E-Mobilität à la LEGO
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E-Mobilität à la LEGO

Patrick Bardelli
Zürich, am 06.03.2020
Bilder: Manuel Wenk
Leicht, sauber und ruhig. Die Elektroroller des schwedischen Brands CAKE sollen die E-Mobilität neu definieren. Zusammengebaut werden sie wie LEGO.

Der schwedische Brand CAKE will dazu beitragen, den Weg zu einer möglichst emissionsfreien und nachhaltigen Gesellschaft zu ebnen. Und zwar mit Elektrorollern. Ob das der richtige Ansatz ist? Stichwort Lithiumgewinnung. Themen wie E-Mobilität und Nachhaltigkeit werden nach der Corona-Hysterie sicher wieder in aller Munde sein. Insofern treffen die Schweden mit ihren Produkten den Nerv der Zeit. Und die Ästhetik? E-Rollerfahren muss ja nicht zwingend so aussehen wie bei Kollege Restin. Im Sommer 2018 durfte, oder musste er, ein solches Teil testen. Der Arme.

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Das LEGO-System

Aktuell gibt es von CAKE die Modelle Ösa und Kalk. Wobei vor allem letzteres mit seinem Design überzeugt. Zumindest mich. Konzipiert wurden beide Modelle im Baukastenprinzip. Die Roller werden wie LEGO gebaut, mit dem Ziel, die Anzahl der beweglichen Teile zu reduzieren. So gibt es auch keine Flüssigkeiten wie Öl oder Benzin. Kein Geschraube, keine dreckigen Hände oder Fett unter den Fingernägeln. Wenn beispielsweise ein Teil des Antriebsstrangs nicht mehr richtig funktioniert, wird der gesamte Antrieb ersetzt. Was daran nachhaltig sein soll, kapiere ich zwar nicht, aber sei's drum.

Kalk
Kalk
Ösa
Ösa

Die Batterie

CAKE versuche gemäss eigener Aussage zu einer emissionsfreien und nachhaltigen Gesellschaft zu inspirieren. Es sei aber klar, dass gerade in Bezug auf Batterien die Probleme vielfältig seien. Batteriezellen seien zwar grundsätzlich effizient, hätten eine lange Lebensdauer und würden schliesslich recycelt. Die Herstellung sei jedoch bislang von nicht nachhaltigen Prozessen geprägt. Die Leistung der Zellen werde im Lauf der nächsten Jahre mit neuen Technologien schnell zunehmen. Wir könnten Zellen erwarten, die sich schneller auflüden, eine höhere Energiedichte und mehr Zyklen hätten und eine bessere Gesamtleistung aufwiesen. Die steigende Nachfrage nach Batterien sowie das Streben nach besserer Leistung und nachhaltigeren Lösungen beschleunige diese Entwicklung. Unternehmen wie Northvolt nähmen hier eine Vorreiterrolle ein.

Dies ist laut CAKE erst der Anfang. Wenn eine neue Zelle auf den Markt käme, die entweder umweltfreundlicher oder leistungsfähiger sei, würde das Unternehmen sie in ihren Produkten einsetzen. CAKE-Batterien könnten bei allen Modellen im laufenden Betrieb ausgetauscht werden. Dies bedeute, dass sie bei der Einführung eines neuen Batteriestandards von CAKE auf den aktuellen E-Rollern früherer Generationen verwendet werden könnten.

“ With a noise and fume free vehicle, respecting the environment, the wildlife and fellow individuals sharing the backcountry, the intention is to open up for sustainable, respectful and active discovery. ”
CAKE

Zielgruppen

Bei den Kalk-Modellen liegt der Fokus auf Offroad-Leistung und Innovation. Der Roller wurde in Bezug auf Geometrie, Federung, Stand, Komponenten und Handling stark von DH- und Enduro-MTBs beeinflusst.

Da es für diese Kategorie nichts von der Stange gab, wurde jede einzelne Komponente von Grund auf entwickelt, um das beabsichtigte Mass an Qualität und Haltbarkeit zu gewährleisten, schreibt der Hersteller auf seiner Webseite. Dimensionierung, Geometrie und Konstruktion der Achsen, Naben, Felgen, des Cockpits und der Federung sowie der Bau und die Anpassung der verschiedenen Teile des Antriebsstrangs ebenso wie die Entwicklung eines völlig neuen Fahrgestells führten zu zahlreichen Patenten.

Beim Modell Ösa steht die gewerbliche Nutzung im Vordergrund. Es handelt sich dank der Batterie mit mehreren Steckdosen um eine Art Kraftwerk auf Rädern. Der Schreiner oder Gärtner kann seine Elektrowerkzeuge überall hin mitnehmen und aufladen, um seine Arbeit ausserhalb des Stromnetzes auszuführen.

Unsere Elektroroller findest du hier.

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Patrick Bardelli
Patrick Bardelli
Senior Editor, Zürich
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