

Eine Naturgewalt im Wäschekeller – der Entfeuchter LD48 Pro+ von Wood’s im Test
Die Sportkleidung ist nach dem Waschen inzwischen so schnell trocken, dass es keine Ausrede mehr gibt fürs nächste Training. Na, danke LD48 Pro+, du schwedische Urgewalt eines Wäschetrockners!
Luftentfeuchter sind echte Champions, wenn es darum geht, Wäsche schnell und effizient zu trocknen. Sie entziehen der Luft im Raum die Feuchtigkeit. Die Luft, die sie ausblasen, ist warm. Die Wäsche trocknet schneller. Trockenschränke oder Heizlüfter sind nicht annähernd so effizient, Luftentfeuchter spielen eher in der gleichen Liga wie ein Wäschetrockner.
Bisher waren bei uns im Keller des Einfamilienhauses zwei recht günstige Entfeuchter aus chinesischer Produktion im Einsatz, um die aufgehängte Wäsche unseres Drei-Personen-Haushalts zu trocknen. Sie kosteten seinerzeit jeweils um die 350 Franken. Kürzlich gab einer den Geist auf. Da kam das Angebot von Wood’s wie gerufen – ich sollte doch mal eines ihrer Modelle testen. Wird gemacht.
Als der der LD48 Pro+ eintrifft, stehe ich vor einem ziemlichen Trumm. Das Gerät wiegt stolze 19,5 Kilogramm, ist fast 60 Zentimeter hoch, 46 Zentimeter lang und 35 Zentimeter breit. Ich finde schnell heraus, warum der Entfeuchter so schwer ist: Er besteht zum grössten Teil aus galvanisiertem Metall, made in Sweden. Das hat seinen Preis, klar. Aber dafür gibt Wood’s auf seine Geräte auch zehn Jahre Garantie. In dieser Zeitspanne dürften viele der Fabriken in China, die für andere Marken produzieren, wohl längst geschlossen sein oder auf die Produktion von Stanley-Cup-Imitaten umgestellt haben.
In Schweden ein Champion
Wood’s ist als Marke im Heimatland Schweden eine echte Institution. Ursprünglich wurde die Firma vor knapp 100 Jahren in Kanada gegründet. Dort hat sie 1950 die ersten Luftentfeuchter auf den Markt gebracht und sich schnell etabliert. Seit 1970 ist die Marke in Schweden zuhause. Bei Tests holen die Wood’s-Geräte reihenweise Siege, vom Luftreiniger über Klimaanlagen bis hin zu Befeuchtern.

Ich bräuchte beim Testen dringend etwas «Lagom», also schwedische Gelassenheit, denn der LD48 Pro+ nervt im Test zunächst einmal. Das liegt am einzigen Schwachpunkt, den ich am Entfeuchter ausgemacht habe: dem Bedienfeld. Dabei handelt es sich um ein Touchdisplay. So eines mit einer wabbeligen Folie obendrauf. Es fühlt sich nicht gut an, wenn ich darauf tippen muss. Und ich muss. Denn das Display schaltet sich ab, wenn es nicht mehr taktil stimuliert wird. So muss ich die schwarze Fläche aufwecken, selbst wenn ich nur wissen will, in welchem Modus das Gerät gerade läuft. Auf meinem Wunschzettel an Wood’s steht: Macht ein richtiges Touchdisplay mit Glas. Oder, noch besser: irgendwas mit Knöpfen. Danke!

