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Foto-Kurztipp: Beachte die Lichtrichtung

Die Auswirkungen der Lichtrichtung auf das Bild sind enorm. Du kannst damit Silhouetten erzeugen oder deinem Bild mehr Tiefenwirkung verleihen. Du musst dir nur angewöhnen, auf das Licht zu achten.

Auf das Licht musst du bewusst achten, weil dein Gehirn Helligkeitsunterschiede unbewusst herausfiltert. Zudem hebt die Kamera Kontraste stärker hervor als das menschliche Auge. Darum variiert das Bild selbst bei bewölktem Himmel je nach Lichtrichtung ziemlich stark.

Dreidimensionale Wirkung bei Seitenlicht

Die Lichtrichtung bestimmt, welche Teile eines Objekts heller und welche dunkler sind. Bei runden Objekten verläuft die Grenze fliessend, bei eckigen Geometrien scharf. Diese Unterschiede zwischen hell und dunkel verleihen dem Objekt ihre dreidimensionale Wirkung.

Weisse Flächen sind unterschiedlich hell, je nachdem wie sie zur Lichtrichtung stehen.
Bei runden Objekten entsteht ein Helligkeitsverlauf.

Hier ein Beispiel, wieso dich das interessieren sollte. Das ist der gleiche Baum zum gleichen Zeitpunkt mit der gleichen Kamera fotografiert – einziger Unterschied ist die Lichtrichtung.

Licht von der Seite
Licht von hinten

Im ersten Bild kommt das Licht von links. Das erkennst du daran, dass die linke Seite des Baumstamms heller ist als die rechte. Im zweiten Bild ist kein Helligkeitsverlauf zu erkennen. Woher kommt also das Licht? Von hinten, also aus der gleichen Richtung wie die Kamera. Die Schattenseite existiert genauso wie im anderen Bild, ist aber aus dieser Perspektive nicht zu sehen. So erhält der Baumstamm keine dreidimensionale Wirkung. Das ist meist nicht erwünscht.

Gegenlicht

Als noch schlimmer gilt Gegenlicht. Denn das Gesicht oder was auch immer du fotografieren willst, gerät viel zu dunkel. Ein Aufhellblitz mildert das Problem, doch fehlt immer noch die 3D-Wirkung des Seitenlichts. Doch solange du dir bewusst bist, was du tust, ist es kein Problem. Auch Gegenlichtaufnahmen haben ihren Reiz.

Bei Gegenlichtporträts werden einzelne Haare hell erleuchtet, was einen schönen Effekt gibt. Das gleiche passiert bei Pflanzenblättern.

Hier dieselben Blätter aus der entgegengesetzten Richtung, also mit Rückenlicht. Die Blätter sind relativ dunkel und weisen geringe Helligkeitsunterschiede auf. Es entsteht ein recht flaues, langweiliges Bild.

Auch bei schwachem Licht wichtig

Im Schatten oder in der Dämmerung ist die Lichtrichtung schwieriger zu erkennen. Es gibt keinen Schlagschatten und die Helligkeitsunterschiede sind viel geringer. Sie sind aber meist dennoch vorhanden.

Erkennst du, aus welcher Richtung im folgenden Bild das Licht kommt?

Richtig: von rechts. Der rechte Rand der Gitarre weist eine gelbe Kontur auf, der linke ist dunkel. Der Schatten an der Wand trügt: Der ist von der Gitarre nebenan, die nur zu einem ganz kleinen Teil zu sehen ist.

Das war das Sehtraining in der Theorie. Nun gilt es, das in der Praxis anzuwenden. Pack die Kamera aus und los gehts!

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David Lee, Zürich

  • Senior Editor
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

4 Kommentare

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User tony s

Warum habt ihr keine Yongnuo produkte im angebot?

01.04.2019
User darth_fima

Sehr interessanter Artikel.

Ich habe vor ein paar Monaten damit begonnen mit B/W EVF zu fotografieren. Gefühlt habe ich damit eine bessere Kontrolle von Licht und Schatten bei der Bildkomposition.

Das prüfen der RAW ein paar Tage später hat dadurch auch sehr stark an Reiz gewonnen. 😁

01.04.2019
User ramo.ch

Interessante Gedanken und Anregungen - vielen Dank.

01.04.2019
User Intarisgmbh

1st April.

Scherz?

02.04.2019