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Inspiration

«Plötzlich dachte ich: Das will ich auch!»

Roxy arbeitet bei Galaxus und ist Bikini-Athletin. Dabei wollte sie sich ursprünglich nur gesund ernähren. Heute: Wie alles begann.

Es war irgendwann im Frühling im Jahr 2013. Bis dahin hatte ich das typische Leben eines «Normalos»: ich studierte Textilwirtschaft, machte überhaupt keinen Sport, genoss ab und an Partys mit Freunden und Alkohol, unternahm schöne Sachen mit meinem Freund und achtete nicht wirklich auf meine Ernährung.

Es gab öfters einen Salat und «s Brötli» zum Mittagessen, da ich noch für Prüfungen lernen musste und die Zeit knapp war. Ein «gesundes» Müsli wurde nicht selber zubereitet, sondern gekauft: solange es mit «healthy» oder «fit» beworben wurde, musste es ja gesund sein! Vielleicht habt ihr euch selbst erwischt, das Gleiche zu tun. Öfters seid ihr im Stress oder habt einfach keine Lust zum Kochen. So geht man zum Schnellimbiss und holt sich ein feines, saftiges Schinkensandwich oder einen Kebab.

Meine Beobachtung: Vor allem Frauen tendieren dazu, gesund essen zu wollen. Das sieht dann etwa so aus: Fertigmüsli mit tonnenweise Früchten (das ist doch gesund!), zum Snack Früchte, zum Zmittag einen Salat mit einem Vollkornbrötchen, zum Znacht einen Pastateller. Zum Dessert dann nochmals eine Frucht.

Ich meine es überhaupt nicht böse, aber ich sehe und erlebe es tagtäglich, dass Menschen gesund leben wollen, dabei aber enorm wichtige Aspekte der gesunden Ernährung vergessen. Dass beispielsweise Früchte jede Menge Zucker enthalten und in grossen Mengen auch nicht mehr gesund sind, das ist den wenigsten bewusst. Umgekehrt bei Pommes und Fast Food: ungesund und macht fett! Aber wegen einer Portion Fritten baust du keine Fettzellen auf! Es kommt auch hier auf die Menge drauf an.

Ich war verrückt nach Fashion. Ich interessierte mich für Mode und Trends und wollte up-to-date sein. Wie etwa die Frauenkörper bei Victoria's Secret: Kurvig, gross und bekannt für einen offenbar makellosen Körper.

Das fand ich früher wunderschön! Doch irgendwann gab es diesen Wechsel in meinem Kopf. Plötzlich gefielen mir die schlanken bis dünnen Victoria's-Secret-Models gar nicht mehr. Ich glaube, es war etwa zur Zeit des «Fitspo»-Trends: Sei es auf Facebook oder auf Instagram; man sah nur noch Bilder von Paige Hathaway und weiteren Damen: stark, wunderschön, feminin, muskulös, sexy. Ich weiss noch, wie sie auch mich in ihren Bann zogen. Diese Frauen waren kurvig - und damit meine ich wirklich kurvig! - und besassen das, was ich damals nicht hatte: Kraft.

Paige Hathaway

Diese Power wollte ich auch haben! Ich wollte Tragtaschen tragen können, ohne ins Atmen zu kommen. Ich wollte beim Zügeln anpacken können! Ein athletischer Körper stand nicht im Vordergrund. Endlich fing ich damit an: Training. Ich begann mit 30 Minuten Cardio; das ist Ausdauertraining zum Aufwärmen, etwa auf dem Laufband. Ich merkte schnell, dass ich es verabscheue! Danach benutzte ich die Beinpresse. Dort startete ich mit anfänglichen 40 Kilogramm. Not bad! (Zu Bestzeiten stemmte ich knapp über eine Vierteltonne. Deshalb verurteile ich nie Anfänger, die mit dem Gewicht tief beginnen und sich dann korrekt und sauber aufarbeiten.) Weiter ging es mit Bauchübungen. Viele Bauchübungen in diversen Variationen.

