Die Feuerschale für Freizeitnomaden
ProduktvorstellungDo It + Garten

Die Feuerschale für Freizeitnomaden

Michael Restin
Zürich, am 23.03.2021
Während der Kugelgrill im Keller auf den Frühling wartet, haben Feuerschalen Hochkonjunktur. Kaum ein Garten, in dem sich nicht Kleingruppen um Flammen versammeln. Mir hat es die Stahlflunder von Petromax angetan, weil sie mehr als Wärme spenden kann.

Früher war die Vorgartenwelt eine Kugel. Vor jedem zweiten Haus stand ein Weber-Grill, dazwischen gelegentlich ein Green Egg, während auf den Terrassen und Balkonen die allzeit bereiten Gas-Boliden aufs nächste Steak warteten. Die Abteilung Feuer und Flamme schien mehr als ausreichend bestückt, der Markt gesättigt. Dass es soweit ist, war spätestens dann klar, als der Träger Timberline mit Cloud-basiertem WiFire-Controller und Apple Watch-App zur Fernsteuerung des Super Smoke Mode auf den Markt kam. Es scheint ein natürlicher Reflex zu sein, dass eine App die Lösung ist, wenn sonst nichts mehr hilft. Hat in der Pandemie leider auch nicht so gut funktioniert, wie die längst in der Versenkung verschwundenen Warn-Apps beweisen. Stattdessen hat Corona dazu geführt, dass die Gartenwelt zur Scheibe geworden ist. Besser gesagt: zur Schale.

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Simpel und entspannt

Die Feuerschale ist die grosse Gewinnerin des Krisenwinters und schliesst die vielleicht letzte Lücke in der gutbürgerlichen Zündel-Palette. Was wie ein plattgewalzter Kugelgrill aussieht, hat als Lagerfeuer to go Hochkonjunktur. Zumindest in meiner Umgebung scheinen die Schalen wie Pilze aus dem Boden zu schiessen. Als Antithese zu all den überteuerten Grill-Gadgets der vergangenen Jahre ist mir die Feuerschale sympathisch. Sie ist weder Statussymbol noch Stressfaktor, es geht nicht nur um Temperaturzonen und Würstchenwenden im Akkord, sondern in erster Linie ums Zusammensein. Regelmässig lädt diesen Winter in der Nachbarschaft jemand ein. Das macht die Abende zu einer ziemlich entspannten Angelegenheit bei Stockbrot und Gitarre. Die Stunden draussen tun gut und stiften Gemeinschaft.

Feuer, Futter, Freunde

Was früher ein praktischer Begleiter für Nomadenvölker war, die ihre kameltransporttauglichen Feuerstellen von A nach B nach C mitnahmen, ist heute ein Zeichen von Sesshaftigkeit. Meine Wohnung, mein Garten, meine Feuerschale. Mietnomaden gehören eher nicht zur Zielgruppe. Dementsprechend sieht auch die Feuerstelle Nummer eins bei uns im Shop und in den Gärten meiner Nachbarn wie die von Siena aus. Ich hingegen habe ein Modell, das für Freizeitnomaden interessant ist. Wer gerne campen geht oder aus dem Garten an die Feuerstelle in den Wald umzieht, hat mit der flachen Schale von Petromax auf ihren dünnen Stelzen mit Schraubgewinde mehr Möglichkeiten.

Dass sie leichter zu transportieren ist, liegt auf der Hand. Sie dient aber nicht nur als Feuerschale. Du kannst sie auch von unten einheizen, indem du sie auf ihren langen Stelzen übers Lagerfeuer oder einen Campingkocher stellst. Dann verwandelt sie sich in eine Grillpfanne mit verschiedenen Temperaturzonen, die in der Mitte mehr Hitze entwickelt als am Rand. Willst du sie als Outdoor-Kochstelle nutzen, muss sie erst mit hoch erhitzbarem Fett und etwas Salz eingebrannt werden, bis eine schützende Patina entsteht. Danach ist die Reinigung denkbar einfach: heisses Wasser und etwas Küchenpapier genügt. Bislang kam sie bei mir nur als wärmende Feuerschale zum Einsatz, aber ich freue mich aufs erste Brutzeln irgendwo weit draussen in der Natur. Die Genügsamen haben mit dieser Schale schon alles, was sie brauchen: Feuer, Futter und Platz für ein paar Freunde.

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Michael Restin
Michael Restin
Editor, Zürich
Sportwissenschaftler, Hochleistungspapi und Homeofficer im Dienste Ihrer Majestät der Schildkröte.

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