Bessere Fotos bei schlechtem Licht

Bessere Fotos bei schlechtem Licht

David Lee
Zürich, am 20.05.2019
Das Licht kannst du dir nicht immer aussuchen. Für die häufigsten ungünstigen Situationen habe ich ein paar simple Tipps.

Du willst genau jetzt ein Foto machen. Das Licht ist schlecht, aber die Sache kannst du auch nicht einfach auf später verschieben. Zum Beispiel, weil du einen ganz bestimmten Moment festhalten willst. Es gilt also, das Beste aus dem schlechten Licht zu machen.

Was heisst überhaupt schlechtes Licht? Meistens ist damit entweder grelles Mittagslicht oder tristes Grau unter bedecktem Himmel gemeint. Ich habe ein paar Tipps für dich, wie du das Beste draus machen kannst.

Schlechtes Licht Nr. 1: Mittagssonne

Als gutes Licht zum Fotografieren gelten vor allem die Stunden am Morgen und am Abend, wenn die Sonne ganz tief am Himmel steht. Im Umkehrschluss ist das Licht rund um die Mittagsstunden eher schlecht. Vor allem im Sommer.

Mittagssonne erzeugt ein hartes Licht. Dadurch entstehen extreme Helligkeitsunterschiede zwischen Licht und Schatten. Weil Digitalkameras damit schlecht umgehen können, geraten die Schatten extrem dunkel und gleichzeitig werden helle oder reflektierende Flächen zu hell.

Mittagssonne erzeugt harte Kontraste. JPEG, unbearbeitet aus der Kamera
Mittagssonne erzeugt harte Kontraste. JPEG, unbearbeitet aus der Kamera

Da sich Unterbelichtung, also ein zu dunkles Bild, viel besser korrigieren lässt als Überbelichtung, solltest du in der Mittagssonne die Belichtungskorrektur leicht in den Minusbereich drehen (–0.7 EV oder –1.0 EV). Wähle ausserdem das RAW-Format, damit du mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung hast.

Die Korrektur im RAW-Editor – bei mir ist es Lightroom – besteht dann darin, die Tiefen und die Belichtung hochzuschrauben und die Lichter je nach Bedarf zu senken.

keine Informationen über dieses Bild verfügbar

Das andere Problem von Mittagssonne ist der fast senkrechte Lichteinfall. Das sieht bei den meisten Motiven nicht besonders gut aus. Bei Porträts führt das zu verkniffenen Gesichtern und unvorteilhaften Schatten, zum Beispiel unter den Augen.

Gegenmassnahmen:

  • Geh in den Schatten.
  • Wenn du ein Sonnenbild machen willst: Eine Sonnenbrille verhindert hässliche Augenpartien und unterstützt die Bildaussage.
  • Dämpf das harte Licht durch einen Sonnenschirm oder einen Diffusor ab.

Schlechtes Licht Nr. 2: Grauer Himmel

Grauer Himmel hat zwar den Vorteil, keine harten Schatten zu werfen. Das verleitet allerdings dazu, die Lichtrichtung, also die Sonnenposition, überhaupt nicht mehr zu beachten. Die Folge davon sind zu dunkle Motive. Ausserdem bleibt bei verhangenem Wetter alles etwas eintönig und wenig farbenfroh.

Typisches Schlechtwetterbild: dunkel und eintönig
Typisches Schlechtwetterbild: dunkel und eintönig

Wenn du in RAW fotografierst, kannst du solche schummrigen Bilder im Nachhinein ziemlich gut aufpeppen. Helligkeit und Sättigung erhöhen ist ein guter Anfang. Übertreiben solltest du es aber nicht, sonst wirkt das Bild unnatürlich.

Hier habe ich es absichtlich etwas übertrieben.
Hier habe ich es absichtlich etwas übertrieben.

Achte zudem auch bei schlechtem Wetter immer darauf, wo die Sonne stehen würde. Denn auch bei diffusem Licht werden Gesichter zu dunkel, wenn du gegen das Licht fotografierst.

Eine weitere Möglichkeit: Du machst aus der Not eine Tugend und gleich ein richtiges Schwarzweissbild.

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Wie auch immer: Es gibt keinen Grund, bei schlechtem Licht nicht zu fotografieren. Ausser natürlich, wenn du warten kannst bis das Licht besser wird.

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David Lee
David Lee
Senior Editor, Zürich
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

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