Erkennt ihr diese Trainingsweise schon ein wenig? Bauch, Beine und Ausdauer sind berühmt-berüchtigte Trainingsmuster bei Damen. Frauen vermeiden Ganzkörperübungen, weil die Angst vor einem bulligen, muskulösen Körper riesig ist. Auf jeden Fall war ich danach fix und foxy. Ich ging nach Hause, setzte mich vor den TV und ass ein Mocca-Joghurt und zwei, drei Reiswaffeln. That's it! Frage an euch: findet ihr das normal? Ist das so in Ordnung oder fehlt hier was Grundlegendes? Ja genau, es fehlt eine richtige, anständige Mahlzeit mit einer gesunden Portion Fette, Kohlenhydrate und Proteine. Das sind Makronährstoffe oder kurz Makros.

Während meinem Training entnahm ich meinem Körper Energie, gab ihm aber nichts zurück. Keine Regeneration, keine optimale Erholung. So funktioniert das nicht, gar nicht! Weder Muskelaufbau noch Toning oder sonst was. Ich schwächte mich nur selber und machte keine Fortschritte. Ich trainierte weiter und erreichte nichts. Keinen schönen Po, keine wohlgeformten Beine und kein Sixpack. Ich wurde nur schwach, denn ich nahm, aber gab meinem Körper nichts.

Lange Geschichte, kurzer Sinn: ich war nicht zufrieden und wollte eine Veränderung!

Ein guter Coach ist alles

Irgendwann hatte ich es satt! Ich wurde weder stärker noch nahm ich irgendwelche Veränderungen an meinem Körper wahr. Ich fühlte mich nach wie vor «skinny fat» und war nicht zufrieden! Somit holte ich mir Hilfe. Mein damaliger Coach ist ein warmherziger und sehr professioneller Mann mit sehr viel Know-How in seinem Fachgebiet. Er konzentriert sich im Speziellen auf Frauen; ob mit Zukunft eine Athletin zu werden oder nicht. Das erste Gespräch überzeugte mich sofort und wir begannen die Zusammenarbeit im August 2013. Zuerst klärte er mich über die Makros auf: Proteine, gesunde Fette und Kohlenhydrate sowie Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Dann erhielt ich einen Ernährungs- und Trainingsplan. Anfangs war es ein konkreter Ernährungsplan, aufgeteilt in fünf bis sechs Mahlzeiten und gesunde Nahrungsmittel. Im Laufe der Jahre konnte ich ihn aufgrund meines Wissens und je nach Ziel festgelegten Makroangaben selber gestalten und abwechslungsreich kochen und essen. Der Trainingsplan bezog sich, wie auch der Ernährungsplan, auf den Muskelaufbau. Sprich, ich musste essen und mit schweren Gewichten trainieren. Step by step, Woche für Woche mehr Kalorien, höhere Gewichte. Bis ich über meinem Erhaltungsbedarf war und Muskeln aufbauen konnte. Der Erhaltungsbedarf beschreibt die Menge an Energie, die ein Mensch zum «Überleben» benötigt.

Vorerst noch festzulegen ist: ich bin weder Coach noch Ernährungsberaterin noch sonst was. All diese Erfahrungen machte ich mit meinem Körper, meinen Genen und mit meiner Ausgangslage. Was bei mir klappt, muss nicht unbedingt bei euch der Fall sein. Also bitte nichts nachmachen, sondern bei Bedarf professionelle Hilfe holen.

Parallel zur Ernährung nach Plan begann ich konsequent zu trainieren. Ich baute drei Monate lang Kraft auf, ging dann in den Muskelaufbau (Hypertrophie-Training) und setzte mich mit Ernährung auseinander. Am Anfang war es gewöhnungsbedürftig: ich musste viel essen, damit ich aufbauen konnte, da mein Körper ein «Öfeli» ist. Dann kamen noch drei bis vier Trainingstage pro Woche dazu. Es war ein ziemlich radikaler Wechsel im Lebensstil. Einige meiner Freunde und Bekannten fanden, dass ich übertrieb. Es war ungewöhnlich. «Was?! Du stürzisch nüm jedes Weekend ab?!» (was übrigens nie der Fall war ;) ) oder «Dörfsch du denn überhaupt na was esse? » Obwohl ich tonnenweise mehr ass als früher und auch mehr als die Kritiker. Bemerkungen wie beispielsweise: «Willst du einen Schokoriegel? Ach nein, du darfst ja nicht», störten mich zwar, aber beeinflussten mich schlussendlich nicht.

