitungen im Haus leider zu gering für einen sehr sparsamen Duschkopf.
Wenn deine Dusch-Installation bereits mit Thermostat ausgestattet ist, kannst du vermutlich auch einen sehr sparsamen Duschkopf installieren.
Wenn deine Dusch-Installation bereits mit Thermostat ausgestattet ist, kannst du vermutlich auch einen sehr sparsamen Duschkopf installieren.

Falls du dir unsicher bist und dir die Anfrage beim Sanitärbetrieb zu aufwändig und teuer ist, könnte der Duschkopf «Swiss Clima» von Aquaclic interessant sein. Für diesen gibt es Regler-Scheiben, die du selbst einsetzen kannst, um den Wasserdurchfluss zu limitieren – oder, um ihn wegen alter Leitungen eben wieder zu erhöhen, indem du die Regel-Scheibe wieder entfernst.

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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