Setze in deinem Garten auf alte Gemüsesorten

Setze in deinem Garten auf alte Gemüsesorten

Carolin Teufelberger
Zürich, am 10.05.2019
Die industrielle Landwirtschaft setzt heute fast ausschliesslich auf hochgezüchtetes Supergemüse in Monokulturen. Das hat einen erheblichen Einfluss auf die Sortenvielfalt. Zumindest in deinem Garten muss das nicht sein.

Rund 30'000 Pflanzensorten gelten laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) als essbar. Für unsere Ernährung spielen aber lediglich 150 Sorten eine Rolle. 30 davon decken 95 Prozent des weltweiten Kalorienbedarfs. Dass das Probleme mit sich bringt, liegt auf der Hand.

Ein Grossteil des globalen Ackerlands wird mit Monokulturen bewirtschaftet. So können zwar hohe Erträge erzielt werden, diese sind aber anfällig. Wird über Jahre die immer gleiche Sorte angebaut, bilden sich bei den Schädlingen Resistenzen. Das kann zu grossen Ernteausfällen führen, was die Ernährungssicherheit zu einem fragilen Gebilde macht. Die Lösung für die Industrie? Unmengen an Dünger und Pestiziden.

Ein anderer Punkt betrifft die Biodiversität. Theoretisch sind 4151 Tomatensorten in der EU zugelassen. Davon schaffen es aber nicht mal ein Prozent in unsere Supermärkte. Schuld daran sind vier Namen: Bayer/Monsanto, DowDuPont, Syngenta und BASF (Quelle ZDF). Diese Konzerne kontrollieren zwei Drittel des Saatgutmarktes und orientieren sich dabei vor allem an wirtschaftlichen Interessen. Indirekt entscheiden sie, was bei dir auf den Teller kommt.

Fast vergessenes Gemüse

Sogenannte alte Sorten werden heute kaum noch angebaut, da ihr Ertrag zu gering ausfällt. Deshalb sind viele von ihnen in Vergessenheit geraten oder sogar ausgestorben. Im Gegensatz zu den modernen Hochleistungspflanzen, haben alte Sorten unterschiedliche Geschmäcker, Farben und Eigenschaften. Über Generationen hinweg konnten sie sich den Umständen einer Region anpassen und sind daher hart im Nehmen. Deshalb kann bei ihnen oft komplett auf Chemie verzichtet werden. Dadurch, dass sie langsamer wachsen, bilden sie mehr Nährstoffe und sind oft intensiver im Geschmack. Perfekt für den Anbau in deinem Garten oder auf deinem Balkon. Hier eine kleine Auswahl:

Buschbohne Saxa (Samen)
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Samen Mauser Buschbohne Saxa (Samen)
Karotte Pariser Markt (Samen)
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Samen Mauser Karotte Pariser Markt (Samen)
Kohlrabi Blaro (Samen)
Samen Mauser Kohlrabi Blaro (Samen)
Kürbis Gelber Zentner (Samen)
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Rande Tonda di Chioggia (Samen)
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Pflücksalat Strubelpeter (Samen)
Samen Mauser Pflücksalat Strubelpeter (Samen)
Fleischtomate Berner Rosen (Samen)
Samen Mauser Fleischtomate Berner Rosen (Samen)
Guter Heinrich, Wilder Spinat (Samen)
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Samen Mauser Guter Heinrich, Wilder Spinat (Samen)
Saatkartoffel Ratte/Virgule (Wurzelgemüse, Knollengemüse)
Samen Mauser Saatkartoffel Ratte/Virgule (Wurzelgemüse, Knollengemüse)

Auch wenn alte Gemüsesorten (in dieser Form) nicht im grossen Stil angepflanzt werden können, ist es wichtig, sie zu erhalten. Sie tragen zur Sorten- und Artenvielfalt bei und bieten einen bunten Genpool für neue Züchtungen. Durch ihre über Jahrzehnte entwickelten Eigenschaften gedeihen sie teils unter extremen Bedingungen, was in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger wird.

Ein weiterer Vorteil der alten Sorten ist, dass sie samenfest sind. Das bedeutet, dass sie natürlich vermehrt werden können. Bei den heute oft erhältlichen Hybrid-Sorten (oft mit F1 gekennzeichnet) geht das nicht. Sie besitzen zwar optimierte Eigenschaften, doch diese bleiben genau eine Generation erhalten, danach spalten sie sich wieder auf. Das heisst, dass jedes Jahr neues Saatgut gekauft werden muss. Schon nur aus diesem Grund lohnt es sich, deine Beete mit alten Sorten zu bestücken.

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Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Editor, Zürich
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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