Ich fand grosse Freude an dieser Sportart und nahm auf ziemlich schnelle Art und Weise positive Veränderungen an meinem Körper wahr. Was mich wiederum anspornte. Das Gym wurde mein «Playground»; Abwechslung zum Arbeitsalltag und ein Ort, an dem ich mich austoben konnte. Für mich ist es auch heute noch – obwohl ich nicht mehr so extrem trainiere – mein Ausgleich zum Alltag. Im Fitnesszentrum bin ich eine Einzelkämpferin, versuche meine Leistungen täglich zu verbessern und nehme es mit mir selbst auf. Zudem mag ich meine Stärke! Ich finde es toll, im Fitnessraum «die Sau rauszulassen», um dann am Wochenende ganz ladylike schick angezogen auszugehen. Es sind genaue diese Widersprüche, die mich faszinieren.

So meine Damen und Herren, das war mein erster Einblick in die Kurzgeschichte einer Wettkampfathletin im Bodybuilding. Wie es weiter geht? Ich werde euch gerne über den Klassenentscheid, den Startschuss meiner Wettkampfvorbereitung und über meine Stolpersteine erzählen. Macht euch auf was gefasst!

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Roxy beim Trainieren

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Theresa Schieder

Theresa Schieder

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Werde fit für den Sommer – aber richtig! Experten geben Tipps.

User

Roxana Fröhlich

Ich mache gerne Kraftsport / Fitness, habe eine Schwäche für Pandas und bin ein Serienjunkie. Bei der Arbeit bin ich für den Uhren und Schmuck Einkauf zuständig. Glitzer, Glamour, Fashion und Trends- meine Welt! Wer mehr über mich erfahren möchte, checkt mein Instagram "roxyslifestyle" und meine Blogseite www.roxyslifestyle.com ab.

8 Kommentare

User bluewatercat

Cool, dürfte ich Fragen welcher Coach das dies war ? Stehe nämlich vor dem gleichen Problem, danke

27.04.2017
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User roxanafröh

Hallo Bluewatercat! Sicher, das ist Burak Olgun von bikiniangel.com Viel Erfolg und Gruss!

27.04.2017
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User hammel

Habe ich nur das Gefühl oder wird Galaxus immer sexistischer?

03.05.2017
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User roxanafröh

Hi Hammel, darf ich dich fragen, wieso bzw inwiefern du dich sexistisch angegriffen fühlst? Danke dir und Gruss

03.05.2017
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User hammel

Ich fühle mich nicht angegriffen. Aber ich sehe immer mehr halbnackte Frauen oder ähnliches auf der Frontseite von Galaxus. Ich weiss: Sex sells. Lustig finde ich das aber nicht.

03.05.2017
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User roxanafröh

Hier geht es nicht um sex sells. Sondern um eine Sportart, die ja, damit verbunden ist, am Wettkampf Haut und Body zu zeigen. Durchaus. Aber wenn es dich sowieso nervt, dann musst du auch nicht draufklicken. Das Frontbild an sich zeigt ja schon 'viel Haut', dann muss man sich selbst ja nicht noch mehr provozieren lassen. Zu deinem Bedauern werden noch mehr solche Bilder gezeigt werden. Aber danke für dein Feedback und Gruss

03.05.2017
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User Anonymous

Bünzli Schwiizer sagt man dem auch

04.05.2017
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User Aurel Stevens

Sexismus ist scheisse. Es sind mir auch schon Grenzfälle untergekommen. Aber weisst du, was das Gute ist? Es gibt hier mehr als genug intelligente Mitarbeitende, die im Fall der Fälle sofort auf die Barrikaden gehen. Dann führen wir Diskussionen und handeln entsprechend.

Das hier ist kein solcher Ausrutscher. Man kann als Hobby Bergsteigen oder RC-Autos haben. Oder eben, wie Roxy: einen schönen Körper zu formen und zu zeigen. Wenn das ein gesellschaftliches Problem wäre, müssten sämtliche Gyms, Instagram und Tinder sofort dicht machen.

Also: Frau mit wenig Kleidern muss nicht gleich sexistisch sein.

Da du dich auch am Artikel über das 3D-gedruckte Lovetoy drüben auf digitec.ch gestört hast, geht es dir vermutlich eher um die Themen, die wir behandeln. Hier muss ich dich enttäuschen: Sex und Lovetoys werden uns weiterhin beschäftigen. Ich will aber – genau wie du – keine Frontseite, die ausschliesslich solche Artikel zeigt.

Ich danke dir fürs Feedback und bitte weiterhin um deine Wachsamkeit.

04.05.2017
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