Ratgeber

Gemacht, um zu reissen: Wieso du nicht schuld an deinen Laufmaschen bist

Laura Scholz
28.11.2022

Liebe Strumpfhosen-Industrie: Wenn ihr meine Nylons weiter mit Absicht kaputt macht, schlage ich eben mit diesen 5 Tricks zurück.

Vermutlich kennst du ihn auch, diesen Teufelskreis vom «Immer wieder gutgläubig Chancen geben und immer wieder bitterböse enttäuscht werden». In manchen Fällen kann man einfach nicht anders – weil die Theorie eben zu gut klingt. Wie Strumpfhosen im Winter zum Beispiel. Was wären sie für ein perfektes plus Eins an sämtlichen Party- und Weihnachtsanlässen. Aber statt mitzuziehen und uns loyal die Stange zu halten, bringen sie in den meisten Fällen nichts als Probleme aka Laufmaschen mit sich. Es ist nicht fair.

Bevor sich beim Gedanken daran der Riss in deinem Herzen noch weiter zieht als die Masche durch den feinen Nylonstoff: Lass mich dir versichern, dass die Strumpfhose dir nicht mit Absicht das Leben schwer macht. Sie kann nicht anders.

Das perfekte Material für Fallschirme und Zelte

Es ist doch irgendwie verdächtig. Seit die Nylonfaser in den 1930er Jahren vom US-amerikanischen Chemieunternehmen duPont entwickelt wurde, gilt sie als der heisseste Scheiss in Sachen Outdoor-Ausrüstung. Strapazierfähig, reissfest, ja beinahe unkaputtbar wird Nylon mit Vorliebe für die Produktion von Seilen, Ruck- und Schlafsäcken, sogar Fallschirmen und Heissluftballons verwendet. Von rissigen Maschen im Gewebe hört man (gerade bei Letzteren) zum Glück nie bis selten. Ziehe ich aber eine Nylonstrumpfhose aus dem Schrank und diese mit Engelsgeduld und Fingerspitzengefühl über meine Beine, dauert es meist nicht lange, bis sich ein Unheil versprechendes Löchlein bemerkbar macht. Wieder eine Laufmasche. Wie kann das sein?

Erstens wird das Nylon für Strumpfhosen natürlich nur hauchdünn gewebt und ist deshalb mit der Variante von etwa Fallschirmen kaum vergleichbar. Der eigentliche Haken ist allerdings: Die Fasern werden gezielt manipuliert. Die Strumpfhose soll tatsächlich früher oder später reissen. So jedenfalls erzählt es Nicols Fox, deren Vater bei duPont angestellt war, in der Arte Doku «Kaufen für die Müllhalde: Geplante Obsoleszenz».

Wie viele Strumpfhosen kann ein Unternehmen schliesslich verkaufen, wenn diese ein Leben lang halten? Mogelt sich jedoch mit ziemlicher Sicherheit nach kurzer Zeit ein Riss in deine Nylonstrümpfe, musst du regelmässig für Nachschub sorgen. Genauso kennen wir es von Smartphone-Akkus, Software, Sollbruchstellen an Ladekabeln, sich lösenden Schuhsohlen, … Die Liste geht endlos weiter.

Laufmaschen vorbeugen

Aber zurück zu unserem unzuverlässigen Party-Plus-Eins. Wenn das weiterhin von der Industrie manipuliert wird, dann hilft eigentlich nur eins: zurück manipulieren. Und zwar mit diesen 5 Tricks, die das Leben deiner Strumpfhose zumindest bis zum Maximum verlängern können.

1. Nicht bei der Grösse mogeln

Auf den meisten Strumpfhosen-Verpackungen ist aufgeschlüsselt, für welche Körpergrösse sich welche Konfektionsgrösse eignet. Halte dich an diese Vorgaben. Eine zu kleine Strumpfhose wird überstrapaziert und ist prädestiniert zu reissen. An einem zu grossen Modell, das ständig rutscht, musst du so oft rumzupfen, dass die Laufmasche nur eine Frage der Zeit ist.

2. Die Beine eincremen

Trockene Haut und feines Nylon sind keine gute Kombination. Creme dir vor dem Anziehen am besten die Beine (und Hände) ein, um für einen smoothen Ablauf zu sorgen.

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3. Ein Back-up schaffen

Tendieren deine Strumpfhosen dazu, direkt unten an den Zehen zu reissen? Mit Füsslingen kannst du gegen problematische Hornhaut oder heikle Fussnägel anschummeln. Über jeden Fuss eine der kleinen Socken stülpen und mit Punkt 4 weiterverfahren:

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4. Rollen statt ziehen

Die Strumpfhose will in aller Ruhe, Bein für Bein angezogen werden. Und zwar vorsichtig von unten nach oben. Stauche dafür beide Hosenbeine zu kompakten Ringen zusammen, steige mit dem Fuss ein und beginne langsam, ohne viel Zug, das Material Richtung Oberschenkel abzurollen. Immer schön ein Bein nach dem anderen.

5. Handwäsche only

In der Waschmaschine lauern mit Reissverschlüssen, Knöpfen oder Ösen viel zu viele Gefahren auf das sensible Material. Am besten wäschst du deine Nylons ausschliesslich im Lavabo per Hand. So solltest du deutlich länger was von ihr haben.

Auftaktbild: Cottonbro Studio via Pexels

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