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Eine Plakatserie klärt über Luftverschmutzung auf

Pia Seidel
31.07.2019

Die Plakate der Grafikerin Gioia Loretz klären über die Stoffe auf, die unsere Luft verschmutzen. Sie sollen Teil eines Lehrmittels werden, das zukünftige Generationen besser aufklären und den achtsamen Umgang mit der Luft fördern soll.

Das 1.-August-Feuerwerk ist ein jährliches optisches Highlight, das ich zu schätzen weiss. Seit ich mich zunehmend mit der Luftqualität um mich herum auseinandersetze, möchte ich dieses und weitere Feuerwerke aber trotzdem lieber nicht mehr sehen. Die deutsche Umwelthilfe sieht das ähnlich. Am 29. Juli forderte sie offiziell ein Böllerverbot in 31 deutschen Städten, weil Feuerwerke die Feinstaubwerte laut dem Umweltbundesamt erhöhen können. Auch hierzulande schätzt das BAFU – Bundesamt für Umwelt, dass durch die in der Schweiz abgebrannten pyrotechnische Feuerwerkssätze «rund 320 Tonnen Feinstaub entstehen.» Dies entspreche «rund 2 Prozent der jährlichen Feinstaubemissionen in der Schweiz.»

So schön sieht Aufklärung aus

Weil das für viele Menschen inklusive mir abstrakt klingt, setzt das BAFU mit dem Projekt «Luftlabor», das mit Partnerorganisationen wie z.B. der Lungen- und Krebsliga erarbeitet wurde, auf frühzeitige Aufklärung. Junge Menschen sollen in der Schule stärker für Luftverschmutzung sensibilisiert werden und damit zukünftige Umweltschäden minimieren.

Dafür spannt das BAFU die Lernmedienagentur «Lernetz» ein, die Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe zum Thema Luftqualität bereitstellt. Sie haben für das Projekt Luftlabor mit der jungen Illustratorin Gioia Loretz zusammengarbeitet. In ihrer Bachelorarbeit «Unter der Lupe» widmet sie sich der Luftqualität und kreiert sieben Plakate, die zukünftig den Unterricht ergänzen sollen. Ihre Illustrationen klären über sieben Schadstoffe, darunter Schwefel- oder Kohlendioxid auf, die zur Verschlechterung von Luftqualität führen. Jede Illustration fasst Fakten zu einem bestimmten Schadstoff zusammen, die erst sichtbar werden, wenn du mit einer roten Kelle drüberfährst.

«Unter der Lupe»

Wie bist du zum Thema Luftverschmutzung für deine Plakatserie gekommen?
Gioia Loretz: Für mich war es wichtig, ein aktuelles Thema für meine Bachelorarbeit zu wählen. Da ich keinerlei Wissen in diesem Bereich hatte, war das die Chance, etwas Neues zu lernen. Ausserdem gibt es fast keine Illustrationen zu diesem Thema. So konnte ich völlig frei eine neue gestalterische Sprache entwickeln.

Ein Plakat aus der Serie «Unter der Lupe». Bild: Gioia Loretz
Ein Plakat aus der Serie «Unter der Lupe». Bild: Gioia Loretz
Die Rote Kelle für Luftverschmutzer. Bild: Gioia Loretz
Die Rote Kelle für Luftverschmutzer. Bild: Gioia Loretz

Wie ist die Kooperation mit dem Luftlabor entstanden?
Die Lernmedienagentur Lernnetz hat die Idee vom Luftlabor an der Zürcher Hochschule der Künste vorgestellt und nach jemandem gesucht, der das Projekt mit ihnen realisiert. Da sie sehr offen gegenüber allen Techniken und Umsetzungen war, habe ich mich nach meiner Recherche bei Ihnen gemeldet.

Welchen Vorteil kann eine Plakatserie und visuelle Kommunikation im Vergleich zu herkömmlichen Lehrmitteln haben, um Schülerinnen und Schüler über Luftqualität aufzuklären?
Der Zugang zu komplexen Themen wie der Luftverschmutzung erfolgt auf spielerische Weise. In diesem Fall mit dem Entdecken von «verstecktem» Wissen mit einer Lupe. Der Vorteil einer Plakatserie ist sicherlich, dass sie im Klassenzimmer über längere Zeit hängen und die Illustrationen gerne betrachtet werden. Mein Ziel ist es, mit diesen visuelle Eselsbrücken zu den einzelnen Schadstoffen zu schaffen.

Die Grafikerin hinter den Plakaten. Bild: Gioia Loretz
Die Grafikerin hinter den Plakaten. Bild: Gioia Loretz

Wie kommt man als Lehrperson zu den Plakaten? Oder wie kann eine Schulklasse Teil vom Luftlabor werden?
Die Plakate können direkt bei mir bestellt werden unter loretz.gioia@gmail.com. Kürzlich habe ich sie auch dem BAFU zusammen mit Lernetz vorgestellt und hoffe auf eine baldige Zusammenarbeit. Unabhängig davon stehen die Inhalte und Lernjournale von Luftlabor jedem frei zur Verfügung und können auf ihrer Webseite jederzeit heruntergeladen werden.

Welches Projekt steht als Nächstes für dich an?
Ich freue mich ab August beim Designers’ Club, einer Kommunikationsagentur in Zürich, offiziell in die Arbeitswelt einzutauchen. Am Projekt «Unter der Lupe» werde ich dranbleiben.

Eine Illustration vom Schadstoff Amoniak. Bild: Gioia Loretz
Eine Illustration vom Schadstoff Amoniak. Bild: Gioia Loretz

Weitere Schweizer Design-Projekte findest du regelmässig in meinem Autorenprofil , dem du auch folgen kannst.

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Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres.
– Albert Einstein


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