Produkttest

Der Ventilator «Nick» macht Wind, wie ich es mag

Ein neuer Ventilator von Stadler Form ist testweise bei mir eingezogen. «Nick» sieht schon mal gut aus, aber kann er auch etwas? Im Test beweist er seine Qualitäten – und auch, dass Weniger manchmal Mehr ist.

Hinweis (23. Juni 2026): Aktuell ist der von mir getestete Ventilator etwas knapp oder sogar nicht verfügbar. Ich habe aber bei den Kolleginnen und Kollegen vom Einkauf nachgefragt. Nachschub ist bereits auf dem Weg, so dass die Verfügbarkeit innert Tagen wieder besser sein sollte.

Nach der Hitzewelle ist vor der Hitzewelle ist während der Hitzewelle. Grüsse an die Klimakrise! Willst du trotzdem ruhig Blut bewahren, bietet ein Ventilator willkommene Abkühlung.

Schon klar, so ein Gerät senkt die Temperatur in der Dachwohnung nicht. Aber der Windhauch verschafft dir trotzdem etwas Erleichterung. Weil unser Körper die Luft um ihn herum ständig aufheizt, bildet sich eine Art unsichtbare Wärmewolke. Der Ventilator vertreibt diese heisse Luftschicht, und wir spüren die etwas kühlere Raumluft auf der Haut.

Das funktioniert prinzipiell mit allen Geräten, die Luft in Bewegung versetzen. Mir persönlich ist wichtig, dass ein Ventilator nicht nur effektiv, sondern auch noch effizient ist. Konkret: Er soll leise sein, wenig Strom verbrauchen und im Idealfall auch noch optisch etwas her machen.

«Nick» ist dafür der richtige Kandidat von Ventilator. Er kommt von der Stadler Form AG mit Sitz in Zug. Produziert wird er zwar – wie fast alle Haushaltsgeräte – in China. Trotzdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass für die Schweizer Firma bei Design und Funktionalität Swissness eine wichtige Rolle spielt.

Design wie ein schlanker Wolkenkratzer

Und tatsächlich bin ich nicht enttäuscht, als ich das Testgerät vom Hersteller bekomme. Der Zusammenbau ist in nicht einmal fünf Minuten erledigt. Ich muss lediglich den Standfuss mit vier Schrauben am Lüfterturm befestigen. Am längsten hat es gedauert, den Kreuzschlitzschraubenzieher aus dem Werkzeugkasten zu holen.

Und dann steht er vor mir, der «Nick». Er erinnert mich spontan an ein elegantes Hochhaus. Wie zum Beispiel das mit der Adresse 432 Park Avenue von Architekt Rafael Viñoly in New York City. Von dort aus kannst du auf den Central Park blicken.

Das sind doch …
Das sind doch …
… Zwillinge, oder?
… Zwillinge, oder?

Bei solchen Wolkenkratzern spricht man wegen ihrer schlanken Form auch von Pencil Towers.

«Nick», der Ventilator, ist nicht ganz so dünn wie ein Bleistift. Aber von einer Grundfläche mit zehn mal 13 Zentimetern ragt er doch stolze 95 Zentimeter in die Höhe. Ich zähle 104 Stockwerke, also weisse Schlitze in der vorderen Abdeckung. Links und rechts hat der Stadler-Form-Produktdesigner dem Turm zwei Holzelemente gegönnt. Das gibt dem Gerät einen wohnlichen Touch, lässt ihn weniger technisch aussehen. Am mit 1,60 Meter etwas knapp bemessenen Kabel hängt ein flacher Euro-Stecker.

Die Grundplatte aus Metall misst 21 mal 21 Zentimeter. Sie gibt «Nick» die nötige Stabilität, auch weil unten auf der Platte vier kleine Füsse aus Hartgummi kleben. Auf der Grundplatte kann sich der Ventilator drehen. Das wäre bei einem Hochhaus wiederum seltsam. Deshalb jetzt Schluss mit der Wolkenkratzer-Analogie. Du weisst jetzt, dass ich den Ventilator schön finde. Mindestens so wichtig ist, ob er auch funktioniert.

