Pias Picks: Das gelassene Gewebe namens Bouclé
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Pias Picks: Das gelassene Gewebe namens Bouclé

Pia Seidel
Zürich, am 10.01.2022

Mir gefallen viele Dinge, aber in meiner Wohnung ist nur wenig Platz. So landen einige Produkte erst einmal auf der Merkliste – und hier, weil sie dir vielleicht auch zusagen. Diesmal: Taktile Texturen, die Coco Chanel berühmt gemacht hat.

Bouclé war fast vergessen. Jetzt ist das grob anmutende Gewebe wieder auf dem Schirm zahlreicher Möbelmarken und umschlingt Sofas, Sessel und mehr. Es wurde erstmals bekannt, als es von Coco Chanel zum Stoff verarbeitete. Davor kam Bouclé lediglich im Teppichdesign vor. Eigentlich entwarf die Modedesignerin bereits in den Zwanzigern ihr erstes Tweed-Kostüm. Doch erst als Bouclé-Variante mit Details wie den Goldknöpfen und farblich abgesetzten Bordüren wurde es 1954 berühmt. Ob in Pink bei Jackie Kennedy oder in Blau bei Kate Middleton – Bouclé war in der Mode nie weg. Im Möbeldesign schon. In den Siebzigern war es noch überall. Dann verdrängten es andere Trends, darunter Shabby Chic oder Memphis Design. Nach vier Jahrzehnten Abstinenz hat Bouclé den Weg zurück in unser Zuhause gefunden. Zurecht, wie ich finde.

So entsteht das Gewebe

Die Unebenheiten der Boucléfäden kräuseln und beleben die Oberfläche.
Die Unebenheiten der Boucléfäden kräuseln und beleben die Oberfläche.
Sie verleihen jedem Stoff einen abwechslungsreichen Charakter.
Sie verleihen jedem Stoff einen abwechslungsreichen Charakter.
Bild: Kave Home

Buklee oder Bouclé heisst auf Französisch «Schlinge» oder «Schleife». Um es herzustellen, werden mindestens zwei Fäden miteinander kombiniert, die längs oder quer laufen und fein oder rau sein können. Die Spannung liegt beim Zwirnen nur auf einem der beiden Fäden. Dadurch bildet der lockerere Faden viele Schlingen oder Noppen, wie ich sie gerne nenne. Diese unregelmässige Struktur bringt zwei Vorteile mit sich: Die «Falten» ergeben ein Muster. Und das Gewebe knittert nicht.

Das beweist mein senfgelbes Kissen mit Bouclé-Bezug, das mir meine Oma schenkte, als sie sich bei ihrem letzten Umzug verkleinern musste. Es war schon als Kind meine erste Wahl, wenn ich bei ihr einen Mittagsschlaf machte. Damals lag das Kissen auf ihrer braunen Kunstfellcouch aus den Siebzigern. Heute ziert es mein graues Sofa aus Skandinavien.

Diesen Bezug muss ich nicht bügeln.
Diesen Bezug muss ich nicht bügeln.
Er bleibt nach dem Waschen auch nach Jahrzehnten in Form.
Er bleibt nach dem Waschen auch nach Jahrzehnten in Form.

Darum punktet Bouclé bei mir

Mit seiner genoppten Textur passt Bouclé zu vielen Wohnstilen, von sonnengebleichten, rustikalen bis hin zu polierten, modernen Räumen. Vor allem, wenn unterschiedliche Farben im Spiel sind. Wie bei dem Bloomingville-Kissen oder der Cozy-Living-Decke.

Ronja Boucle Throw (130 x 170 cm)
93.30
Cozy Living Ronja Boucle Throw (130 x 170 cm)

Die Schlingen strukturieren den Stoff und kreieren gleichzeitig ein Muster, das vor allem bei einfarbigen hellen Tönen zur Geltung kommt. Bei meinem Kissen sind sie fein und fühlen sich wolkig weich an. Es gibt aber auch andere Stücke, bei denen ein raues, grobes Garn verarbeitet wurde. Toll sind Designs, die mit einem Kontrast die Beschaffenheit von Bouclé betonen, in dem sie andere Materialien wie Leder, Holz oder Elemente wie Fransen damit kombinieren.

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Bouclé bewährt sich als Möbelbezugstoff, weil es durch die Struktur abrieb- und reissfest ist. Deshalb kann es mutig in hellen Farben eingesetzt werden. Und sollte sich ein Fleck doch mal nicht entfernen lassen, wäre das aufgrund des unregelmässigen Musters nur halb so wild.

Nicht zuletzt wärmt das Gewebe nicht nur optisch kühle Oberflächen wie Beton oder Marmor auf, sondern heizt auch physisch ein. Es ist dick und besteht, wie mein Kissenbezug, oft aus Wollgarn.

Bouclé-Bezüge sind unempfindlicher und wärmer als andere Textilien.
Bouclé-Bezüge sind unempfindlicher und wärmer als andere Textilien.
Bild: Bloomingville

Dass die besonders taktilen Stoffe ausgerechnet jetzt zurück sind, hat mit dem Revival der Siebziger zu tun. Neben Bouclé sind kurvige Formen und Monsteras wieder beliebt. Ich hoffe, dass das so bleibt. Für mich ist mein Bouclé-Kissen jedenfalls schon jetzt ein Designklassiker.

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Pia Seidel
Pia Seidel

Senior Editor, Zürich

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres. – Albert Einstein

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