Nach ein paar Wochen habe ich mich daran gewöhnt und das Bedienfeld akzeptiert. Ausserdem habe ich die Bedienungsanleitung noch einmal genauer studiert. So habe ich dem LD48 Pro+ das Geheimnis der verschiedenen Betriebsmodi entlockt. Es gibt vier davon:
- Fan: Hier läuft der Ventilator im Gerät, was praktisch ist, wenn du einfach die Luft ein wenig in Bewegung bringen willst. Du kannst ergänzend einen Zielwert für die Luftfeuchtigkeit definieren; wird er überschritten, springt der Kompressor an, um zu entfeuchten. Im Winter, bei sehr trockenem Klima, kann ich meine Wäsche nur mit Raumluft und ohne Kompressor energiesparend trocknen.
- Easy: Eigentlich ist das auch nur der Modus Fan, nur eben wird hier der Zielwert 50 Prozent für die Luftfeuchtigkeit definiert. Liegt der Wert darunter, schalten sich Kompressor und Ventilator ab.
- Laundry: Das ist mein Lieblingsmodus, den ich wähle, wenn ich die Wäsche gerade aus der Maschine auf die Leine und den Ständer gehängt habe. Dann gibt der LD48 Pro+ alles; der Ventilator surrt auf der höchsten Stufe (von zwei), der Kompressor läuft, und er geht erst wieder aus, wenn ich den Modus manuell ändere.
- Normal: In diesem Modus hast du maximale Kontrolle, weil du die Geschwindigkeit des Ventilators und das Ziel für die Luftfeuchtigkeit bestimmst.
In allen Modi, ausser «Laundry», kann ich den LD48 Pro+ sich selbst überlassen. Je nachdem, wie ich den Zielwert für die Feuchtigkeit eingestellt habe, schaltet sich das Gerät ein, wenn es etwas zu tun gibt. Oder es bleibt aus, wenn weniger Feuchtigkeit in der Luft ist. Das ist so einfach, dass es dafür auch keine App und Smarthome-Anbindung braucht.
Im Standby braucht der Entfeuchter nur 0,5 Watt. Läuft er auf Hochtouren, zieht er bis zu 630 Watt, im Normalbetrieb immerhin noch 450. Wobei: Mein Testgerät ist das leistungsstärkste in der Wood’s-Serie, gemacht für eine Fläche von 180 Quadratmeter. Auch wenn ich bei Galaxus einen ordentlichen Lohn bekomme, für eine Villa mit so viel Kellerfläche hat es bisher nicht gereicht.
Es gibt mit den gleichen Abmessungen auch noch den LD40, der für Flächen bis zu 100 Quadratmeter gemacht ist. Und weniger Strom braucht: 250 Watt maximal, normal arbeitet er mit 180 Watt.

Wobei der effektive Verbrauch stark von Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur abhängt – das gilt grundsätzlich für alle Luftentfeuchter. Umso wichtiger ist die Qualität der Sensoren. Wood’s setzt auf solche aus Schweizer Produktion, ohne allerdings den Hersteller zu nennen. Mit genauen Sensoren stoppt das Gerät bei der gewünschten Luftfeuchtigkeit. Weil der LD 48 Pro+ ausserdem noch die Temperatur misst, kann er die Kompressor- und Ventilatorleistung anpassen. Wenn zum Beispiel die Lufttemperatur durch die genutzte Abwärme etwas gestiegen ist, arbeitet der Entfeuchter effektiver.
Was Tests im Labor sagen
Die maximale Leistung, die das Gerät zieht, sagt wenig darüber aus, wie effektiv und effizient es ist. Aufschluss darüber würden Labortests geben, bei denen der LD48 Pro+ und Geräte der Konkurrenz zum Beispiel jeweils in einem geschlossenen Raum bei bestimmter Temperatur in einem definierten Zeitraum die Luftfeuchtigkeit senken müssen. Daraus ergibt sich eine Entfeuchtungsleistung von Litern pro Stunde. Solche Tests gibt es: Der TCS hat Luftentfeuchter in einem 30 Grad warmen Raum mit 80 Prozent Luftfeuchtigkeit gesteckt. Der LD48 Pro+ war nicht dabei. Wood’s hat so einen Test selbst allerdings ebenfalls durchgeführt. Das Ergebnis: eine Entfeuchtungsleistung von 31 Liter in einem 24-Stunden-Zeitraum. Die Geräte im TCS-Test schafften um die 20 Liter, also 50 Prozent weniger.
Was ich im Alltag feststelle
Statt Labordaten zu referieren, kann ich dir über Alltagserfahrung berichten. Dass der LD48+ Pro gross ist, steht bereits oben. Laut ist er ausserdem. Das stört mich nicht weiter, wenn er im Keller dafür das tut, was er soll: Wäsche schnell trocknen. Aber das Gerät ist ganz klar kein Fall fürs Bad-, Wohn- oder gar Schlafzimmer. Denn, wenn Ventilator und Kompressor Schwingungen erzeugen, kann der Metallkörper schon einmal zum Konzert beitragen. Ich messe 61 Dezibel, wenn der Entfeuchter mit voller Kraft arbeitet. Auf der niedrigeren Ventilatorstufe sind’s angenehmere 52 Dezibel.
Ich bin immer noch und immer wieder überrascht, wie schnell der Wood’s-Entfeuchter die Wäsche trocknet. In unserem Kellerraum mit etwa 18 Quadratmeter Grundfläche ist die Wäsche aus zwei vollen Ladungen über Nacht in aller Regel trocken, selbst wenn schwere Jeans oder Pullover dabei sind. Es hilft dann, wenn ich den Entfeuchter unter diese Kleidungsstücke rolle und die Klappen so ausrichte, dass es dort die meiste warme Luft rausbläst.