Funktion ohne Lärm

Stadler Form gibt an, dass «Nick» eine Kapazität von 7,9 m/s hat. Dazu musst du wissen, dass es keine Norm gibt, in welcher Einheit Hersteller die Leistung von Ventilatoren angeben müssen. Manche nennen zum Beispiel den maximalen Luftdurchsatz in Kubikmeter Luft pro Stunde. Vergleichbar ist das alles nicht, deshalb gibt es übrigens auch keinen Filter im Shop dafür.

7,9 Meter pro Sekunde entsprechen jedenfalls rund 28 km/h. Und das schafft «Nick» tatsächlich, wie ich mit meinem Windmessgerät geprüft habe. Direkt am Gerät, in der Mitte, wo es am stärksten bläst, messe ich sogar über 40 km/h. Das ist auf der Beaufort-Skala Stufe 5, bei der kleine Bäume und Büsche erkennbar schwanken.

Diese Windstärke ist mehr als ein laues Lüftchen.
Diese Windstärke ist mehr als ein laues Lüftchen.

Es ist natürlich nicht die normale Anwendung, direkt mit dem Gesicht vor dem Ventilator zu sitzen. Bei mir steht «Nick» zum Beispiel zweieinhalb Meter entfernt von meinem Schreibtisch. Da zeigt mein Windmesser gerade noch fünf km/h an, bei höchster Leistungsstufe 10. Auf Stufe 5 ist mein Messgerät nicht sensibel genug, es misst keine Windgeschwindigkeit mehr. Dass sich die Luft im Raum bewegt, merke ich aber sehr wohl. Es fühlt sich genau richtig an.

Angenehmer Nebeneffekt von Stufe 5 ist, dass «Nick» nur noch 31 Dezibel Lärm produziert. Wobei «Lärm» das falsche Wort ist. Es ist ein sanftes Rauschen. Meine Tastatur ist lauter. Bei voller Leistung ist das anders, dann produziert das Gerät 51 Dezibel.

Stadler Form promotet seinen «Nick» übrigens als «flüsterleise», konkret wird ein Geräuschpegel von 24 bis 49 Dezibel angegeben. Das ist nicht gelogen, es entspricht ziemlich genau meiner Praxiserfahrung. Während einiger heisser Nächte stand der Turmventilator in unserem Schlafzimmer. Selbst auf Stufe 4 von 10 war er so gut wie nicht zu hören. Gleichzeitig hat er deutlich spürbar die Luft im Raum bewegt.

Drei Dinge haben den Einsatz im Schlafzimmer verbessert. Erstens kann ich die LEDs allesamt ausschalten für die Nacht. Zweitens dreht «Nick» optional in einem Winkel von 70 Grad und sorgt für mehr Luft, der «Natürliche-Brise-Modus» verstärkt das noch. Dann bläst «Nick» mal etwas stärker, mal etwas schwächer. Und drittens gibt es einen Timer. Zwischen einer und sieben Stunden sind möglich. Wie viele Stunden es sind, zeigt das Display. Leuchten zum Beispiel die beiden mit «1h» und «4h» angeschriebenen LEDs läuft der Timer für fünf Stunden. Die gewünschte Zeit stelle ich durch mehrfaches Drücken ein. Will ich wissen, wie lange mein Sieben-Stunden-Timer noch läuft, zeigen mir das die LEDs an.

Tasten, die keine Fragen offen lassen.
Tasten, die keine Fragen offen lassen.

