
Muskelaufbau wird teurer: Whey-Preise klettern
Der Preis für Whey-Proteinpulver steigt und steigt: Im September bezahlte die Galaxus-Kundschaft für Whey knapp 55 Franken pro Kilo. 12 % mehr als Anfang Jahr und über 18 % mehr als im Jahresschnitt 2025. Die Sportlerinnen und Sportler kümmert das offenbar wenig.
Muskelaufbau erfordert Fleiss, Disziplin und harte Arbeit. Und mittlerweile auch ein immer dickeres Portemonnaie. Whey-Proteinpulver kostet deutlich mehr als noch vor wenigen Monaten.
Das Kilo gibt es diesen September für durchschnittlich 54.84 Franken. Das sind knapp 12 % mehr als noch im Januar 2026. 2025 lag der durchschnittliche Verkaufspreis noch bei rund 46 Franken.
Der Preissprung lässt die Hobbysportlerinnen und -sportler kalt: Im September fielen neun von zehn bei Galaxus gekaufte Pulver in die Kategorie Whey. Und im August 2026 gingen so viele Packungen über den virtuellen Ladentisch wie noch nie – ein neuer Verkaufsrekord.
König Whey lässt den Alternativen kaum Platz
Pflanzliche Pulver aus Erbsen, Reis, Hanf oder Soja kosten heute rund 40 % weniger als Whey (rund 33 Franken gegenüber 54.84 Franken). Vor wenigen Jahren waren die pflanzlichen Proteinpulver teils noch doppelt so teuer. Trotzdem machen sie zusammen nur 3,2 % der Verkäufe aus. Die grosse Mehrheit bleibt beim Molkenprotein.
Nach Whey greift die Kundschaft am häufigsten zu Multiprotein (4 %), danach zu Casein (3 %). Casein kostet aktuell 44.50 Franken pro Kilo, rund 19 % weniger als Whey. Multiprotein-Pulver kosten fast gleich viel wie Whey.
Wieso steigen die Whey-Preise?
Martina Tatavitto, bei Galaxus zuständig für das Proteinpulver-Sortiment, hat direkt bei den Herstellern und Lieferanten nachgefragt, was die Preise nach oben drückt. Dafür gebe es drei Hauptgründe:
- Erhöhte Nachfrage: «Wie auch unsere Zahlen zeigen, setzen immer mehr Menschen auf Proteinpulver, sei es für den Muskelaufbau, zur Gewichtskontrolle oder als praktische Proteinquelle im Alltag. Diese breitere Zielgruppe treibt die Nachfrage nach Whey-Produkten spürbar in die Höhe.»
- Begrenztes Angebot: «Das Angebot hält mit dieser Entwicklung nicht mehr Schritt. Molkereien und Hersteller stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Whey-Protein, ein Nebenprodukt der Käseherstellung, wird zunehmend knapp.»
- Höhere Kosten: «Steigende Kosten für Milch, Energie und Verpackung schlagen sich jetzt direkt auf die Herstellungspreise nieder. Die Hersteller geben diese Mehrkosten zunehmend an die Kundinnen und Kunden weiter.»
Martina rechnet damit, dass die Preise hoch bleiben oder weiter steigen.
Trotzdem lässt sich sparen
Welches Proteinpulver am besten passt, sei individuell und hänge vom Ziel ab, sagt Martina. «Wer aufs Geld schaut, könnte Casein oder pflanzliche Pulver testen – sie sind bis zu 40 % günstiger als Whey. Wichtig ist aber, auf den Proteingehalt pro Portion zu achten, der je nach Produkt variiert.» Man müsse aber immer ausprobieren, was der eigene Körper gut verträgt.
Klar ist: Ohne das richtige Training und eine ausgewogene Ernährung können auch die teuersten und ausgeklügeltsten Proteinpulver der Welt keine Wunder vollbringen.
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