Wäre mir das Herumschieben irgendwann zu blöd, könnte ich das Teil mit einem separat erhältlichem Kit auch an die Wand montieren – angesichts des Gewichts entsprechende Schrauben und Dübel vorausgesetzt. In Mietwohnungen mit gemeinschaftlichen Waschkeller wäre das wohl die praktischere Lösung. Allein schon, damit niemand über das Kabel stolpert.
Besonders nützlich ist, dass der LD48+ Pro einen geradezu riesigen Wassertank hat: 11,4 Liter. Damit ist eine lange Laufzeit garantiert. Denn normalerweise beenden Entfeuchter den Betrieb, wenn der Tank voll ist. Und bei kleineren Geräten passiert das eben entsprechend schneller und du musst den Tank öfter leeren.
Alternativ kann ich ans Gerät einen Schlauch mit ¾-Zoll-Gewinde anschliessen. Dann wird das Wasser direkt in den Ablauf oder ins Waschbecken geführt. Das ist vor allem praktisch, wenn es in die Ferien geht, ich aber trotzdem keine Feuchtigkeit im Keller riskieren will.
Der LD48 Pro+ kommt ab Werk mit einem Anti-Schimmel Filter, der Schimmelsporen, Pollen, Russ oder Baumwollflusen aus der Luft filtert. Ich glaube, ich hatte tatsächlich noch nie so saubere Luft im Keller. Ein Filter hält ein Jahr lang, der Ersatz kostet um die 25 Franken, im Fünferpack auch weniger.
Viel mehr Wartung braucht der LD48 Pro+ nicht. Ab und zu vielleicht noch absaugen oder die Spulen abwischen, das war’s.

Fazit
Starker Schwede
Der LD48 Pro+ ist eine Offenbarung. Viele Jahre lang haben in unserem Keller günstige Luftentfeuchter gewerkelt. Irgendwann war die Wäsche da schon auch trocken. Aber seitdem das Gerät von Wood’s den Job übernommen hat, weiss ich, was effektives Wäschetrocknen bedeutet. Das Gerät aus Schweden arbeitet schnell und läuft dadurch weniger lang als die Konkurrenz. Insgesamt verbraucht der neue starke Entfeuchter weniger Strom als die beiden kleineren Geräte, die vorher im Einsatz waren. Über die mindestens zehnjährige Lebensdauer amortisiert sich so auch der höhere Anschaffungspreis.
Habe ich mich einmal mit den Programmen vertraut gemacht, meinen Favoriten gefunden und eingestellt, überlasse ich dem LD48 Pro+ die Herrschaft über das Raumklima im Keller. Einzig muss ich ab und zu noch den riesigen Wassertank leeren.
Für das nervige Display hätte ich fast einen Stern abgezogen; aber nach ein paar Wochen habe ich mich auch daran gewöhnt und halte diesen Mangel für verzeihlich. Denn beim Entfeuchten übererfüllt das Wood’s-Gerät meine hohen Erwartungen sogar noch. Für die allermeisten Keller dürfte es übrigens auch der kleinere und etwas günstigere LD40 tun.
Pro
- 10 Jahre Garantie
- solide Verarbeitung, Herstellung in Schweden
- tiefer Stromverbrauch
- sehr geringer Wartungsaufwand
- Ziel-Luftfeuchtigkeit in 1-Prozent-Schritten einstellbar (30 bis 80 Prozent)
- schnelles, effizientes Trocknen nasser Kleidung
Contra
- auf höchster Stufe mit über 60 Dezibel laut
- Touch-Display des Grauens
Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
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