Keine AI, keine App, kein Smarthome

«Nick» ist herrlich altmodisch – zumindest was Bedienung und Funktionsumfang betrifft. Die gesamte Anleitung würde mit kleiner Schrift auf ein A4-Blatt passen. Stadler Form hat der Versuchung widerstanden, dem Turmventilator allen möglichen Schnickschnack zu verpassen. So gibt es keine App zum Gerät, du kannst ihn auch nicht ins Smarthome integrieren, und vermeintlich künstlich intelligent ist es auch nicht. Ich bin froh. Denn meistens ist das Einrichten mühsam und der Mehrwert ja überschaubar.

Sinnvoll finde ich hingegen die Infrarot-Fernbedienung für «Nick». Sie ist nur so gross wie eine Kreditkarte und hat gerade einmal sechs Tasten. Ich kann damit die Leistung einstellen, die Drehung und die Brise ein- und ausschalten, den Timer stellen oder den Nachtmodus aktivieren. Alle Piktogramme sind einfach zu verstehen. Brauche ich die Fernbedienung nicht, verstaue ich sie in einem kleinen Fach mit Halterung auf der Rückseite des Ventilators.

Gut versorgt, wenn nicht gebraucht: die Fernbedienung in der dafür gemachten Garage am Gerät.
Gut versorgt, wenn nicht gebraucht: die Fernbedienung in der dafür gemachten Garage am Gerät.

Reinigen: nötig, aber sehr einfach gemacht

Du wusstest es vielleicht noch nicht, aber ein Turmventilator benötigt etwas Wartung. Im Lauf der Zeit kann sich Staub festsetzen. «Nick» hat ein Lufteinlassgitter, das groben Schmutz darin hindert, bis zur sich drehenden Ventilator-Trommel vorzudringen. Dieses Gitter solltest du ab und zu entstauben, zum Beispiel absaugen oder mit einem Staubwedel drüberfahren.

Von aussen ist es kaum zu sehen, das feine Gitter erfüllt seine Funktion also fast unsichtbar.
Von aussen ist es kaum zu sehen, das feine Gitter erfüllt seine Funktion also fast unsichtbar.
Ich muss nur drei Schrauben lösen, um Gitter und Trommel zu entfernen.
Ich muss nur drei Schrauben lösen, um Gitter und Trommel zu entfernen.

Stadler Form hat den Ventilator so gebaut, dass du nur zwei Schrauben entfernen musst, um das Gitter abzunehmen. Dann siehst du innen im Gerät einen langen schwarzen Zylinder. Diese Ventilator-Trommel kannst du durch Lösen einer weiteren Schraube ebenfalls herausnehmen und hin und wieder abwaschen. Ich habe das für den Test in der Badewanne gemacht. Mit der Duschbrause einmal drüber, war in fünf Minuten erledigt. Wichtig ist, dass die Trommel komplett trocken ist, bevor ich sie wieder einsetze. Dafür braucht es dann Geduld, wenn du nicht mit einem Fön nachhelfen willst.

Klingt dir das trotzdem immer noch zu aufwändig? Klar, du kannst auf das Reinigen verzichten. Nur wundere dich nicht, wenn das Gerät dann weniger Leistung bringt, lauter ist und am Ende vielleicht sogar der Motor Schaden nimmt.

Fazit

Mehr als heisse Marketing-Luft

«Nick» überzeugt mich. Er sieht besser aus als vieles, was die Konkurrenz anbietet. Der Turmventilator von Stadler Form ist eine optische Wohltat. Ausserdem überzeugt er in seiner Kernkompetenz: Er macht Wind, und er ist dabei noch angenehm leise. Die Bedienung ist wohltuend unkompliziert und der Verzicht auf App und Smarthome-Integration stört mich überhaupt nicht. Dass ich ihn fürs gelegentliche Reinigen sehr einfach öffnen und die Trommel entnehmen kann, ist ein weiteres Plus.

Pro

  • einfache Reinigung
  • LEDs lassen sich für die Nacht abschalten
  • angenehm leise
  • überzeugende Funktion
  • gelungenes Design

Contra

  • Kabellänge nur 1,60 Meter; schränkt Standortwahl ein

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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