Schwimmende Pflanzen als Hingucker
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Schwimmende Pflanzen als Hingucker

Carolin Teufelberger
Zürich, am 10.01.2019
Getrocknete Blumen sind einer der Deko-Trends fürs Jahr 2019. Eingelegt in einer Flasche ersetzen sie nun bei mir den altbewährten Blumenstrauss.

In meiner Wohnung sieht es ein wenig trist aus. Ich habe zwar genug Möbel, viel warmes Holz und auch ein bisschen Nippes. Aber etwas fehlt: Pflanzen. Das letzte Grün habe ich vergangenes Wochenende auf dem Grünabfall entsorgt. Der Weihnachtsbaum hat über Wochen das Wohnzimmer aufgehübscht. Die entstandene Lücke muss gefüllt werden. Gerade ist die Tulpenzeit angebrochen. Ich liebe Tulpen, doch mit Schnittblumen ist es bei mir wie beim Glücksspiel. Ich habe schon unzählige Male ordentlich Geld hingeblättert, nur um die Blumen nach wenigen Tagen mit hängenden Köpfen vorzufinden. Deshalb kommen sie bei mir immer seltener ins Haus. Eine Alternative muss her.

Blumen auf Japanisch

Und diese habe ich ganz zufällig bei etwas Internetrecherche gefunden: das japanische Herbarium. Das sind getrocknete Blumen, die in einer konservierenden Flüssigkeit schwimmen. Drapiert werden diese meistens in einer Glasflasche. Auf Etsy wird es zusammen mit anderen Formen von haltbaren Blumen schon als Trend 2019 angepriesen. Kollegin Natalie Hemengül bewies einen guten Riecher und hat schon vor einiger Zeit Bilder aus gepressten Blumen gemacht. Ich nehme mich heute der dreidimensionalen Variante aus Japan an. Viel eingekauft werden, muss dafür nicht: Blumen, Babyöl und eine Glasflasche genügen.

Achte bei der Wahl der Pflanzen darauf, keine mit zu hohem Wassergehalt zu nehmen, da das Trocknen relativ schwierig wird. Tulpen sind eher ungeeignet, Rosen und Kräuter prädestiniert. Ich habe mich für Rosen, Schleierkraut, Waxflower und Johanniskraut entschieden. Für die konservierende Flüssigkeit in der Flasche oder dem Glas wird meistens auf reines Paraffin zurückgegriffen. Da dieses aber der Hauptbestandteil von Babyöl ist, sollte auch dieses gut funktionieren.

Blumenstrauss
Rosenstrauss (24 Rosen) mit kleinblütigen Fairtrade Max Havelaar-Rosen (inkl. persönliche Lieferung) (Strauss)
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Karaffe
Sublime (1l, 26.30cm)
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Bormioli Luigi Sublime (1l, 26.30cm)

Aus frisch mach trocken

Als Erstes müssen die frischen Blumen getrocknet werden. Oder du kaufst sie gleich getrocknet, wenn Zeit Mangelware ist. Am schonendsten und schönsten trocknen die Pflanzen an der Luft. Binde dir dafür ein Sträusschen deiner Wahl, halte es mit Gummiband oder Schnur zusammen und suche dir ein warmes, gut durchlüftetes sowie dunkles Plätzchen. Dort hängst du den Bund kopfüber auf und lässt ihn zwei bis drei Wochen hängen.

Weil das doch relativ lang ist, habe ich mir in alter Kochshowmanier etwas vorbereitet. Einen Teil meiner frischen Pflanzen habe ich in den Ofen auf den Rost gelegt. Bei etwa 50 Grad sind die Blumen während gut zwei Stunden getrocknet. Die Farben halten nicht ganz so gut wie beim Lufttrocknen, sonst funktioniert die Variante für mich aber einwandfrei. Sobald die Pflanzen aus dem Rohr kommen, sprühe ich sie mit Haarspray ein, um sie haltbarer zu machen.

Buddelschiffblume

Jetzt können die bunten Blumen endlich in die Flasche oder ins Einmachglas. Dafür nehme ich einzelne Büschel und lege sie mehr oder weniger willkürlich ins Gefäss. Ich achte aber darauf die verschiedenen Gattungen nicht alle nacheinander ins Glas zu befördern, damit nachher ein guter Mix herrscht. Für die Flasche benutze ich neben den Krautbündeln die einzelnen Rosenblätter, da das ganze Köpfchen auch mit vollem Körpereinsatz partout nicht reinwollte.

Die letzte Ölung

Sobald ich mit dem Anblick im Rohzustand zufrieden bin, kommt das Babyöl ins Spiel. Mit ihm wird das gläserne Gefäss bis oben hin gefüllt. Mach das nicht zu schnell, damit sich die Blümchen schön verteilen und nicht gleich ertränkt werden. Wenn du mit dem Anblick dennoch nicht zufrieden bist, kannst du die geschlossene Flasche zum Schluss noch ein paarmal drehen, um die Komposition zu ändern.

Schon ist dein eigenes japanisches Herbarium fertig. Das Trocknen dauert mit Abstand am längsten, die anderen Schritte hast du in wenigen Minuten erledigt. Mir gefällt die neue Art, Pflanzen in meine Wohnung zu bringen. Sie ist nicht alltäglich und durch das Öl glitzern die Blumen schon fast im Sonnenlicht. Nun hoffe ich nur, dass mein Herbarium länger hält als meine Schnittblumen.

Update 7.2.2019: So sehen die geölten Blumen einen knappen Monat später aus. Schlecht sind sie noch nicht, dennoch wird es langsam Zeit, mich von ihnen zu verabschieden. Vor allem die schwimmenden Früchte des Johanniskraut stören mich.

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Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Editor, Zürich
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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