Dominik Bärlocher – ein Nachruf
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Dominik Bärlocher – ein Nachruf

Stephanie Tresch
Zürich, am 25.04.2022
Bilder: Thomas Kunz

Dominik Bärlocher, Journalist, Autor und Hacker, liebte Katzen, Bücher, Comics und alles, was ihn möglichst schnell von A nach B brachte. Er ist nicht mehr unter uns.

Dominik war wie ein Wind, manchmal ungestüm stürmisch und dann aber auch wieder säuselnd. Er war immer für alle in unserer Redaktion da. Wenn etwas getan werden musste, war er immer der Erste, der sich für den Job meldete.

Er war mehr als ein Kollege im Büro. Wer ihn brauchte, fand in ihm einen, mit dem man immer reden konnte, einen Fels in der Brandung für alle, die ihn brauchten. Ich selbst durfte mit ihm gemeinsam durch dick und dünn gehen. Der Weg war manchmal holprig, aber mit Dominik war alles ein Stück besser.

Dominik war einer der ersten Journalisten, die wir eingestellt haben. Er hatte im September 2016 seinen ersten Tag bei uns und seither Digitec Galaxus massgeblich geprägt. Die Firma war ein Teil von ihm. Von Anfang an war klar, dass er Digitec im Herzen trug. Und das änderte sich bis zum letzten Tag nicht. Dominik war Pionier und hat die Art, wie wir Geschichten erzählen von Grund auf mit entwickelt und geprägt.

Für Dominik war die Technologie, mit der wir im Alltag agieren, seelenlos. Sein Ziel war es immer, in seinen Texten und Videos einen menschlichen Bezug herzustellen, damit auch seine Grossmami es versteht. Das Marketing-Geschwurbel von Tech-Konzernen entlarvte er gerne als das, was es war. Dominiks Geschichten sollten immer für alle verständlich und unterhaltsam sein.

«People like stories about people.»
Dominiks Grundatz in der Redaktion

Dominik schrieb und redete mit einer Wortgewalt wie kein Zweiter. Seine Liebe für Details gepaart mit seiner Begeisterungsfähigkeit machten ihn zu einem leidenschaftlichen, manchmal ungestümen, Menschen mit ganz viel Herz. Er ging oft ganz «deep down the rabbit hole» – auch so einer von Domis Sätzen, der uns bleiben wird. Er entdeckte Perspektiven auf Themen, die nur möglich sind, weil das journalistische Feuer in ihm nicht nur brannte, sondern permanent loderte.

In den sechs Jahren, in denen Dominik fürs Magazin von Digitec Galaxus Herz, Blut und Seele eingesetzt hat, sind unzählige Geschichten entstanden, die unsere Community liebte und heiss diskutierte. Zum Beispiel das Portrait einer Domina, eine Anleitung für Nacktselfies, ein Drucker-Test am Rande des Wahnsinns, ironische Apple-Videos wie jenes zum iTüechli. Hinzu kamen zahlreiche Schimpftiraden, Reviews und Erklärstücke. Wahlweise war Dominik für die Community ein rotes Tuch oder der Messias. Dazwischen gab es wenig.

Die journalistischen Tugenden und Grundregeln galten für Dominik absolut, sie waren unumstösslich und nicht verhandelbar. Er war nicht einfach nur Journalist, er war überzeugter Journalist. Ein Journalist zu sein, war für ihn niemals nur ein Job, es war die Berufung seines Lebens.

Dominik war ein liebevoller Mensch, der in der Sache leidenschaftlich diskutieren und kritisieren konnte und auch mit Lob nie sparsam umging. Er hatte immer ein offenes Ohr für seine Mitmenschen, war immer für einen Rat, einen Scherz, einen dummen Spruch zu haben.

Mindestens einmal im Monat sagte er mir, wie sehr er seine Freundin liebe und dass sie die Schönste sei, so einfach sei das.

Eine wahre Freundschaft

Manchmal konntest Du mir echt auf den Keks gehen, Dominik, meine Fresse! Du konntest deine Klappe nie halten. Aber ich würde alles dafür geben, Deine Stimme noch einmal zu hören. Dich noch einmal sagen hören: «Ich hasse dich auch.» Und dabei aber ganz genau wissen, dass es keinen Hass zwischen uns gibt und nie geben wird.

Ich kann nicht glauben, dass ich hier einen Deiner Lieblingsfilme zitieren kann, Dominik.

«If I'm gonna die, I'm gonna die historic on the fury road!»
Mad Max: Fury Road

Und das hast Du getan. Den einzigen kleinen Trost, den ich und den wir haben, ist, dass Du bei etwas gestorben bist, das Du geliebt hast.

Ich habe oft gesagt: «Alles ist schrecklich.» Dann, wenn es schwierig war und manchmal auch im Spass. Diesmal ist es tatsächlich so wahr, wie ich es mir nie gewünscht hätte. Denn Du hast uns verlassen. Du hast mich verlassen. Es gibt keine Video-Drehs mehr für uns. Nicht im Studio im Keller, nicht unterwegs. Nirgends mehr. Mein Herz ist gebrochen. Unser aller Herz ist gebrochen. Es war, um es in Andreas Niedermanns Worten auszudrücken «verflucht schön», Dich meinen besten Freund, meinen Mentor und meinen Partner in Crime nennen zu dürfen. Es war mir eine Ehre.

Farewell, my friend.

Always. Deine Stephie

P.S.: Dominiks Artikel und Videos im Magazin findest du bei Interesse gesammelt in seinem Autorenprofil.

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Die Welt in 25 Bildern pro Sekunde. Als Journalistin erzähle ich, weil die Welt ist voller Geschichten, die erzählt werden wollen. Ob national oder international, alles was ich dafür brauche, ist Mikrofon und Kamera.


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