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Selbsttest: Lässt sich Stress wegmalen?

Wenn der Stress Überhand nimmt, ist einem jedes Mittel Recht, das Ruhe und Erholung verspricht. Auch ein wildes Tänzchen mit einem Malbuch und vielen adretten Buntstiften. Aber weshalb genau beruhigen wir uns beim Kritzeln und wie viel Entspannung darf man erwarten? Ein Selbsttest.

Es gibt Tage, an denen frage ich mich: Wieso in Gottes Namen habe ich mir so viel aufgehalst? Mein aktuelles Stresslevel bewegt sich in schwindelerregender Höhe. Diese gefühlte Annahme konnte ich sogar mit einem ultra seriösen Online-Test untermauern. Mit Yoga habe ich vor einem Jahr meinen ersten Versuch unternommen, die sogenannte innere Mitte zu finden, von der alle sprachen. Klappte am Anfang sogar ziemlich gut, bis ich auch die Yoga-Stunden dank zahlreichen Terminkollisionen in den Wind schiessen musste. Die Mitte war weg und ich kippte wieder seitlich weg.

Eine neue Alternative musste her. Am besten eine, die ich täglich, flexibel in meinen eigenen vier Wänden anwenden konnte (sonst noch Wünsche?). Da stiess ich auf den neuen Entspannungstrend: Malen! Plötzlich waren die Bücherläden regelrecht tapeziert mit Malbüchern für Erwachsene. Meine anfängliche Skepsis wich einer hellhörigen Begeisterung, als ich von einer Freundin erzählt bekam, wie toll das für sie klappte. Status am nächsten Tag: gekauft! Dazu noch ein Set neuer Buntstifte und ich war ready für eine geballte Ladung Zen-Modus.

Was passiert mit uns während dem Malen?

Bevor ich mich aber an den Selbstversuch wagte, wollte ich es nochmal genauer wissen: Wie genau soll dieses Entspannen durchs Kritzeln denn eigentlich funktionieren? Dazu habe ich bei Brigitte Jenni, einer diplomierten psychologischen Beraterin, nachgefragt.

«Wer dauernd Stress hat, setzt sein Nervensystem einer starken Belastung aus», sagt Brigitte Jenni. Besonders in der heutigen Zeit, wo wir uns vor Ablenkungen kaum noch retten können, ist es schwer, den Kontakt zu sich selbst und seiner Intuition zu halten. Häufig flüchtet man sich dann in Trends wie «Schöner wohnen» oder man versucht sich, mit hübschen Kleidern sein Wohlbefinden zu erkaufen. Hat man das Geld aber erst mal ausgegeben, merkt man schnell, dass der gewünschte Effekt ausbleibt. Beim Malen geht man das Problem nicht von aussen an, sondern von innen. Der kreative Teil in uns wird aktiviert und nach einigen Minuten schaltet sich der Kopf, ähnlich wie bei der Meditation, aus und die Gedanken schweifen. Die volle Konzentration sammelt sich an einem einzigen Punkt. Man atmet automatisch tiefer in den Bauch hinein. Das Nervensystem fährt runter. Entspannung tritt ein. «So gesehen, kann man das Malen als eine Art Brücke vom Stress zurück in die Ruhe betrachten», sagt Jenni.

Brigitte Jenni, als auch die diplomierte Kunsstherapeutin Dakshini Claudia Zepf weisen darauf hin, dass man folgende Punkte beachten sollte, wenn das Malen tatsächlich eine Wirkung zeigen soll:

  • 30-45 Minuten am Tag sollten es schon sein. Wer dauernd im Stress ist, dem hilft einmal Malen am Wochenende leider herzlich wenig. Für eine gesunde Balance muss ein Wechselspiel aus Stress und Gelassenheit gegeben sein.
  • Zieh dich ruhig zurück. Lärm und Leute um dich herum sind nicht förderlich bei dieser Übung.
  • Ein ruhiger aufgeräumter Platz hilft zusätzlich dabei, Ruhe zu finden
  • Wer den Effekt intensivieren will, kann sich dazu ruhige, klassische Instrumental-Klänge anhören. Ideal sind solche, die sich dem Rythmus des Herzschlags annähern (also zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute). Das macht jedoch nur Sinn, wenn man diese Art von Musik auch gut leiden kann.
  • Absolut verboten: Den Fernseher nebenbei laufen lassen.

«Kleinkinder können übrigens überall ungestört malen, da sie nicht den selben Ablenkungen ausgeliefert sind wie wir. Sie haben noch einen intakten Kontakt zu ihrer inneren Mitte», erklärt Jenni. «Handys, Social Media, Schule, Arbeit, all diese Belastungen sind ihnen noch fremd.»

Übrigens: Malen kann man auch dann, wenn etwas Spezifisches vorgefallen ist, über das man sich sehr aufregt. Jedoch sollte man es nicht zur reinen Symptombekämpfung nutzen. Wer also unter Dauerstress steht und daher tieferliegende Probleme hat und der Gefahr läuft ein Burn-Out zu erleiden, sollte sich professionelle Hilfe suchen und das Übel an der Wurzel packen.

Meine Erfahrung

Am Anfang war ich sehr versucht, mich davor zu drücken. Ich redete mir ein, die Zeit, in der meine «Mal-Sessions» stattfanden, besser einsetzen zu können. In den ersten paar Minuten nach dem motivierten Ansetzen meiner Stifte schwirrte mir deshalb nur ein einziger Satz im Kopf herum: «Du solltest etwas Sinnvolleres tun – am besten gleich jetzt!». Diese innere Stimme zu ignorieren, kostete mich ganz schön viel Kraft. Aber irgendwann war auch das geschafft. Die Zeit während des Malens verging ratzfatz und meine Gedanken fingen nach etwa 15 Minuten an, ein reges Eigenleben zu führen. Auch meine Atmung wurde, wie prophezeit, ruhiger. Besonders vor dem Schlafengehen erwies sich diese tägliche Übung als wahre Schlaftablette. Normalerweise ist das Letzte, das ich vor dem Schlafengehen sehe, mein Handybildschirm. Trotz Blaulichtfilter nicht gerade das, was für einen erholsamen Schlaf ratsam wäre. Daher kann ich das Malen auch an Leute empfehlen, die Mühe damit haben, gut einzuschlafen. Nach einer Woche konsequentem Malen kann ich sagen: Der Stress an sich ist natürlich nicht weg, denn was zu tun ist, bleibt zu tun. Jedoch konnte ich mich so «künstlich» in die relaxten Phasen versetzen, welche wirklich bitter nötig waren.

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Foto: depositphotos (DragonImages)

User

Natalie Hemengül

Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder am Schiessstand. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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